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Die Welt · 1914-07-03 · 27 (3.7.1914) · p. 665

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
27 (3.7.1914)
Article
Die Briefe Herzls
Date
1914-07-03
Page
665 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 27 665 DIE3^ELT des tache d’huile reflektieren dürfen. Gerade, weil wir Juden sind, und weil ich, wie Sie wissen, dem jüdischen Stamm in kleinen wie in großen Dingen nur zur Ehre verhelfen will, möchte ich nicht, daß Geschäftspartner sich über uns beklagen. Dies könnte vielleicht der Fall sein, wenn wir allmählich einen größeren Einfluß in der Verwaltung gewinnen wollten, als man ihn uns von vornherein freiwillig einzuräumen bereit ist. Ich bin weit davon entfernt, in dem von Ihnen Vorgeschlagenen etwas Undelikates zu erblicken, denn sonst hätten Sie es nicht vorgeschlagen,aber ich glaube, daß christliche Geschäftsgenossen uns ein Vorgehen, das sie Christen nicht übel nehmen würden, sehr verdenken könnten. Ich glaube, Sie werden mir bei genauer Ueberlegung vollständig beipflichten. Etwas anderes wäre es,wenn man uns von vornherein die Majorität überließe. Dann wären die Verhältnisse ganz klar, und ich würde es jawohl nicht dazu benutzen, die christlichen Geschäftsgenossen hinauszudrängen. Der beste Beweis hierfür ist ja, daß ich mir Sie als Vertreter unserer Interessengedacht habe. Glauben Sie mir aber, hochverehrter Herr, daß es nicht schade ist um diese Combination, wenn sie nicht von vornherein in der von uns gewünschten Weise gesichert ist. Wie ungemein sympathisch mir der Gedanke war und geblieben ist, Sie als einen wertvollen Mitarbeiter zu gewinnen, das werden Sie bei der ersten Gelegenheit bewiesen sehen, wenn ich einen Wirkungskreis für Sie gefunden habe. Gewiß werde ich mir bei meiner nächsten Anwesenheit in Berlin das Vergnügen machen, Sie aufzusuchen. ’ MM hochachtungsvollem Gruß Ihr ganz ergebener Herzl IV. Therapia (Bospore) le 27. VII. 1902. Summ er Palace An Herrn Dr. O. Kokesch. Lieber Freund, mit Bedauern sehe ich heute in der „Welt" vom 25. Juli, daß eine Hand — ich weiß nicht welche — meine Notiz, daß ich mit Wolffsohn hierhergereist bin,amplificiert hat. Ich bin darüber sehr böse. Solche ungeschickten Correcturen verderben mehr, als der Einsichtslose, der sie macht, ahnen kann. Ich bitte dringend, eine Verwarnung zu erlassen, daß man an meinem Manuskripten, bei denen ich nicht bemerke, daß sie geändert werden dürfen, nicht einen Beistrich ändere. Das ist doch das wenigste, was ich an Unterstützung verlangen Ich habe .... noch nicht gesprochen. Am Tag meiner Ankunft ließ er mir ein Expose abverlangen, woran ich bis spät nachts arbeitete. Noch in der Nacht wurde es ihm zugestellt Freitag wurde es übersetzt und die Uebersetzung mit meinem Siegel ihm direkt übergeben. Der ganze Apparat . . . arbeitet seitdem ununterbrochen an der Sache. Diesmal macht es einen sehr ernsten Eindruck! Dennoch bin ich gesonnen, wenn ich ihn in dieser Woche nicht selbst sprechen kann, abzureisen. Ich bin furchtbar müde und abgespannt. Er hält mich täglich bis Nachts fest. Mein jetziger Nervenzustand ist nicht geeignet für solche Arbeit der Aufregung. Es ist möglich, daß Sie von mir Depeschen aus Bulgarien oder Rumänien bekommen. Die Adresse für Rückantwort wird dann angegeben sein. Mit herzlichem Gruß Ihr Benjamin Herzl und sein Vater in Herzls Arbeitszimmer

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