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Die Welt · 1898-09-02 · 35 (2.9.1898) · p. 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
35 (2.9.1898)
Article
III. Congreßtag
Date
1898-09-02
Page
22 (sequence 4)
Language
German
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Sette 22 Nr. 35 Mozkin spricht sich dafür aus, dass die Bank ihre Thätigkeit nicht nur auf Palästina und Syrien beschränke. Dann stellt er den Antrag, es sollen in das zu wählende Bankcomitö nicht nur Banquiers gewählt werden. Dr. M e n c z e l beantragt, dass die Bank ihre Thätigkeit im Orient nur auf jene Länder ausdehne, die mit Syrien und Palästina in Handelsbeziehungen stehen. Dr. Farbstein spricht sich dagegen aus, dass das finanzielle Instrument des Zionismus auf Actien anfgebaut werde. Er spricht sich fernerhin dafür aus, dass die Gründung der Bank für einen späteren Zeitpunkt verschoben werde. Berger spricht sich für den wohldurchdachten Entwurf der Bankcommiffion aus. Schauer erklärt,' es werde ihm wohl niemand den Borwurf machen können, dass er das Volk nicht liebe. Nicbtsdestoweniger aber müffe er sich doch dagegen aussprcchen, dass man das genossenschaftliche Princip bei der Bankgründung in Anwendung bringe; es sei keine Gefahr vorhanden, dass die Bank dazu verwendet werden könnte, um unwürdige Geschäfte zu betreiben, das wäre gegen die Grundsätze des Zionismus. Kohan-Bernstein spricht sich für den Entwurf des Bankcomites aus, indem er darauf hinweist, dass die Namen unserer Führer, von denen die Gründung der Bank ausgehe, uns dafür bürgen, dass das Unternehmen zum Wohle des jüdischen Volkes und des Zionismus geführt werde. Durch die Annahme des Entwurfes müsie unfern Führern und hauptsächlich Herrn Dr. Herzl das Vertrauen ausgesprochen werden. Syrkin spricht sich für das Genoffenschafts-Princip in der Bankfrage aus. Dr. Salz erklärt, dass er Anhänger der Bank sei, und dass er wünsche, sie möge so bald als möglich zustande kommen. Doch spricht er sich gegen § 2 der von der Bankconferenz vorgeschlagenen Resolution aus. Er sei dagegen, dass die Bank sich vorläufig in rentable Unternehmungen einlafse. Er ist für die Streichung dieses Paragraphen. Weiterhin wendet sich Redner gegen den Ausdruck „Orient" irt § 1 der Resolution. Er beantragt dafür Palästina und Syrien. Das Wort ^vorläufig" in § 2 scheint ihm nicht -genügend präcisiert. Es wird der Antrag auf Wahl von Generalreduern für und gegen deu.Entwurf gestellt. Als Generälredner eootra wird Herr Bambus gewählt, als Generalredner pro Herr Dr. Alexander Marmorek. Herr Willy Bambus spricht sein volles Vertrauen dem Bankcomitö aus. Jedoch beantragt er, endgiltige Beschlüffe auf spätere Gelegenheit zu verschieben. Herr Alexander Marmorek als Generalredner pro cvnstatiert, dass auch die Minorität nicht im Princip gegen die Colonialbank sei. Hierauf weist er die Bedenken Sy rkins zurück. Daun wendet sich Redner gegen die Einwürfe des Herrn Dr. Salz. Die Bank würde sich gewiss nie in unwürdige Geschäfte einlassen.' Es wäre sehr unpraktisch, eine so hohe Geldsumme als todtes Capital in dem Kasten liegen zu lassen. Redner widerlegt die Bedenken hinsichtlich des Ausdruckes Orient in Punkt 1) des Entwurfes, spricht sich dagegen aus, der Bank ein eng begrenztes Arbeitsfeld, wie es in dem Anträge: „Palästina und Syrien" vorliege, zuzuweisen. Dies wäre ein großer Fehler vom geschäftlichen Standpunkte aus. Es sei nicht opportun, die Gründung der Bank in die Länge zu ziehen. Die Bank sei ein Bedürfnis und müsie sobald als möglich realisiert werden. Ein Verzug bedeute Schaden. Die Gründung der Bank sei eine Kraftprobe des Zionismus. Er spreche sich für die Annahme des Projectes aus. Präsident: Die Herren Vorredner, welche Herrn Marmorek gewählt haben, wünschen, dass in den Absatz 1 des § 1 hineinkomme: „insbesondere in Palästina und Syrien." Ebenso im 2. Absatz: „insbesondere in Palästina und Syrien." Ich bemerke, dass eine ganze Reche von Anträgen ungefähr denselben Inhalt hat. Auch bei Herrn Bambus handelt es sich um Palästina. Ich will die Anträge nicht zur Verlesung bringen. Referent Doctor Bodenheimer: Die Bankconferenz hat die Ueberzeugung erlangt, dass es ihr unmöglich ist, die Bank zu begründen, wenn es chr nicht erstens möglich ist. ein Comite vorzuschlagen, zweitens leitende Grundsätze aufzustellen. Das Comite muss in der Lage sein, zu wisien, wie weit seine Verantwortlichkett geht. Das Bankcomite, das Sie wählen werden, ist dem Congress verantwortlich, und was es jetzt thun wird, das wird es mit dem Bewusstsein thun, dass die Verantwortung eine große und eine schwere ist. Redner beruft sich ans die Autorität von Fachleuten, welche dem Entwürfe der Bank ihre volle Anerkennung ausgesprochen haben und liest diesbezügliche Schriftstücke vor. Es erfolgen'eine Anzahl von Anftagen. Dann erfolgt die Abstimmung über die erste Resolution der Bankconferenz. Sie wird einstimmig angenommen. Als Ergänzungen zur Personenliste der zweiten Resolution werden mehrere Namen vorgeschlagen, darunter Bodenheimer und Mister Bentwich. Beide erklären, wegen Ueberbürdung mit Berufsgeschäften ablehnen zu müssen. Im übrigen erklärt der Präsident, dass nach dem Entwurf eine Cooptierung zulässig und der Erweiterung der Commission weiter Spielraum gelassen sei. Es erfolgt die Abstimmung en bloc über die zweite Resolution. Die zweite Resolution wird mit allen gegen 6 Stimmen angenommen. Herr D. W o l f f s o h n, der Vorsitzende des Bankcomites, theilt allen denen, welche sich mit Anfragen an dasselbe gewendet haben, mit, dass er erst nach Ablauf von 14 Tagen in der Lage sein wird, Anftagen zu beantworten; dieselben sind in so großer Anzahl eingelaufen, dass die Durchsicht und geschäftsmäßige Erledigung mindestens diese Zeit in Anspruch nehmen wird. (Schluss der Sitzung.) (Abend sitzung.) Der Präsident eröffnet die Sitzung und verliest den wetteren bisher geordneten Einlauf. Hierauf wird die Colonisationsdebatte fortgesetzt. Herr E. W. Rabbino witsch aus London erhält das Wort. Er verlangt die Verlesung der Anträge der Colonisations-Commission. Nachdem Dr. Mintz diesem Verlangen entsprochen hat, fährt Herr Rabbinowitsch in seiner Rede fort. Er begrüßt die Resolution der Commission aufs wärmste. Die Colonisationsvereine widmen dem Congresse ihre ganze Sympathie. Die beiden Richtungen im Zionismus haben sich sehr fteundlich am Congresse vertragen. Die Verschmelzung der Colonisationsvereine mit den Zionisten rein politischer Observanz halte er aber gleichwohl für verfrüht. Erst wenn das Actionscomitö in colonisatorischer Beziehung Erfolge errungen haben werde, können die Colonisationsvereine ihre separate, abwartende Stellung aufgeben. Nach ihm ergreift Herr S e p h das Wort. Er spricht russisch, setzt aber dann auf Wunsch der Versammlung deutsch fort. Er wendet sich in sehr energischer Weise gegen die Colonisation ohne die Garantie der öffentlichen Rechte. Aber er wird eine autonome Gemeinschaft in einem anderen Lande sehr gerne sehen, weil das dem Zionismus nur nützen kann. Dr. Menczel (Czernowitz) wendet sich gegen die alte praktische Colonisation. Das politische Programm ist für das Volk viel sympathischer. Bambus wendet sich^ gegen den Ausdruck schmuggeln, den Dr. Menczel gebraucht hat. Nur die Masseneinwanderung ist verboten. Bambus tritt auf das schärfste für Colonisation und Jnfilttation ein. Es sei auch nicht wahr, dass Misswirtschaft der Beamten statthabe. Dafür bringt er Beispiele. Die Colonisation ist eine für uns sehr wertvolle

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