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Die Welt · 1898-09-09 · 36 (9.9.1898) · p. 13

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Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
36 (9.9.1898)
Article
Referat von Leo Mozkin über Palästina
Date
1898-09-09
Page
13 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 36 Seite 13 verfügt, aber mit Energie den Gedanken des Landlebens und der Landarbeit propagiert. Das ist einer der besten Erfolge der bisherigen Colonisation. So sind wir denn zu demjenigen Thema gelangt, das wohl diese Veifammlung in meinem Vortrag am meisten interessiert, zur Colonisation Palästinas und ihren bisherigen Erfolgen. Was haben die Juden durch die Colonisation erreicht? Zunächst Statistisches über den Besitz von Land in den Händen der Juden. I. In Jehudah (Paschalyk Jerusalem). 1. MÄweh-Jsrael, Ackerbauschule der All. Isr. . . 2.600 Dun. 2. Rischon-Lezion, zum großen Theile von Rothschild unterstützt. 6.800 „ 3. Waad-el-Hanin, unabhängig, jetzt von der.7. C. A. unterstützt. 1.800 „ 4. Rehoboth, unabhängig, jetzt einige Colonisten von der J. C. A. unterstützt. 10.500 „ 5. Ekron, von R. unterstützt. 4.090 6. Gedera (Katra), unabhängig. 3.4' 0 7. Beir-Tobia (Kastinie) von „Chov. Z.~ unterstützt 5.62s „ 8. Artous, unabhängig. 5.000 „ 9. Moza, von „Bne-Brith" unterstützt. 650 „ In Summa . . . 40.468 Dun. II. Samaria (Paschalik I. von St. Jean d'Acre) Kaimakam Chaifa. 10. Pethach-Tikwah, theilweise von R. unterstützt 13.850 Dun. 11 Kaf v-Laba, im Privatbesitz. 7.500 „ 12. Hederah, unabhängig, theilweise R. 29.880 „ von R. unterstützt | J- 20.000 Eigenthum von R. i Jnsgesammt . . . 71.230 Dun. III. Ober-Galiläa (Paschalik I. von St. Jean d'Acre) Kaimakam Saffed. 18. Rosch-Pina, von R. unterstützt.14.0;o Tun. 19. Ain-Zetun, früher ,.Dorsche-Zion;-. 5.600 20. Mischmar-Hajarden, von der...I. C. A." unterstützt 2.3so 21. Jessod-Hamaaleh, von R. gestützt.12.500 22. Meron, im Privatbesitz. 2.000 23. Mahanaim, künftige Colonie von ..Ahaw. Zi<m" 8.500 „ 24. Sedjera und Umgebung, Privatbesitz.27.0oo 25. Mtella, von R. gestützt. 12,000 „ Jnsgesammt . . . 83.980 Dun. 13. Sichron-Jakob 14. Em-el-Djemal 15. Scheweja 16. Tantourah ehem. Glasfabrik IV. Transj ordanien (Vilajet Damaskus, Haurani. 26. Bene Jehuda — Londoner A'hov. Zion~ . . . 3.5,00 Tun. 27. Sahem-Djalan — Besitz von R.30.,; 10 „ 28. Besitz der „Chcnvewe-Zion” von New-Iork . . 8.noo 29 „ einer rumänischen Gesellschaft.10.009 39. „ „ Gesellschaft von Montreal .... 4.'>00 31. „ „ „ „ Chicago. 2.500 32. „ „ „ „ Jekaterinoslav . . . 14.000 Jnsgesammt . . . 72.6,!0 Dun. Also in ganz Palästina 268.278 Dun. d. h. etwa. 25.000 Hectar. Was die Zahl der Einwohner in den Colonien anbelangt, so vertheilt sie sich folgendermaßen: 1. 1. Mikweh Israel (etwa) .... 225 2. Rischon-Lezion.531 3. Wad-el-Ehanin.121 4. Rechowoth.281 5. Ekron.150 6. Katra. 69 7. Artouf. 28 8. Kastinje.1*'5 9. Moza . . .._._15 _ Zusammen . . . 1525 T. 1. Petach-Tikwa.802 2. Hedöra. 153, 3. Sichron-Jacob.870 4. Em-cl-Djemel. 98 5. Scheweja ..11" Zusammen. . . 2033 UI. Rosch-Pina (etwa).315 Jessod-Ham. (etwa).100 Mis chmär-Hajarden.93 En Lebuni.51 Mtella ....... — 233 Zusammen . . . 792 Jnsgesammt 4350 Einwohner. Selbst wenn man annimmt, dass die Zahlen von Rosch-Pina, Jessod-Hamaleh, Mikweh, die nicht genau sind, sich als etwas größer erweisen könnten und noch die 20 jüdischen Familien von Pekiin, die 13 von Schis-Amon, 2 von Jericho hinzuzählt, so dürste sich doch die Zahl der jüdischen Einwohner der Colonien auf nicht mehr als 5000 belaufen. Im ganzen wohnen demnach in Palästina etwas mehr als 50.000 Fuden. Die meisten jüdischen Colonien üben durch ihr Aeußeres auf den Besucher einen ungemein günstigen Eindruck aus. Kaum vorzustellen ist die Differenz zwischen einem arabischen Dorfe mit den eng nebeneinander ausgebauten Lehmhütten und einem jüdischen mit den schmucken Häuschen, den breiten Straßen oder Alleen, den zahllosen Eucalyptusbäumen und großartigen Anlagen. Wer sich da auf dem Wege zwischen Scheweja, Em-el Djcmal und der Muttercolonie Sichron-Jakob befindet, den überkommt oft das Gefühl innerster Befriedigung. Und ich muss es gestehen, dass mein Herz vor Freude pochte, als ich durch die wunderschöne, wahrhaft ländliche Colonie Rischon-Lezion wanderte und die eoloffalen Weinpflanzungen betrachtete. Aber ich will schon gar nicht von den reichen Ansiedelungen reden, auch die anderen — mit Ausnahme weniger — wirken wohlthuend; man braucht nur gegen Abend dem Dörfchen Kastinie sich zu nähern, um dies zu empfinden. Sie sind fast alle schön oder angenehm, bald in der Nähe des Meeres oder der Berge gelegen, von der hellleuchtenden palästinensischen Sonne oder den funkelnden Sternen herrlich beleuchtet. So während der ungünstigen Zeit meiner Reise, da alles durch die brennende Sonne vertrocknet ist, da ganze Gebiete kahl aussehen. Um wie viel schöner muss es im Frühling sein! Das war das -Erfreulichste an den Colonien, wenigstens blieben die Eindrücke, um mich präciser auszudrücken, unangetastet. Anders war es, als ich nach den anderen Verhältnissen zu forschen begann. Die Nächstliegende Frage war: Wie steht es um den materiellen Zustand der Colonien, ihre Aussichten, ihre Sicherheit? Außer den ungefähr 300 Arbeiterfamilien gibt es in den 18? bewohnten Colonien 000 Colonistenfamilien mit 2838 Seelen. Von diesen sind 390 Familien mit rund 1000 Seelen unter der Leitung der Rothschild'scheu Administration, 8 Colonien (Sichron-Jakob, Scheweja, Emel-Djema, Rosch-Pinach, Jessod-Hamaaleh, Ain-Setun, Mtella und Ekron! vollständig und 2 (Peihach-Tikwa, Rischon-Lezion) theilweise. Nur ein geringer Bruchtheil iff bislang in der Lage, ohne directe Monatsstütze auszukommen. So erhalten viele Familien bereits 15 Jahre jahraus, jahrein ihre Subventionen. Es ist bekannt, dass die Colonisten anfangs fast ausnahmslos sich auf den Ackerbau geworfen und nur allmählich zum Weinbau übergegangen sind. Gegenwärtig allerdings beschäftigt sich der allergrößte Theil der Colonisten mit Weinzuchl oder mit Baumpflanzungen (Oliven, Mandeln, Esrogim, Orangen :c.), während nur ein kleiner Theil Ackerbau treibt, so vollständig in Kastinie und Artouf, theilweise in Katra, (Chederah) u. A. Diesem Zustand ist es zuzuschreiben, dass gegenwärtig die ganze Zukunft der Colonien in materieller Hinsicht auf dem Spiele steht. Wird der Wein sich den Weltmarkt erobern? Die gewaltigen Weinkeller von Rischon-Lezion nnd Sichron-Jakob sind voll, aber der Wein hat keinen Absatz. Noch nicht 20 Percent

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