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Die Welt · 1914-07-24 · 30 (24.7.1914) · p. 780

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
30 (24.7.1914)
Article
Die Nationalfonds-Eingänge des ersten Halbjahres 1914
Date
1914-07-24
Page
780 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 30 780 ■ -= OfE^ygLT Vergleiche zieht, die „Baumspende“ und die ^Sammelbüchsen“. — Die südslavischen Länder haben einen kleinen Rückgang zu verzeichnen, den wir jedoch einstweilen als eine vorübergehende Erscheinung ansehen dürfen. — Es fällt auf, daß Holland seiner Tradition, ein ständiges Wachstum der N.-F.-Eingänge zu demonstrieren, untreu geworden ist. Wir erklären uns das damit, daß die Tätigkeit unserer niederländischen Freunde sich seit Monaten auf die zweckmäßige Vorbereitung der Blumentage konzentriert hat, weshalb die übrige N.-F.-Arbeit ein wenig vernachläßigt worden ist. Die Resultate der Blumentage selbst sind aber noch nicht vollständig in der vorliegenden Statistik inbegriffen. Mit Ausnahme der Sammelbüchsen sind in Holland die Einkünfte aus allen Sammelmitteln nicht unwesentlich zurückgegangen, und es wird noch näher zu untersuchen sein, wie diesem Rückgänge wirksam entgegengearbeitet werden könnte. — Die vermehrten Zuwendungen aus Griechenland sind erfreulich, sind aber mit der Ausdehnung des griechischen Staates (Saloniki usw.) in Zusammenhang zu bringen. Angenehm berühren auch die Mehreinnahmen in Argentinien, Bulgarien, der Schweiz, Aegypten, Italien, Brasilien und Serbien, wo sich überall die wachsenden Erfolge der hingebungsvollen Arbeit unserer Freunde zahlenmäßig ausdrüCken. Weniger befriedigend sind d e Erträge bei Ostasien, Australien, Schweden, Dänemark und vor allem bei Frankreich, wo früher weit mehr für den N.-F. geleistet worden ist. Die Büchseneingänge Frankreichs sind winzig, und auch die übrigen Sammelgelegenheiten stehen absolut nicht mit dem Erreichbaren in Einklang. Tabelle II. I. Halbjahr 1914 JC. 1. Halbjahr 1913 JL 1. Allgemeine Spenden . . . 88937,57 59677,55 2. Sammelbüchsen. 79822,10 56 103,13 3- Goldenes Buch .... 53843,80 43946,64 4. Baumspende. 46762,18 34 892,79 5. Arbeiterheimstätten .... 44345,57 116604,96 6. N. F.-Marken. 20756,82 9459,48 7. Landspenden . 10776,83 11 454,68 8- Sammelbogen. 9 591,41 4 367,54 9 Selbstbesteuerung .... 8 166,73 5972,88 10. Telegramme . '. 3535,- 638,22 11. Postwertzeichen u.Matcrialien 354,08 319,91 12. D. u. F. Wolffsohn-Stiftung 66,39 779,40 Bei Verteilung der Spenden über die einzelnen Summe 1 m i 11 e 1 fällt vor allem der starke Rückgang der Spenden für Arbeiterheimstätten (44 000 M. gegen 116 000 M.) unangenehm auf. Es zeigt sich, daß die Anstrengungen unserer Vertrauensmänner, die im vorigen Jahre mit allen Kräften für Arbeiterhausspenden agitierten, nachgelassen haben. Es ist dies um so bedauerlicher, als einerseits die Einwanderung der jemenitischen Juden nach Palästina noch immer anhält und die N.-F.-Verwaltung zwingt, mehr Arbeiterhäuser zu errichten, als ursprünglich in Aussicht genommen war. Andererseits zeigt sich immer mehr die Notwendigkeit, auch den aschkenasischen Arbeitern durch Haus und Garten die Ansiedlung und Familiengründung zu ermöglichen. Es muß unserer Ueberzeugung nach bei wirklich ernsten Bemühungen gelingen, noch zahlreiche wohlhabende Juden, die unserem Kolonisationswerk Interesse entgegen bringen, zu größeren Zuwendungen für Arbeiterhäuser zu veranlassen. Auch Gemeinden, Logen, Chewroth und sonstige Institutionen sollten fortgesetzt veranlaßt werden, sich an unserem sozialen Hilfswerk mit regelmäßigen Zuwendungen zu beteiligen. Eine neue Schrift über Arbeiterheimstätten befindet sich in Vorbereitung und wird innerhalb weniger Wochen unseren Vertrauensmännern zur Verfügung Gegenüber dem Nachlassen der Spenden für Arbeiterheimstätten konstatieren wir mit Befriedigung das Anwachsen der Allgemein en Spenden und Sammelbüchsen sowie der Einkünfte für das Goldene Buch und die Baumspende. Alle diese Sammelmittel lassen eine stetige Steigerung erkennen, die uns ein Beweis dafür ist, daß mit der zunehmenden Vervollkommnung unserer organisatorischen Einrichtungen die Einkünfte des N.-F. noch einer unabsehbaren Vermehrung fähig sind. Es darf und muß auch bei dieser Gelegenheit wiederholt werden, daß die Erträge der Sammelbüchsen fast ausschließlich von der Sorgfalt und Umsicht abhängig sind, mit der die Vertrauensmänner die regelmäßige Leerung der Büchsen überwachen und auf die Unterbringung neuer (Büchsen bedacht sind. Die Erkenntnis von der hervorragenden volkswirtschaftlichen und sanitären Bedeutung der Baumpflanzungen verbreitet sich immer mehr, und wir dürfen wohl hoffen, daß unsere Parole „Jeder Jude spende zum 20. Tamus einen Baum für den „Herzlwald“ in weitesten Kreisen beherzigt worden ist. Auch das Spenden von Bäumen zu „J ahrzeiten“ müßte bei einer entsprechenden Agitation zur allgemeinen Regel werden. Der Verkauf von Marken und Telegrammformularen macht gute Fortschritte. Im Hinblick auf die zunehmende Beliebtheit unserer Marken wird das Hauptbureau in nächster Zeit verschiedene neue Markensujets herausgeben. Die Landspende ist hauptsächlich in den überseeischen Ländern (Amerika, Kanada) populär. Was die Selbstbesteuerung betrifft, so hat diese, obwohl sie vom Kongreß obligatorisch gemacht wurde, aus Mangel an einem geeigneten Inkassoapparat leider nicht den gehegten Erwartungen entsprochen. Einen zweckmäßigen, teilweisen Ersatz für die Selbstbesteurung erblicken wir in den Versicherungen zugunsten des Jüdischen Nationalfonds, für die eine systematische Agitation demnächst einsetzen soll. Eine aufklärende Schrift über Nationalfonds-Versicherungen ward in den nächsten Wochen erscheinen. Die Eingänge für den Genossenschaftsfonds in Höhe von 6700 M. müssen bescheiden genannt werden, wenn man der großen Aufgabe gewärtig ist, die mittels des Genossenschaftsfonds nach dem Beschluß auf dem letzten Kongreß noch zu lösen sind. Nicht nur die bestehenden genossenschaftlichen Betriebe müssen ausgestaltet werden, sondern es gilt auch, Okkupations- und Pachtgenossenschaften zu fördern, die sich in anderen Ländern, besonders in Italien und Rumänien, hervorragend bewährt haben. Während des Sommers sollten die Freunde des Nationalfonds mit ungehemmter Energie für eine Mehrung der Einkünfte des N.-F. wirken. In Badeorten und in Sommerfrischen könnte, wenn alle Möglichkeiten ausgenutzt werden, weit mehr für die Interessen des Nationalfonds geschehen, als dies bisher der Fall gewesen ist. Während der drei Trauerwochen und besonders anläßlich Tischabeab ergibt sich häufig die Gelegenheit, unseren Fonds zu bereichern. Später nahen die Herbstfeiertage, und da gilt es, schon zeitig alle Vorbereitungen zu treffen, um die Glückwunschablösungen für Roschhaschanah allgemein durchzuführen und auf diese Weise die Arbeit für Herbst und Winter, wo große Aufgaben des N.-F. in Palästina harren, planmäßig einzuleiten.

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