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Die Welt · 1913-01-31 · 5 (31.1.1913) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
5 (31.1.1913)
Date
1913-01-31
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 5 149 DIE^ELT macht den Vorschlag, man solle zur Förderung dieser Sache eine Lotterie in Höhe von 100 000 Frcs. veranstalten. 50 000 Francs sollen als Gewinne verteilt werden und der Rest zugunsten des genannten Projekts verwendet werden. — Inzwischen hat Herr Ussischkin bei seinem Aufenthalt in Pethach-Thikwah versprochen, die Chowewe Zion für diese Angelegenheit zu interessieren. Das Tebethheft der hebräischen Monatsschrift für die Jugend „Moledeth“ in Jaffa ist soeben erschienen. Es wird mit einem trefflichen Essay von J. Fichmann über J. L. Gordon eingeleitet, der wohl zum besten gehört, was bisher über diesen vor 20 Jahren verstorbenen hebräischen Dichter gesagt worden ist. Ein weiterer kritischer Aufsatz ist Tschernichowskys Uebersetzung von Longfellows klassischem Epos gewidmet. Eine Erzählung aus dem palästinensischen Leben veröffentlicht M. Smelanskv. Lyrische Beiträge liefern Kahan und L e r n e r. Das Heft enthält noch eine Fülle von Liebersetzungen sowie mehrere Originalaufsätze wissenschaftlichen Inhalts. |([ PALÄSTINA-RUNDSCHAU^ gg )] (Von unserem Berichterstatter.) Organisationsbestrebungen innerhalb der Jerusalemer jüdischen Gemeinde Der Aufenthalt des Herrn Ussischkin, Vorsitzenden des Odessaer Palästinakomitees, in Jerusalem hat wieder die Frage der Organisierung der dortigen Gemeinde in Fluß gebracht. Auch in Jaffa hatte man ja bis vor kurzem gezweifelt, ob die verschiedenen Elemente der jüdischen Bevölkerung: Sephardim, Jemeniten und Aschkenasim —- die letzteren noch untereinander in verschiedene Gruppen getrennt - sich zu einer einheitlichen Gemeinde werden zusammenschließen können. Auch in Jaffa fehlte es nicht an einigen einflußreichen Personen, die Jahrzehnte hindurch selbstherrlich allein das Heft in Händen hielten und sich nicht verpflichtet fühlten, der Gesamtheit Rechenschaft abzulegen. Und dennoch genügte die ausdauernde Arbeit einiger ernster Männer in Jaffa, um dort in wenigen Jahren eine freigewählte, nach den besten Mustern organisierte Gemeindeverwaltung zu schaffen, welche durch ihre zielbewußte Arbeit immer mehr an Autorität gewinnt. Sollte schließlich nicht ein Gleiches in Jerusalem gelingen? Allgemein bricht sich jetzt die Erkenntnis Bahn, daß es in erster Reihe darauf ankommt, eine möglichst große Zahl von Personen zu finden, die zur Zahlung von Gemeindesteuern bereit sind. In Jerusalem werden nämlich alle Gemeindeausgaben von den lamdsmannschaftlichen „Kolelim" der Ohalukah bestritten, so daß auch recht wohlhabende Einwohner schon durch die Befreiung von allen Gemeindeabgaben Nutzen von der Chalukah ziehen, worauf sie gar keinen Anspruch hätten. Mag man auch in Europa mit dem Namen Jerusalem nur Vorstellungen von Armut und Elend verbinden die freilich dort vorherrschen - - wir hier wissen, daß auch reiche Juden in Jerusalem keine Seltenheit sind. Man denke nur an das bucharische Juden viertel 1 Ja, selbst jüdische Millionäre gibt es dort, so unglaublich dies 'draußen klingen mag. Um nur einige Namen zu nennen, sei auf den sephardischen Bankier Valero und den jemenitischen Bankier Benin (aus Aden) hingewiesen. Nun ist es gewiß ein Nonsens, daß alle diese Leute, die in einer anderen Gemeinde zu den Höchstbesteuerten gehören würden, in Jerusalem aller Pflichten ledig sind und die Chalukah-Verwaltungen allein alle Ausgaben zu decken haben. Aber nicht bloß die ganz Reichen, auch der Mittelstand, auch der Krämer, der Lehrer, Beamte usw. müßten — ebenso wie in Jaffa — zu regelmäßiger Steuerleistung herangezogen werden, wenn man aus dem jetzigen Tohuwabohu herauskommen und endlich geordnete Verhältnisse schaffen will. Freilich sind diese Bestrebungen noch zu neu, um hier gleich realisiert werden zu können. (Bezeichnend ist übrigens, daß die gesamte jüdische Presse Jerusalems für sie eintritt.) Wer jedoch ein Auge für das Werdende hat, wird sich die Hoffnung nicht nehmen lassen, daß wir früher, als manche Pessimisten glauben, in Jerusalem eine organisierte Gemeinde haben werden. Dann wird auch jene autoritative Körperschaft vorhanden sein, die allein berechtigt wäre, im Namen der jüdischen Bevölkerung Jerusalems zu sprechen, — was auch den Freunden der heiligen Stadt in Europa nur höchst willkommen sein könnte. Aus den Kolonien Pethach-Tikwah. Auf seiner Reise nach Galiläa weilte Herr Ussischkin in Begleitung angesehener Jaffaer Persönlichkeiten auch in unserer Kolonie. Die Arbeitersiedlung Ein-Gannim, eine Schöpfung der Chowewe Zion, machte einen sehr günstigen Eindruck auf ihn. Ussischkin wohnte auch dem Unterrichte in der landwirtschaftlichen Mittelschule bei. Er versprach der Anstalt die Beihilfe des Odessaer Komitees. Im Arbeiterhaus wurde ihm ein feierlicher Empfang bereitet, an dem sich ca. 500 Personen beteiligten. Herr G. Jibnaeli sprach zum zweitenmal im Arbeiterklub über die Lage der Jemeniten in unserer Kolonie und forderte die aschkenasischen Arbeiter auf, den Jemeniten größeres Interesse als bisher zuzuwenden. Infolge dieses Vortrages wurde eine gemeinsame Versammlung der aschkenasischen und jemenitischen Arbeiter abgehalten, in der von beiden Seiten Ansprachen gehalten wurden. Die hiesigen Jemeniten haben sich an der Sammlung für die Notleidenden in Tiberias mit dem Betrage von 25 Frcs. beteiligt. In der Generalversammlung der Kolonie wurde beschlossen, einen Konsumladen zu begründen. — Dieser Tage wurde hier der Grundstein für die orthodoxe Mädchenschule gelegt, die von der „Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums“ in Deutschland erhalten wird. Die Schulleitung bemüht sich, jüdische Maurermeister für die Arbeit heranzuziehen. (Vgl. auch die Notiz „Eine Volks- und Wirtschaftsschule für Mädchen in Pethach-Tikwah“.) — Herr Agr. Pascal, der aus Italien zurückgekehrt ist, hielt dieser Tage einen Vortrag über den Orangenbau in Italien. A r t u f. Die J. C. A. beschloß, für den Bau einer Schule in unserer Kolonie 10000 Frcs. auszugeben. - In der Besitzung des Herrn J. L. Goldberg in Wilna, die an unsere Kolonie grenzt, sind die Gebäude beinahe fertiggestellt und es werden bereits mehrere jüdische Arbeiter beschäftigt. Rechoboth. Unsere Kolonie, die seinerzeit durch den Verein „Menuchah vve-Nachlah“ in Warschau begründet wurde umfaßt 14 330 Dunam. 459 Dun am entfallen auf öffentliche Wege usw. 5887 Dunam gehören den hier arbeitenden Kolonisten. Der übrige Boden, nämlich der weitaus größte Teil von 7984 Dunam, gehört noch Personen, die auswärts wohnen. Dieser Umstand ist für die Entwicklung unserer Kolonie sehr mißlich, zumal 2230 Dunam ganz brach liegen. Seltsamerweise wollen die Eigentümer dieses Bodens ihn weder bewirtschaften lassen noch an andere Leute veräußern. Es kommt daher leider häufig vor, daß die Söhne unserer Kolonie diese aus Mangel an Boden verlassen müssen, während ein beträchtlicher Teil der Bodenfläche jahraus jahrein brach liegt. Daß unter diesen Umständen keine neuen Kolonisten sich hier niederlassen können,

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