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Die Welt · 1914-07-17 · 29 (17.7.1914) · p. 743

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
29 (17.7.1914)
Article
Die hebräische Presse in Palästina
Date
1914-07-17
Page
743 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 29 D1E2EKELT 743 sie kommen entweder zu früh oder, was häufiger der Fall ist, zu spät. Sehr stark ist hier die Unsitte der Doppelnummern und Doppelhefte verbreitet. Der „Hachaklai“ wußte sich bis jetzt davon freizuhalten und sollte darin den anderen Zeitschriften als Muster dienen. Die Zeitschrift „Hachinuch“ (Die Erziehung) erfordert angesichts des gesteigerten Interesses für das palästinensische Schulwesen eine weitere Ausgestaltung. Bis jetzt erscheinen die Hefte des „Hachinuch“ sehr unregelmäßig und bringen in der Hauptsache Übersetzungen aus anderssprachigen Fachzeitschriften, ohne daß auf die besonderen Fragen der palästinensischen Schule eingegangen wird. Voraussichtlich wird auch darin bei dem Zuzug neuer pädagogischer Kräfte, der wohl in nächster Zukunft zu erwarten ist, eine Weiterentwicklung ermöglicht werden, — wie überhaupt einzig und allein von der Vergrößerung des Jischub auch eine Verbesserung seiner Presse zu erwarten ist. Die meisten hier berührten Mängel sind der Kleinheit und Enge der Verhältnisse zuzuschreiben. Laßt uns daher für den Jischub — dies sei der Schluß unserer Betrachtung die Wege ins Große und Weite suchen! Orangenausfuhr und Getreideernte in Palästina Nachdem der Orangenexport in diesem Jahre abgeschlossen ist, dürfte nachstehende genaue Statistik über die Orangenausfuhr des Jaffaer Hafens allgemein interessieren: Orangenausfuhr von Jaffa 1913,14. Bestimmungsort Kistenanzahl Liverpool.S87 4SI Manchester.• 400 London. 4 626 Uebriges England .... 3361 Marseille. 3 412 Hamburg. 9 487 Triest. 58492 Odessa. 148 409 Aegypten und Rotes Meer . 149846 Türkei. 268942 Rumänien, Bulgarien usw. . 19 405 Gesamtbetrag 1 553 861 Die Aussichten für die nächste Orangensaison sind recht günstig, da die Blütezeit normal verlaufen ist und die Fruchtansätze zu den besten Hoffnungen berechtigen. Die Getreideernte ist jetzt im vollen Gange, und es sind die Resultate im allgemeinen als günstig zu betrachten, besonders bezüglich der Weizenernte. Aus Gaza, wo man auf eine gute oder doch mittelmäßige Gerstenernte hoffte, kam Nachricht, wonach die Ernte doch weit hinter den gehegten Erwartungen zurückbleibt. So hört man auch von der deutschen Kolonie W i 1 h e 1 m a bei Jaffa, daß dort die Getreideernte ziemlich schlecht ausgefallen ist, da die Feldmäuse großen Schaden anrichten. Die Aussichten für Sommersaat sollen recht günstig sein, nur die Wassermelonen, die für den Jaffaer Platz einen nennenswerten Ausfuhrartikel bilden, haben durch die starken Regenfälle im Monat April gelitten. Archäologische Erforschung des vorisraelitischen Palästina Die Erforschung des ältesten Palästina hat, wie in der jüngsten Sitzung der englischen Palästina-Forschungs-Gesellschaft (Palestine Exploration Fund) mitgeteilt wurde, im vergangenen Jahre reiche Ergebnisse gezeitigt, die sich vor allem auf die Zeit der ersten Besiedlung Palästinas beziehen. Neue Einblicke in die eigenartige Zivilisation, die bereits vor dem Erscheinen der Israeliten in Palästina bestand, wurden gewonnen; es besteht kein Zweifel mehr, daß diese Ureinwohner des Heiligen Landes bereits über eine erstaunlich hochentwickelte Kultur verfügten. Die englische Palästina-Forschungs-Gesellschaft rüstet sich nun zu einer neuen großen Arbeit, die jedoch erst in Angriff genommen werden wird, wenn die nötigen Mittel zur völligen Durchführung des Planes gesichert sind. Es handelt sich dabei um die Ausgrabungen in der alten Philisterstadt A s k a 1 o n, wo nach allen Anzeichen reiche Funde und neue Aufschlüsse über die vorhebräische Kultur Palästinas zu erwarten sind. Kleine Nachrichten Die jüdische Kolonie Chederah wird bald eine Hafenanlage besitzen, die dem dortigen Handel zugute kommen wird. Baron Edmund Rothschild läßt die Anlage auf seine Kosten herrichten, und er beabsichtigt, auch der Feier der Grundsteinlegung beizuwohnen. Jemeniten und Judenmission J. Jamal in Jaffa weist in der Juninummer des „Zionsfreund“, des Hamburger Missionsblattes, auf die zahlreichen jemenitischen Juden hin, die das Bücherdepot der Mission aufsuchten. Er rühmt ihre Bibelkenntnis, behauptet allerdings im gleichen Atemzuge, sie verständen nicht, was sie auswendig hersagten. Wenn man ihnen das Neue Testament vorlese, so sagten diese armen und einfach denkenden Juden, Jesus müsse doch ein heiliger Prophet gewesen sein, aber sie, die seit der ersten babylonischen Gefangenschaft im Jemen gelebt hätten, seien unschuldig an seinem Blute. Oft höre man sie seufzen: Wollte Gott, daß der Messias, der König in Israel, bald käme und diese Frage entscheidet, die uns so unverständlich ist. Es scheint, daß nicht nur das gute Deutsch dieses letzten Satzes von obigem Jamal stammt, denn sein Inhalt paßt schlecht zu der gerühmten Einfachheit der Jemeniten. Wir sind auch neugierig, die Jemeniten kennen zu lernen, die ein Besuch im Bücherdepot der Mission zu Zweifeln veranlaßt. Wichtiger allerdings erscheint es uns, daß die jemenitischen Juden unangefochten durch die Missionare in Palästina heimisch werden. Sicherlich werden die zionistischen Behörden die geeigneten Schritte tun, um die Jemeniten vor den Zweifeln im Bücherdepot der Mission zu schützen. Niederiassungsmöglichkeiten für Aerzte in' Palästina Die Jüdisch-Medizinische Gesellschaft für Palästina schreibt Da in der letzten Zeit bei der Medizinischen Gesellschaft sehr viele Anfragen von Aerzten und Feldschern betreffs Niederlassung in Palästina einlaufen, bringt die Gesellschaft folgendes zur öffentlichen Kenntnis: 1. Zurzeit gibt es in Palästina keine freien Stellen. 2. Es besteht keine Aussicht auf eine freie Stelle in naher Zukunft, da die Herren Kollegen, die im Lande wohnen, bei der Stellungbesetzung bevorzugt werden. 3. Es ist ferner keine bedeutende Aussicht auf Privatpraxis vorhanden (außer etwa in den Städten Nablus und Gaza mit rein arabischer Bevölkerung). Aussicht auf Praxis hat eventuell ein erfahrener Spezialist für Hautkrankheiten, der Mittel genug hat, die allmähliche Entwicklung seiner Praxis abzuwarten, auch ein guter Nervenspezialist, der ein Sanatorium einzurichten in der Lage ist. Für die Medizinische Gesellschaft: Dr. L. Puchowsky.

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