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Die Welt · 1900-08-24 · 34 (24.8.1900) · p. 8

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Journal
Die Welt
Volume
4 (1900)
Issue
34 (24.8.1900)
Article
II. Tag
Date
1900-08-24
Page
8 (sequence 2)
Language
German
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Seile 8 „Die & Weif« Nr. 34 Zionismus zn besprechen, wobei er insbesondere die Begründung der Encyklopädie des Judenthums und die zunehmende Zahl der jüdischen Gesangs- und Turnvereine erwähnt. Das A.-C. hat allen darauf bezüglichen Bestrebungen Unterstützung und Förderung angedeihen lassen. Redner kommt hierauf auf die Ereignisse in Rumänien zu sprechen und weist die Verleumdung entschieden zurück, als ob der Zionismus diese Emigration verschuldet' hätte. Man habe im Gegentheile stets vor einem voreiligen Schritte gewarnt. Vor der vollendeten Thatsache aber konnte das A.-C. nicht unthätig stehen bleiben. Eine erfreuliche Folge hatte übrigens auch der traurige Exodus, das Neuerwachen des jüdischen Volksbewusstseins. (Lebhafter Beifall.) Auch unter den Gegnern beginnt die Ueberzeugung von der Richtigkeit der zionistischen Ideen durchzudringen. Es sei kein blosser Zufall, schliesst Redner, dass der Congress in diesem Jahre in London stattfinde. Denn London sei das Centrum eines der edelsten Völker der Welt, welches die Freiheit nicht nur für sich allein liebt, sondern welches auch stets alle Bestrebungen unterstützt hat, die darauf gerichtet sind, Unterdrückte und Leidende zu befreien. Die Sympathie dieses Volkes zu erringen wäre einer der grössten Erfolge, welche die Delegierten vom Londoner-Congresse mit sich nachhause nehmen könnten. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Hierauf erstattet Dr. O. Kokesch unter lebhaftem Beifall der Versammlung den Cassabericht des Actions- Comites. Wir lassen das Referat hier folgen: Geehrte Congress-Mitglieder! In den früheren Congressjahren wurden die Bücher bis zum letzten Tage vor dem Congresse geführt und erst an diesem Tage abgeschlossen. Dieses System wurde aus dem Grunde befolgt, weil die meisten Schekelgelder erst in den letzten Wochen vor dem Congresse einliefen, und hatte den Vortheil, dass dem Congresse ein vollständiges Bild der Einnahmen und Ausgaben im abgelaufenen Verwaltungsjahre gegeben werden konnte. Es hatte aber auch den grossen Nachtheil, dass sowohl die Buchführung als auch die Revision in den letzten Tagen äusserst erschwert wurden, und der Bücherabschluss, die Bilanzierung und die Revision in einer so kurzen Zeit vorgenommen werden musste, die fast eine übermenschliche Anstrengung erforderte. Aus diesem Grunde ist am HL Congresse über Antrag des Cassaverwalters des Actions-Comites der Beschluss gefasst worden, die Bücher schon am 30. Juni abzuschliessen. Die Schekelzahler haben jedoch nach wie vor zumeist erst in den letzten Wochen des Congressjahres ihre Beiträge geleistet. Diese wurden in Gemässheit des Congress-Beschlusses fürs nächste Jahr gebucht. Der Rechnungsabschluss für das abgelaufene Jahr per 30. Juni 1900 und die auf Grund desselben aufgestellte Bilanz ist daher ein Torso, da er nur einen Zeitraum von 9l/s Monaten umfasst, und gibt kein genaues Bild der Einnahmen und Ausgaben des letzten Congressjahres. Es konnte aber auch im Uebergangsstadium von einem Systeme zum anderen nicht anders sein. Der nächste am 30. Juni 1901 zu machende Rechnungsabschluss wird zwar ebenfalls die nach dem 30. Juni 1901 einlaufenden Schekel nicht enthalten, wohl aber die nach dem 30. Juni 1900 eingegangenen erheblichen Summen und wird daher wieder ein genaues Bild der Einnahmen und Ausgaben eines vollen Congressjahres bieten. Die in dem vorgelegten Rechnungsabschlüsse enthaltenen, im Vergleiche zum Vorjahre etwas zurückstehenden Ziffern sind daher nach dem Gesagten nur auf die Unvollständigkeit infolge des geänderten Systemes zurückzuführen. Zieht man in Betracht, dass seit dem 30. Juni wesentlich grosse Summen eingelaufen sind und dass von mehreren Landsmannschaften die Abrechnungen noch nicht vorliegen, so kann nicht bezweifelt werden, dass die Schekeleingänge in diesem Jahre nicht hinter denen des Vorjahres zurückstehen. CASSABERICHT für die Verwaltungsperiode vom 15. August 1899 bis 30. Juni 1900. Einnahmen: Francs Barsaldo laut Bilanz vom 15. August 1899 . . 9.712-— Schekel (per Cassa)........... 26.058-51 Schekel (bis zum 30. Juni 1900 ausgewiesen, noch nicht an die Centrale abgeführt) . . 70.376-— Betriebsfonds.............. 51.25110 Rückerstattung der Jüdischen Colonialbank . . 12.423-16 Diverse Einnahmen (Broschüren, Medaillen, Zinsen etc.)............ 2.631-49 Spenden................ 566*0S 173.01834 Cassarest........ 86.124-88 Hiervon in Wien............ 15.748*88 Hiervon in den Landsmannschaften..... 70.376-— 86.124-88 Ausgaben: Francs Congress-Ausgaben . .......... 12.048*93 Subventionen.............. 750*98 Vertrauensmänner-Correspondenten..... 4.417-15 Reise- und Agitations-Conto........ 8.153*55 Presse ................ 21.087*50 Gehalte................ 4.501-93 Vorschüsse............... 2.865 03 Darlehen................ 840-— Möbel . . . . ,............ 1.488*90 Auslagen für Rechnung der Jüd. Colonialbank 18.743-17 Kanzleispesen.............. 7.363*54 Druckkosten.............. 4.196*80 Conto pro diversi............. 435*98 Cassarest..............._86.124-S8 173.018*34 BILANZ für die Verwaltungsperiode vom 15. August 1899 bis 30. Juni 1900. A c tiv a: Francs Cassarest in Wien............ 15.748*88 Saldo in den Landsmannschaften...... 70.376-— Actien-Conto.............. 2.536-45 Forderungen (Darlehen. Medaillen, Vorschüsse, Congress-Deckung etc.)....... 11.550-37 Möbel-Inventarium (Wien-Basel)...... 3.136-14 Conto der Jüd. Colonialbank....... 12.423*56 115.771*40 Capitalbestand...... 64.520*30 Passiva: Francs Betriebsfonds.............. 51.251-10 Capitalbestand............. 64.520*30 115.771-40 Mr. C o w e n (London) erklärt namens der Revisoren, dass die Bilanz mit den vorgelegten Rechnungsbelegen verglichen und richtig befunden wurde. Er gibt auch seiner Befriedigung über die genaue und ordentliche Rechnungsführung Assdruck. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) In der sich anschliessenden Discussion über den Rechenschaftsbericht des A.-C. stellt Rechtsanwalt Rosenbaum (Minsk) die Anfrage, was das A.-C. gethan hat, um unter den Arbeitervereinen und der intelligenten Jugend für den Zionismus Propaganda zu machen. Dr. Schlaposchnikoff (Charköw) wirft dem A.-C. vor, es habe nicht genügend dahin gewirkt, um mit den anderen Vereinen, die ähnliche Bestrebungen verfolgen, insbesondere mit den Chowewe-Zion-Vereinen und der Ica in Verbindung zu treten. Scheinkin bemerkt in Ergänzung des Berichtes des A.-C., dass in Odessa für die Heranbildung der Jugend durch Errichtung von Schulen sehr viel gethan worden sei.

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