Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 4 (1900)
- Issue
- 48 (30.11.1900)
- Article
- Salomon Maimon
- Date
- 1900-11-30
- Page
- 15 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 48 „Die & Welt" Seite 15 mein schaftlicher Quelle abzuleiten, indem er die Sinnlichkeit sich zum Verstände weiter entwickeln lässt dadurch, dass wir uns der Regeln bewusst werden, nach denen wir das in den Empfindungen gegebene Mannigfaltige zur Einheit ver- .koaüpfen. Während Maimon auf diese Weise in der Fort- ' entwicklung der Speculation von Kant zu Fichte ein Mittelglied bildet, geht er . andererseits wieder auf H u m e zurück, indem er mit diesem die Möglichkeit leugnet, dass uns die Erfahrung jemals eine Erkenntnis wirklicher Allgemeinheit und Nothwendigkeit geben könne, und eine solche Erkenntnis nur der Mathematik zuschreibt. Auch in der praktischen Philosophie geht Maimon über Kant hinaus, indem er dessen „kategorischen Imperativ" als lediglich formales Princip zur Beurtheilung unserer Handlungen durch ein praktisches Motiv für unser Handeln ergänzt, welches er in dem Gefühle" der eigenen Würde erblickt, als dessen wesentlichsten Bestandtheil er die Erkenntnis auffasst; durch die Anschauung kommt er wiederum der jüdischen-Auffassung von dem hohen Werte der Erkenntnis nahe. Die Lebensarbeit Maimons, die wir in wenigen Strichen — so gut es eben in populärer Weise geht — zu skizzieren suchten, ist für die Geschichte der Philosophie nicht verloren. Wie er schon bei Lebzeiten Anerkennung gefunden hatte, so wurde er auch nach dem Tode gewürdigt. Fichte, gewiss kein Freund der Juden, hatte bei Uebersendung seiner Schrift „über den Begriff der Wissenschaftslehre" im Jahre 1794 in einem Begleitschreiben seine „grenzenlose , Achtung" vor Maimons Talent ausgesprochen und auch Schelling hat in seiner Erstlingsschrift mit Anerkennung von Maimons „Neuer Logik" gesprochen. Der Judenfeind Fries, der Verfasser einer der aufreizendsten Flugschriften gegen die Juden, hat den grossen Scharfsinn Maimons besonders hervorgehoben. In neuerer Zeit fand Maimons Philosophie eingehende Würdigung durch Erdmann, J. H. Witte und erst vor wenigen Jahren wurde das Verhältnis Maimons zu Hume in einer ausgezeichneten Schrift von Dr. Salomon Rubin besonders beleuchtet. Viel interessanter als Maimons Philosophie ist für uns Juden seine Persönlichkeit. Sie vergegenwärtigt uns ein Stück Culturgeschichte, ein Stück unserer Vergangenheit; sie versinnlicht uns einen Theil des übermenschlichen Ringens des jüdischen Geistes nach Befreiung aus dem Banne, in welchen eine Leidensgeschichte ohn«gleichen denselben geschlagen. Wenn heute das jüdische Volk sich selbst wieder gefunden, wenn es sein Selbstgefühl wieder gewonnen, dann erlangt die genaue culturhistorische und psychologische Würdigung solcher Individualitäten wie Maimon, deren Erfassung in ihrem ganzen Zusammenhange mit dem Boden, aus dem sie hervorwuchsen und in ihren Beziehungen zu ihren jüdischen und nichtjüdischen Zeitgenossen, ganz besonderen Wert für die Selbsterkenntnis des jüdischen Volkes. Die hundertste Wiederkehr seines Todestages würde am würdigsten zur Erneuerung seines Andenkens benützt werden, wenn sie Anlass gäbe, nicht nur zur Neuherausgabe seiner denkwürdigen Selbstbiographie, sondern auch zur Abfassung einer allen Anforderungen der Culturgeschichte und der Psychologie gerecht werdenden Lebensbeschreibung. K. Spenden. entschieden unwahr. In dem Fülle Montefiore's lag ein Irrthum vor, den dieser loyal zugab und bedauerte. A. 6.. Wien. Wollen Sie sich noch eine kleine Weile gedulden, bis wir Raum dafür gewinnen. r D. F., Nagy-Ida. Besten Dank und Zionsgruss. 0. P.,~Kuty. Leider unverwendbar. J. R., Minsk. Sehr hübsch, aber mehr zum Vortrage geeignet. J. S., Rossieni, Gouv. Kowno. Der Kinematograph ist bereits angeschafft. Aufnahmen werden an Ort und Stelle gemacht. Näheres erfahren Sie in nächster Zeit durch die „Welt". S. R.. Ploesci. Deutsche Uebersetzung des babylonischen Talmud von Lazarus Goldschmidt. Verlag S. Calvary & Co., Berlin. 0. R., Zberew. Wenden Sie . Rieh gefl. an das Bureau des Zionisteh-Congresses, Wien, IX., Türkenstrasse (.K D. G., Jeslic (Bosnien). „Beste und billigste" gibt es nicht. Die billigen sind unbrauchbar. Gute Grammatiken sind die von Gesenius und Strack. Wörterbuch von dem ersteren. j mehrere Gesinnungsgenossen. Bitte Geduld. Erledigung w^^^^w»»*»» Aufstellung von Nossigs „Ewigem Juden" vor der Centraibibliothek zu. Jerusalem. Schwabe GusL, Varel K 32.91. Für zionistische Zwecke: Flaschner, Gablonz K—.73. Briefkasten der Redaction. R. A. M., Berlin. Bezüglich der jüdischen Candidaten wahr, aber ohne jede Bedeutung. Bezüglich der „Federation." Die zionistische Hymne von Prof. Ignaz Brüll, „iin tauch weht durch die lande" Dichtung von Leo Rafaels ist in einem Arrangement für eine mittlere Singstimme mit Begleitung des Pianoforte erschienen und zum Preise von 1 K 20 h vom Congressbureau, IX., Türkenstrasse 9, zu beziehen. Letzte Woche. 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