Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 26 (26.6.1914)
- Article
- Von unserem Schulwerk
- Date
- 1914-06-26
- Page
- 633 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 26 633 DIES^HLT nistische Arbeit in Palästina, einerlei ob sie von der zionistischen Organisation, vom Odessaer Komitee, dem Verein „Esra“ usw. ausgeht, in Palästina in einer autoritativen, der zionistischen Organisation verantwortlichen Institution konzentriert sein müsse. Esist nicht in Ordnung, daß die zionistische Arbeit in Palästina durch verschiedene Behörden geleistet wird. Dadurch entstehen nicht bloß überflüssige Ausgaben, sondern auch Konflikte und Reibungen, die der Arbeit schädlich sind. Jetzt, da die zionistische Organisation als solche eigenes Grundeigentum, Schulen und verschiedene wirtschaftliche und kulturelle Einrichtungen besitzt, ist es an der Zeit, mit der Zentralisierung zu beginnen. Die Konzentrierung in einer einheitlichen Leitung soll zunächst die rein zionistischen Gründungen zum Gegenstand haben, und erst später soll versucht werden, auch die verwandten Anstalten zu gemeinsamer Verwaltung heranzuziehen. Die ersten Schritte für diese Arbeit kann man nur in Jaffa machen. Hier hat notwendigerweise das Palästinaamt seinen Sitz, hier ist der „Merkas-Hamorim“ und vor allem: die Führer des öffentlichen Lebens in Jaffa haben stets die Autorität der zionistischen Organisation anerkannt und sind immer bereit gewesen, sich ihr unterzuordnen, während in Jerusalem, das all die Jahre ein Objekt philanthropischer Bearbeitung gewesen ist, für den Zionismus zahlreiche Widerstände zu überwinden sind. Eine Besserung wird erst eintreten, wenn nach Jerusalem mehr neue Menschen mit neuen Begriffen kommen werden. Das wird allerdings zu erreichen sein, sobald um Jerusalem herum neue Kolonien gegründet sein werden. Vorläufig sei Jerusalem zionistisch noch nicht genug gefestigt. Ganz anders ist die Stellung der „Haachduth“, des Organs der „Poale Zion“ in Jerusalem.- Da heißt es in Nummer 31: Gewiß hat das neue Jerusalem auch viele Mängel des alten. Aber daran ist unsere bisherige Gleichgültigkeit schuld. Fast alle nationalen Schöpfungen geschehen außerhalb Jerusalems. Gewiß war Jaffa in der ersten Zeit ein bequemer Ort für unsere Arbeit. Jetzt aber, da der Boden von Jerusalem genügend vorbereitet istj ist cs klär, däß diese Stadt, die die größte jüdische Bevölkerung im Lande zählt, das Zentrum für unsere gesamte Arbeit bilden muß. Die Verachtung, die die hebräische Presse der Chalukah entgegenbrachte, hat zur Verringerung der ökonomischen Grundlagen der Einwohner beigetragen, ohne daß wir neue Erwerbsmöglichkeiten geschaffen haben. Wir haben zwar insofern einen Erfolg gehabt, als die Chalukahnehmer danach streben, sich von der Chalukah unabhängig zu machen, aber die Folge war, daß unausgesetzt eine große Auswanderung aus Jerusalem erfolgt und vornehmlich wandern die Elemente aus, die in Jerusalem geboren und akklimatisiert sind. Wir predigten die Belebung der hebräischen Sprache, den nationalen Gedanken und überließen Jerusalem, das größte jüdische Zentrum, den Missionären und den jüdisch-assimilatorischen Organisationen. Das hebräische Gymnasium in Jerusalem fand nicht die verdiente Förderung. Die Organisierung der jüdischen Gemeinde Jerusalems, eine absolute Notwendigkeit, geht nicht recht vonstatten, weil es an den nötigen Kräften fehlt. Anläßlich der Wahlen zum. Parlament wurde allgemein die Lässigkeit der Jerusalemer Juden gerügt. Der „Haolam“ hat in einem Leitartikel den Umstand erwähnt, daß Jaffaer Persönlichkeiten nach Jerusalem kommen mußten, um auf die Wichtigkeit des politischen Moments aufmerksam zu machen. Diese Zeitung beschuldigt in der Hauptsache die Juden Jerusalems, die hier nicht verteidigt werden sollen. Man muß an Ort und Stelle sein, um die Bedeutung der Reisen der Jaffaer nach Jerusalem nach ihrem wirklichen Werte einschätzen zu können. Aber aus der Tatsache dieser politischen Reisen ergibt sich die unumstößliche Konsequenz, daß unsere politische Kraft nur in Jerusalem liegen kann. Von diesem Gesichtspunkte aus muß auch die Frage nach dem Sitz der neuzuschaffenden Schuldirektion behandelt werden. Gewiß wird diese neue Behörde zahlreiche auswärtige Kräfte brauchen, Männer, die befähigt sind, die Erziehungsarbeit von großen Gesichtspunkten aus und im Einklang mit den sozialen Zielen des neuen Jischub zu leiten. Solche Männer sind aber sowohl in Jerusalem als auch in Tel-Awiw dünn gesät. Da wir also diese Männer An unsere Leser! Die nächste Dummer unseres Blattes vom 3. 3uli d. 3. ist die Herzl - Gedenknummer der „Well". Sie wird neben einer reichen illustrativen Ausstattung Originalbeiträge folgender Autoren enthalten: Dr. Otto Abeies, Hermann Bahr, Ben-Ami, Dr. Hugo Bergmann, Dr. S. Bernstein, Kurt Blumenfeld, Dr. Adolf Friedemann, Wladimir Jabotinsky, Dr. M. Jardeni, Dr- Gustav Krojanker, Prof. Dr. Leon Kellner, Richard Lichtheim, Dr. Max Nordau, Dr. Franz Oppenheimer, Adolf Stand, Dr. Isidor Schabt, Dr. M. Scherlag, Dr. Theodor Zlocisti, Johann Kremenezky. Wir möchten — in letzter Stunde — alle Gesinnungsgenossen und Leser dringend bitten, Bestellungen unverzüglich aufzugeben. — Jeder Zionist mu£ es als eine Ehrenpflicht ansehen, diese würdige Denkschrift zum zehnten Todestage Theodor Herzls zu besitzen. — Den Abonnenten der „Welt“, die mit der Einzahlung des Abonnementsbetrages nicht im Rückstände sind, wird die Herzl-Geden kn ummer kostenlos zugestellt werden. — Der Preis der Herzl-Dummer beträgt für Dichtabonnenten-, in einfacher Ausführung . . in Deutschland u. Oesterr.-Ung. 0.60 CD., in allen übrigen Ländern 0.70 M. auf holzfreiem Papier, gebunden .. „ .. l.— .. .. „ „ ., 1.20 .. Den zionistischen Gruppen, Vertrauensmännern und Rolporteuren berechnen wir die Dummer in einfacher Ausführung bei Abnahme von: 10 Exemplaren mit ... in Deutschland u. Oesterr.-Ung. 5.50 CD., in allen übrigen Ländern 6.50 CD. 25 .. ..... .. .. .. .. .. 13.50 ., .. .. .. .. 15.50 .. 50 ,, .. ... „ .. „ .. „ 25.— .. „ „ „ .. 28— „ 100 „ .. ... „ ., „ .. .. 45.— „ „ „ .. 50.— .. Bestellungen wolle man schleunigst aufgeben. Verlag „Die Weil",'‘Berlin W. 15, Sächsische Sir. 8.