Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 4 (1900)
- Issue
- 5 (2.2.1900)
- Article
- Corso in Solokow
- Date
- 1900-02-02
- Page
- 15 (sequence 3)
- Language
- German
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Ni. 5 „Die $c Weif Seite' 1* Alle Augen, soviele ihrer waren, auf der Strasse und zu beiden Seiten auf defi BSnkeri,1 richteten sich missgünstig auf sie. Sie fühlte dies und sie wusste auch, dass der eine oder der andere manche spottgetränkte Bemerkung über sie losliess. Sie aber schwieg, blickte gerade und stolz vor sich und presste ihre Lippen trotzig und verächtlich aneinander. Sie hasste diese Barbaren, welche keine Ahnung von den Bedürfnissen eines „aufgeklärten Mädchens von der heutigen Welt" besassen. Sie hatte viele Romane gelesen und auch mündlich manches von den wenigen Handlungsreisen ilen, die hierher verschlagen wurden, erfahren: und so lag in ihrem Bewusstsein eine dunkle Vorstellung von einer fernen, glänzenden Welt, in der galante Herren ihren parfümierten Schnurrbart drehen und Complimente machen, in der Damen von feiner Lebensart lächeln, kokettieren und schmollen (wie gut würde sie kokettieren und schmollen können!), in der Mann und Weib zusammen tanzen, wo Walzerklänge rauschen und wo man sich endlich wirklich und wahrhaftig liebt — und sie fühlte, dass ihr Talent in diesem Sumpfboden kläglich verdorre. „Ach! Ich bin nur für die Grossstadt!* pflegte sie sentimental auszurufen und dachte voll Neid an ihre Freundin, welche nach C. übersiedelt war und in ihren Briefen fortwährend versicherte, wie gut man sich daselbst „amüsiere*. Es seien lauter „amüsante Herren", einer gewissermassen „amüsanter" als der andere, und man sei geradezu in Verlegenheit, in welchen man sich zu verlieben habe. Sie aber konnte nur mit Seufzern über ihr verfehltes, ödes Dasein erwidern und mit Klagen, die sie entweder aus Schiller oder aus einem Briefsteller zog, und der Refrain all ihrer Lamentationen lautete unaufhörlich: Sage dort, dass hier ein Mädchen einsam trauert uud . sich sehnt nach „amüsanten Herren". Dicht hinter ihr schritten zwei elegant aufgeputzte Bursche- Es waren Schneidergesellen, die sich erst seit kurzem in Solokow befanden und die von einem vielbeschäftigten Damenschneider aus einer grösseren Stadt bezogen waren. Sie hatten kunstvoll aufgezwirbelte Schnurrbarte, welche von ausserordentlichem Fleisse zeugten, gestickte Hemden und schillernde Seidencravaten, einer trug in der Hand ein Paar Glaces aus gelbem Leder. Ihre iteden stachen allerdings grell von ihremäusseren Aufzuge ab; es war der unverfälschte Jargon von der „hintern Gasse", aber immerhin repräsentierten sie eine Art Europäerthum in dieser Stadt, und so hielten sie sich für berechtigt, bei diesem Mädchen anzuklopfen. Die Manieren derselben gefielen ihnen. Sie hatten sich gleich von Anfang an zu ihr hingezogen gefühlt und nun schwärmten sie um sie, wie die Motten um das Licht, obwohl sie sie ihrerseits gar nicht beachtete: denn sie brauchte einen Mann mit „Bildung", d. h. einen, der imstande wäre, einen eleganten Liebesbrief zu schreiben und geschmackvolle Stammbuchverse aus dem Aeimel zu schütteln. (Schluss folgt.) Geldsendungen können in recommandierten Briefen erfolgen. Es wird Papiergeld aller Staaten angenommen. Anstatt kleiner Münze können Briefmarken beigeschlossen werden. Verschiedene Nummern des Jahrganges 1899 können zur Propaganda an Vereine gegen blosse Entrichtung des Portos abgegeben werden. — Porto für Oesterreich und Deutschland für 5 Kilo Kronen 0.60 Serbien ., 5 ., „ 1. — Russland ,, 2 „ „ 2.— Rumänien „ 5 „ „ 1.25 England 5 „ ,. 2.35 Irland „ 5 „ „ 2.60 Vom Neujahr 1900 an haben wir dem Verlage „Tuschijah" in Warschau unsere Vertretung für Russland übergeben. Die demnächst zur Ausgabe gelangende Agitations- Nummer (deutsch) wird nur gegen Voreinsendung des Betrages abgegeben. njn j$s npötro pößrs-Krr tarsn? pbtt -yjapK irr /fi&jm «rrssner^ pflsr^iaran TTtijrrin im pnbjmrr irr pmaoiMpia ♦sn*cD*)K-pre? Briefkasten. L. S., Bern. Wir nennen Ihnen „Jüdische Chronit" von Dr. A. Kurrein, Teplitz, Böhmen. Juda und Israel. Hübsch empfunden, aber viele formelle Mängel; leider nicht geeignet. D. B., Darabani. Leider nicht geeignet. M. F. Petrikau. Besten Dank für die freundliche Mittheilung. Wir haben darüber schon berichtet. Ad, M., Jaroslau. Wenden Sie sich vielleicht an die Buchhandlung J. Kauffmann in Frankfurt a. M. Briefkasten der Administration. Unser Jargonblatt1 circuliert in Rassich-Polen noch nicht, weil die Erlaubnis hierzu aus Petersburg noch nicht eingelangt ist. In Petersburg wurde es bereits am 12. v. M. freigegeben und circuliert auch in ganz Russland, Russisch-Polen ausgenommen. Aus Russland kommen auffällig viele Reclamationen, dass sowohr Exemplare der deutschen Ausgabe, als auch der Jargon- Ausgabe der „Welt" nicht eingetroffen sind, dass z. B. Nr. 3 der Jargon-Ausgabe und Nr. 2 und 3 der deutschen Ausgabe richtig einlangten, während Nr. I und 2 der Jargon-Ausgabe und Nr. I der deutschen Ausgabe noch ausstehen. Wir haben regelmässig expediert, es können daher die fehlenden Exemplare nur noch bei der Censur liegen. Wir bitten, nach Ablauf einer kürzeren Zeit die fehlenden Exemplare unter genauer Angabe der Nummer und der Ausgabe — ob deutsch oder Jargon — bei uns zu reclamieren. Herr Ingenieur K e s s 1 e r aus Johannesburg wird ersucht, seine Adresse dem Secretariate des Congressbureaus bekanntzugeben. ♦jjuarpÄn ,122^22 fjrsrbsnNSs -ipr-K MibTä-ir ps Dxbn vdv .i&ibiß D:?s"ijrn D?:"a warn ojn nnsöbjrfi psn^sT □sn Mia'MnnsrjVnp irr MostbanpS -p» yx jnra Eperies JJH^XKfctf JJH fSTCHlX p&bvz ,Scsavnik DSHK2 -D"1K p:sH JW^IMPSB^ f pr'Ö ,pXj:iS* p$ Bartfeld -t:iX y?i»ö DwnngrnnpB yc BDsSsron yx djh ,j3»p*issnx -:iä>%: mb*n yynsxwffbbi^ ]n*b aiörBsw^m "t:ik -2U$a "urr^ -pa ts-isn -isn$a xn yni im ,j»*n jjn yx .]:xp jmä-ijr aynstfs» jsr^aaxpbSsä nix \?z-b ojnrK ^xE^KBin op» ]wx -p» ta^sn zbb*£~v -vsDzvz^bi ]?~t:?i"b jyr'e \vbbx s-iamp jsnjn yx ED2S377 yx xi ^npäaaj? pasa-ian d'&ix \züüx: "212 DX1 ,KT ,£2Xn ■ B35?i?137D,,B Hl^VT ")SH "l?131S?n \vbbymp 'i n&Dbw ,>"p:jnp ijnr ,ta:«iw "p^a^ar -s?a .Tm "rriiya fpaBxpSSxä »aaTiss:: scsavnik --isnaiim fpin T1* iödkö na-imD3j7lTOssep dd?i:^ is^npisnp prisn^e xh vBibpixi dxi ,a-i$-np »ISTWT" in "i3iss tD"PDDsna Dbxzn "Diartrasjcna Tis |msn3$? ,22^-irsnsp oxbn OD-: a-isp ]vp:x-\p -aar»« fjn3j?:»m$B"i3?n \r$& ,]2Exbn& asraiw wbd-s -'öya ein 2s a-isnip -iswh Tin ypD^ts-s^aisp ]?2*b ^mjasas? pbbwp -is?r-T DPöbxnj?: snajci 32arbwüwi2 nzix v^pnxzpixi uri cns t:is -bmp prorr p« ]VDD*:viDzy2rb: piirrb jyr"o -ps k*ti ysns-a ix Tis? -pb-isryr i3iK p2*n is mb'*n m»i b^nais tö ♦i:iPD,,t' »)Dr ,|^J7^ixD■,,: