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Die Welt · 1898-07-22 · 29 (22.7.1898) · p. 8

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Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
29 (22.7.1898)
Article
[Ohne Titel]
Date
1898-07-22
Page
8 (sequence 3)
Language
German
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Seite 8 J*£Wd? Nr. 29. F. Schreyer), Dux (Herr Dr. A. Fisch I), Brünn (Herr Dr. Schreper), Olmütz (Herr Oberingenieur L a u), Horazdowitz (Herr Rabbiner M. Fried mann), Balasfalva (Herr Dr. Ronay Jonas), Also Kubin (Herr Adolf Szilagy) und mehrere Andere. Ueber mehrfache Anfragen wird den geehrten Gesinnungsgenossen, welche die Sammlungen von Zeichnungen leiten, mitgetheilt, dass es wohl sehr erwünscht ist, die vorläustgen Resultate der bisherigen Zeichnungen bis anfangs August überblicken zu können, dass jedoch die Sammlungen durch den Zusammentritt der Banquier-Conferenz keinen Abschluss zu finden haben, sondern im Gegentheil insolange fortzusetzen sind, bis das officielle Gründungscomitö die weitere Subscriptionsbesorgung selbst in die Hand nehmen wird. Mehrere Zeichner haben die Anzahlungsbeträge an die Firma I. & A. Brecher eingeschickt, jedoch die unterschriebenen Scheine bei sich behalten. Das beruht auf einem Missverständnisie. Die gefertigten Subscriptionsscheine sind für Oesterreich-Ungarn an den oberwähnten Bankreferenten einzusenden, welcher dieselben für das Kölner Comitö zu ordnen und diesem abzuführen hat. Die Herren Zeichner erhalten die Bestätigung über die eingezahlten Beträge seitens der genannten Depotstelle durch den Bankreferenten zugesendet, welche Bestätigungen als Beleg in ihren Händen verbleiben. Da noch immer ziemlich viele Zionsvereine zur Einleitung von Subfcriptions-Sammlungeu sich nicht gemeldet haben, werden dieselben ersucht, durch ihre Herren Obmänner und Functionäre sich an - Herrn Dr. Leopold Kahn, Hof- und Gerichtsadvocat, Wien, II., Obere Dvnauftraße 47, um Justructioneu, Prospecte und Scheine zu wenden. äs. Tribüne. Die zionistischen Studentenvereine von Zürich und Bern versenden folgenden Aufruf: An die jüdische akademische Jugend! Die jüdische Nation steht jetzt vor einem wichtigen Moment ihrer Geschichte. Die Judenheit aller Länder, welche überall geächtet und geschändet, gehetzt und entwürdigt wird, hat sich zu einem gewaltigen Protest erhoben und ist sich zum erstenmal in ihrer "vieltausendjährigen Geschichte des Leidens und der Noth bewusst geworden. Die nationale Organisation der gesammten Judenheit und die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstärte für die von Land zu Land gehetzten und wiederum in die Mauern des Ghettos gejagten Juden — das ist das große Erlösungswort, welches die moderne Judenheit ausgerufen hat Und dieser Ruf nach Freiheit und Selbständigkeit, nach Ehre und Würde hat überall, wo die Juden zerstreut sind, Anklang gesunden. Es ist nun die sittliche Pflicht der Intelligenz eines im Ringen nach Selbständigkeit und nach einer höheren Gestaltung des Lebens begriffenen Volkes, die Vorkämpferin seiner Freiheit zu sein. Auf dem Judenvolke lastet aber der tausendfältige Fluch, dass seine Intelligenz ihm untreu ist, und an seinen Leiden und Schmerzen gleichgiltig vorübergeht. Keine Intelligenz hat je einen so offenen Verrath am eigenen Volke geübt, wie die jüdischen Assimilanten. Die Verachtung und Verhöhnung, der Spott und die Demüthigung, welche ihnen von nichtjüdischer Seite ständig zutheil werden, gehen an ihnen wirkungslos vorüber. Die jüdischen Protesttheologen, welche unbewusst oder bewusst im Dienste der jüdischen Börse stehen, spinnen die Lüge aus, die Juden seien keine Nation und dürfen es auch nicht sein, weil sie die Mission haben, den Monotheismus in der Welt zu verbreiten. Dieser der Wirklichkeit widersprechende, in die Rümpelkammer der veralteten Theologie und des philosophischen Schwindels gehörende Gedanke ist viel zu albern, als dass er noch ernst discutiert werden könnte. Er klingt nur noch wie ein Hohn der wenigen satten Juden über das Elend und den Jammer der Gesammtheit. Ein anderer Theil der jüdischen Intelligenz verschanzt sich hinter dem Socialismus, um seinen Jndifferentismus gegen das eigene Voll zu beschönigen. Wann und wo aber haben die L-ocialisten aus den Principien des Socialismus die Gleichgiltigkeit gegen die Noth und Schmach des eigenen Volkes abgeleitet? — Ter Assimilations-Jude bringt es aber fertig. Keine Bewegung stellt sich der Befreiung der unterdrückten Völker so freundlich gegenüber, wie der Socialismus; die Selbstbestimmung der unterdrückten Nationen, die Gleichberechtigung derselben ist sein oberster Grundsatz. In dem zum Protest gegen alle Unfreiheit mahnenden Socialismus die Begründung für die Sclaverei und die Resignation der Juden zu suchen, ist nur noch eine Verleumdung dieser großen Bewegung. Sclavische Gesinnung und Armut des Gemüths — Folgen unserer tausendjährigen Knechtschaft — haben die jüdische Intelligenz für die Noth der eigenen Nation stumpf und unzugänglich gemacht. Dies beklagt die zionistische Intelligenz aufrichtig und innig: nicht weniger beklagt sie, dass große und erhabene Ideale von den Juden verunglimpft und verzerrt werden, um den Jndifferentismus gegen die eigene Nation zu decken. Um die jüdische Assimilation in allen ihren Formen zu bekämpfen und die Befreiungsidee innerhalb der akademischen Jugend erfolgreicher zu propagieren, haben die zionistischen Studenten und Akademller den Beschluss gefasst, unmittelbar nach den Tagen des Zionisten-Congreffes in Basel daselbst ihrerseits einen allgemeinen Studententag abzuhalten und einen zionistischen Studentenverband zu begründen. Der Zweck des Studententages besteht darin, ein Bild der zionistischen Studentenbewegung in der ganzen Welt zu geben, sowie die theoretischen Fragen des Zionismus zur Discuffion zu bringen. Den Freunden soll dadurch Anregung und Aufklärung gebracht, den Gegnern die Gelegenheit geboten werden, ihre Gegnerschaft zu begründen. Der zionistische Studentenverband soll den Zweck haben, die zionistische Propaganda innerhalb der akademischen Jugend durch materielle und moralische Unterstützung junger Vereine, durch das Hinausschicken von Wanderrednern, sowie durch die Herausgabe von Agitationsschriften zu fördern. Der Studentenverband soll sich ferner mit der jüdischen Vollsausklärung befaffen und Licht und Wissen in die dunklen Schichten der jüdischen Nation zu bringen suchen. Bei Kundgebungen, Demonstrationen und gemeinschaftlicher Bethätigung nach Außen, erhebt sich die zionistische Studentenschaft kraft des Verbandes zu einer ansehnlichen Macht. Der Studententag zerfallt in einen allg eme inen Studententag und einen Delegiertentag. Zum allgemeinen Studententag haben sämmtliche Studenten Zutritt. Der Delegiertentag befasst sich mit der Gründung des Studentenverbandes und setzt die praktische Thätigkeit für die nächste Zeit fest. An diesem haben beschließende Stimme nur die Delegierten der akademischzionistischen Vereine. Die bedeutendsten akademisch-zionistischen Vereine haben ihre Betheiligung am Studententag zugesagt. Es ist die Anordnung getroffen worden, dass jeder Verein einen Delegierten schicken kann: bei einer größeren Zahl als 20 Mitglieder hat jeder Verein das Recht, für je 20 Mitglieder einen weiteren Delegierten zu schicken. Bei der Kürze der Zeit ist es von großer Wichtigkeit, die Wahlen jetzt schon vorzunehmen. Die Tagesordnung, sowie der Entwurf der Statuten des Studentenverbandes werden von .uns durch einen baldigen Aufruf den Vereinen mitgethellt werden. Und nun auf, jüdische akademische Jugend, nach dem Orte, wohin die Vertreter der Nation zuiammenkommen, um die Judenheit zur Ehre zu bringen. Möge die jüdische akademische Jugend dem jüdischen Befreiungswerk nicht fern stehen! Auf, jüdische Jugend, zum allgemeinen Studententag nach Basel! Verein jüdischer Studierender „Hessiana" Zürich. Akademischer Zionisten-Verein Bern NB. Alle diejenigen Vereine, in deren Hände unsere früheren Aufrufe nicht gelangt sind, werden gebeten, auf diesem Wege von diesem Unternehmen Kenntnis zu nehmen und ihre Stellung uns baldigst mittheilen zu wollen. Etwaige Vorschläge bezüglich der Tagesordnung des allgemeinen Studententages werden mit Dank entgegengenommen; die Herren, welche über gewisse Fragen Referate abhalten möchten, pnd ersucht, uns möglichst bald davon Mittheilung zu machen. Das Korrespondenzbureau des Studententages hat seinen Sitz im Verein „Hessiana" Zürich. Adresse: E. Weintraub, Zürich, Eidgenössisches Ehemiegebäude. Für die geplünderte» galizischen Juden sind Herrn Dr. Alexander Mintz bis 19. Juli zugekommen: Von Dr. R. Propper, Morchenstern, als Ergebnis einer Sammlung (H. S ch ö n b e ck 2 fl., H. T a u s s i g 1 fl., Fr. I. P r o p p e r 1 fl., H. Dr. P r o p p e r 3 fl.) 7 fl.: Sam. Abr. Häufler Kofsor 50 kr.; Dr. Friedrich Mintz 5 fl.; von einem jüdischen Studenten in Berlin als Ergebnis einer Sammlung (Rechtsanwalt Volkmar 3 Mk., Cantor Gretz 50 Pf., Maler Struck 50 Pf., stuck. I.

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