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Die Welt · 1913-02-07 · 6 (7.2.1913) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
6 (7.2.1913)
Date
1913-02-07
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 6 1 79 Straße durch die zuständige Behörde^vergebens wartete, ent- ' schlossen sich die Einwohner, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Die Bewohner von Tel-Awiw stellten darauf für die Instandsetzung der Straße 1400 Eres, zur Verfügung, die Deutschen ca. ein Drittel dieses Betrages und den Rest steuerte die Stadtverwaltung bei, so daß die Angelegenheit zur Befriedigung sämtlicher Einwohner von Jaffa erledigt werden konnte. Ueberhaupt beginnt Tel-Awiw auch für die übrigen Stadtteile vorbildlich zu werden. Tel-Awiw hat z. B. mit der Errichtung eines regelmäßigen Omnibusverkehrs, der sehr rege ist, den Anfang gemacht. Hoffentlich wird nun die Stadt Jaffa auch in anderen Dingen, beispielsweise bezüglich der Bauordnung und Straßenreinigung Tel-Awiw nachahmen. Im abgelaufenen Jahre wurden in Tel-Awiw und Nachalath-Benjamin 20 neue Häuser, darunter vier zweistöckige, erbaut. Haifa, 20. Januar. Mit Hilfe der B. B.-Loge und einer privaten Gesellschaft besteht hier seit einiger Zeit ein Näh- und Handarbeitenkursus für jüdische Mädchen. Dieser Tage wurde hier ein Zweigverein des Tumverbandes „Makkabi" gegründet, dem auch eine Anzahl Sephardim beigetreten sind. Turnwart ist Herr N e u m a n n , Lehrer an der hiesigen Schule des Hilfsvereins. Tiberias, 20. Januar. Die Cholera ist nun vollständig erloschen, weswegen auch die Quarantäne aufgehört hat. Von den bekannt gewordenen ca. 150 Krankheitsfällen ist etwa die Hälfte tödlich verlaufen. Gestorben sind 35 Sephardim, 30 Aschkenasim und 15 Moslims. Hier kursiert das Gerücht, daß eine englisch-ägyptische Gesellschaft das dem früheren Sultan Abdul Hamid gehörende Djiftlikland erworben hat. Bestätigt wird dieses Gerücht anscheinend durch den Umstand, daß englische Ingenieure hier angekommen sind und auch Vermessungen vornehmen. Saida, 20. Januar. Da die Alliance ihre seit zehn Jahren in unserer Stadt bestehende Schule geschlossen hat, wendet sich nun die hiesige jüdische Gemeinde mit einem Aufruf an die jüdische Oeffentlichkeit und legt die Notwendigkeit dar, daß eine andere jüdische Organisation hier eine Schule eröffnet, damit der Nachwuchs nicht den Verlockungen der Missionsanstalten erliege. Die Gemeinde verspricht nach Möglichkeit selbst zu den Ausgaben der Schule beizutragen. Aus den Kolonien Gederah. In letzter Zeit haben sich zwei reiche Juden aus Sibirien in unserer Kolonie niedergelassen und haben sofort intensiv zu wirtschaften angefangen. Um eine größere Milchwirtschaft einzurichten, kauften sie eine größere Anzahl Milchkühe von der guten Damaszener Rasse. Auch die Pferde für ihre Gespanne sind von einer ganz anderen Qualität als sie in den Kolonien üblich ist. Ebenso schafften sie sich Pflüge, Arbeitsgeräte, Maschinen von der besten Sorte an. 200 Dunam bepflanzen sie mit Mandel- und Oelbäumen, außerdem wollen sie auch eine Orangenbojare anlegen, die erste in unserer Kolonie, da es hier bis jetzt keine Orangenpflanzung gab, trotzdem ca. 500 Dunam des hiesigen Bodens für diese Kultur besonders geeignet sind. Leider sieht es in unserer „Bilu"-Kolonie bezüglich der jüdischen Arbeit sehr trübe aus. Aschkenasische Arbeiter gibt es fast gar nicht und die sechs jemenitischen Arbeiter, die hier leben, finden auch nur spärlich Beschäftigung. Der männliche Nachwuchs der Kolonie wandert aus, obwohl der Boden vorzüglich ist und die Kolonisten keineswegs schlecht situiert sind. — Die hiesige Schule zählte im vorigen Jahre 29 Schüler und Schülerinnen, in diesem Jahre sind 37, darunter 3 jemenitische Kinder. Von den palästinensischen Musikschulen Nach dem Ableben von Frau Sulamith Ruppin wurde verschiedentlich befürchtet, daß mit dem Tode der Gründerin auch ihr Werk untergehen würde. Es zeigte sich aber zum Glücke, daß die Hingebung und die unermüdliche Arbeit, die Frau Sulamith Ruppin den Schulen gewidmet hatte, ihre Wirkung auch über ihr Grab hinaus ausüben. Es bildeten sich sofort aus den Bewohnern Jaffas und Jerusalems Lokal- Komitees mit dem Ziele, die Schulen unter dem Namen „Musikschulen Sulamith" als ein dauerndes Vermächtnis der Verstorbenen weiterzupflegen und ihren Fortbestand unter allen Umständen zu .sichern. Dem Komitee in Jaffa gehören die Herren Berlin, Dizengoff, Tschertok und Frau Dr. Thon, dem Komitee in Jerusalem Herr und Frau Dr. Levy, Fräulein Izchaki, Frau Benjehuda und Herr Professor Schatz an. Künstlerisch wird die Schule in Jaffa von Herrn Hopenko (einem Schüler von Josef Joachim und Marteau) geleitet, der auch den Violinunterricht erteilt. Die Klavierklassen stehen unter der Leitung zweier bewährter Lehrerinnen. Neuerdings hat die Schule durch das Engagement des Herrn Schalit, der sich bereits als Sammler jüdischer Volksmelodien bekannt gemacht hat, und der an der Musikschule Musiktheorie lehrt und den Gesangschor leitet, eine wertvolle Kraft gewonnen. Die Schule in Jaffa zählt bereits fast 100 Schüler und hat die besten Aussichten, wirklich zu dem zu werden, was ihrer Gründerin als Ideal vorgeschwebt hat, nämlich die erste und dauernde Pflegestätte für Musik unter den Juden Palästinas, und als solche die große musikalische Begabung, die sich unter den Juden Palästinas zeigt, zu wecken. Die Schule in Jerusalem zählt ungefähr 30 Schüler, erhält aber fortwährend Zuzug dadurch, daß die jüdischen Knaben und Mädchen, die bisher nur in den Missionsschulen musikalischen Unterricht erhielten, jetzt die jüdische Musikschule aufsuchen. Neben der Gründerin hat sich um die Jaffaer Musikschule besonders Herr Siegmund Rabinersohn in Kiew verdient gemacht, der sich von der Gründung der Schule an für dieselbe interessierte und das Defizit der Schule zum größten Teil allein deckte. Zur Subventionierung der Schule in Jerusalem hat sich unter den Gesinnungsgenossen in Moskau ein Komitee gebildet, dem die Herren Dr. Tschlenow, Wischniak, Naiditsch, Schor u. a. m. angehören. Die Schulen haben bereits viel dazu beigetragen, um Verständnis und Liebe für die Musik unter den Juden zu wecken und verborgene Talente ans Licht zu ziehen. Die Konzerte, welche von den Lehrern und Schülern der Schulen alljährlich mehrmals gegeben werden, sind fast die wichtigsten gesellschaftlichen Veranstaltungen für den neuen Jischub geworden. Die Ueberzeugung von der großen Bedeutung der Schulen ist in Palästina bereits in alle Kreise der Bevölkerung gedrungen, denn sie bilden für die wissenschaftliche Ausbildung, welche die Jugend in den Gymnasien erhält, die notwendige künstlerische Ergänzung. Hoffentlich werden die Schulen sich mit Hilfe aller für die Erneuerung jüdischen Lebens interessierten Kreise weiter in aufsteigender Linie entwickeln. Neue Palästina-Stiftungen des Herrn Nathan Straus (Von unserem Berichterstatter.) New York. Durch einen glücklichen Zufall ist der erst vor einigen Monaten gegründete Frauenverein „Hadassah", Daughters of Zion, bereits in die Lage versetzt worden, sein erstes Ziel zu erreichen: nämlich eine geprüfte Krankenpflegerin in Palästina anzustellen. Herr Nathan Straus , der sich zu seiner neuerlichen Reise nach Palästina anschickt, hat der Leiterin des Vereins, Miß Szold, das Angebot gemacht, eine Krankenschwester auf seine eigenen Kosten mit auf die Reise zu

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