Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 26 (26.6.1914)
- Article
- Generalversammlung des jüdischen Nationalfonds
- Date
- 1914-06-26
- Page
- 637 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 26 637 DIE2§KLT entsprechende Betätigung des Nationalfonds auf landwirtschaftlichem Gebiete behindern. Er beantragt, dem Synagogen-Gomite unter Garantie des Waad von Tel- Awiw zwecks Erwerbung des Bauplatzes ein in zehn Jahren rückzahlbares Darlehen zu gewähren. Der Antrag wurde angenommen. Häuserbau-Kredit in Haifa. Der Vorsitzende berichtet, daß eine Gruppe von 30 Parzellenbesitzem in Haifa an den Nationalfonds mit dem Ansuchen herangetreten ist, ihr einen Baukredit von insgesamt 150 000 Eres, zu gewähren. Das Direktorium habe den Parzelleneigentümem vorgeschlagen, die JBauplätze dem Nationalfonds zum Schätzungswerte abzutreten, der sie ihnen dann in Erbpacht geben und den noch erforderlichen Rest des Baukredites bewilligen würde. Die Kreditweiher haben jedoch darauf bestanden, Eigentümer der Plätze zu bleiben, und die Gewährung des Darlehns unter denselben Bedingungen wie bei Tel-Awiw verlangt. Aus diesem Grunde habe das Hauptbureau die Verhandlungen mit den Kreditsuchern nicht weiter fortgesetzt. Die Generalversammlung hat nach eingehender Debatte, an der sich die Herren Justizrat Dr. Bodenheimer, Dr. Oppenheimer. Dr. Hantke, Dr. Jacobson, Dr. Levin. Ing. Kaplanskyr Dr. Tschlenow, Motzkin, Dr. Klee und I. L. Goldberg beteiligten, beschlossen, den Kreditwerbem in Haifa folgenden Vorschlag zu machen: Der Nationalfonds gewährt den Baukredit unter der Bedingung, daß die Bauplätze zum gegenwärtigen Schätzungswerte in das Eigentum des Nationalfonds übergehen. Die Grundstücke werden den Kreditwerbern in Erbpacht gegeben, die Eigentümer der von ihnen erbauten Häuser auf Grundlage des Erbbaurechtes bleiben. Der den Bodenwert übersteigende Baukredit ist in achtzehn Jahren zurückzuzahlen und nur mit 3 Prozent zu verzinsen. Der jährliche Pachtzins für den Baugrund soll bis zur Vollendung der Pachtdauer der ersten 49 Jahre gleichfalls 3 Prozent des Boden wertes betragen. Für die ersten fünf Jahre werden die Erbpächter bezw. Kreditnehmer von der Zahlung des Pachtzinses und der Darlehnszinsen befreit. Ehe weitere Verhandlung über diesen Gegenstand nach den von der Generalversammlung vorgesehenen Richtlinien soll dem Direktorium überlassen werden. Hebräische Universitätsbibliothek zu Jerusalem Die HauptsaJnmelstelle in Berlin ist mit der Katalogisierung und Ordnung der bisher eingegangenen Bücher beschäftigt. Inzwischen hat sie wieder Geschenke von verschiedenen Seiten erhalten. Darunter verdient eine große Schenkung an erster Stelle genannt zu werden, weil sie erstlich sehr reichhaltig ist und weil der Spender diese Spende sofort am ersten Tage unseres Aufrufes in der „Welt“ uns zur Verfügung stellte. Es ist dies der Herr josef Ti mar in Berlin, der als erste Gabe uns 274 gut gebundene Bücher, 194 ungebundene Bücher und eine größere Anzahl Broschüren schickte. Darunter sind Bücher aus einer ganzen Reihe von Fächern, besonders auch sozialwissenschaftlichen Inhalts, die bisher in unserer Sammlung sehr wenig vertreten waren. Unter den Broschüren sind erfreulicherweise auch sehr viel antisemitische Original-Broschüren. Man mag dieser Bewegung gegenüberstehen, wie man will, ihre Erzeugnisse sind Stücke des Materials zur jüdischen Geschichte. Und es ist ja sehr traurig, daß weitaus der größte Teil der jüdischen Geschichte von den uns feindlichen Gewalten gemacht wird, aber die Sammlung dieses Materials unserer Geschichte, auch soweit wir darin völlig passiv sind, ist für unsere nationale Universitäts-Bibliothek durchaus notwendig. Eine zweite Büchersendung ist uns von Herrn T i m a r angekündigt worden. Ferner erhielten wir in dieser Zeit Geschenke von Dr. I. Apstein in Kiew, vom Verein Jüdischer Hochschüler Bar- Kochba in Prag, von M. Biron, Nationalfonds-Kommissär in Sedziszöw (Galizien), E. B. B a r 1 a ß in Bielaja-Cerkow, Gouv. Kiew, Bibliothekar Dr. Hugo Bergmann, Prag, Dr. med. H. L. Eisenstadt in Berlin, vom Jüdisch-akademischen Verein Emunah in -Czemowitz, von Dr. Boris Goldenberg in Odessa, Distriktsarzt Dr. Heinrich Graf in Paskau in Mähren (II. Sendung), Frau Rechtsanwalt SonjaGronemannin Berlin, Hermann in Berlin, Buckower Straße 4 (?), Dr. Herschfinkel, Berlin, Moritz Kristeller in Glogau (II. Sendung), Zahnarzt Lichtwitz in Guben, Zahnarzt Hugo Schachtel in Breslau, Sophie Schiffmann in Königsberg i. Pr., Dr. Josef Rothstein in Berlin, Dr. Rosenberg in Berlin, Turmstraße, Gustav Seidemann in Prjedor in Bosnien (II. Sendung), Dr. Abraham Schlesinger in Stuttgart und endlich eine größere Sammlung von Dr. Zadek in Neukölln bei Berlin. Außerdem sandte uns Herr Ingenieur Siegmund Julius Cohn in Steglitz eine erste Sammlung technischer Schriften, die uns ebenfalls hochwillkommen sind. Es ist uns natürlich unmöglich, allen diesen Spendern auch schriftlich zu danken, und wir sprechen ihnen den Dank deshalb nur an dieser Stelle aus, zugleich mit der (Bitte, in. ihrem Eifer für die Bibliothek nicht zu erlahmen und außer ihre eigenen hochwillkommenen Spenden zu senden, auch andere Freunde anzueifern, für diese nationale Sache Bücher zu spenden. In diesem Sinne ist es erfreulich, daß sich zwei akademische Vereine bereit erklärt haben, in ihren Städten Sammelstellen von Büchern einzurichten, um Sammelladungen an die Hauptsammelstelle richten zu können. Das sind die Barissia in Prag und die Kadimah in Bern. Auch in Warschau ist eine Sammelstelle in der Gründung be- Das Leben Theodor Herzls Adolf Friedemann ist soeben erschienen! Die erste Biographie unseres großen Führers. Reiches Material. Unveröffentlichte Briefe und Dokumente. 141 Seiten, 1 Bildnis, 2 Faksimiles. Preise M 2.— gebunden. Porto: Deutschland und Österreich-Ungarn 20 Pf., Ausland 40 Pf. Zu den bevorstehenden HERZL-GEDENKFEIERN empfehlen wir ferner 7. Herzls Zionistische Schriften. Preis M. 3.50 broschiert, M. 5 — gebunden. Porto: Deutschland und Österreich-Ungarn 50 Pf., Ausland M. 1 25 bis 1,50. 2. Herzlradierung von Hermann Struck, M. 10—, Porto und Verpackung: Deutschland und Österreich- Ungarn'60 Pf, Ausland 90 Pf. 3. Herzl - Ansichtskarten in verschiedenen zlusführungen zum Preise von M. 4.— das Hundert. Porto: Deutschland und Österreich-Ungarn 30 Pf., Ausland 50 Pf. JÜDISCHER VERLAG