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Die Welt · 1914-06-19 · 25 (19.6.1914) · p. 600

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
25 (19.6.1914)
Article
Die Sitzung des großen Actions-Comités
Date
1914-06-19
Page
600 (sequence 2)
Language
German
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600 . - -.. blE^ELT - .. ■ Nr. 25 scheidenen Mitteln nicht imstande wären, die Situation durch sie entscheidend zu beeinflussen. Auch die Frage der Beteiligung des Jüdischen Nationalfonds an der Förderung der städtischen Siedlung wurde eingehend besprochen, wobei die Meinungen über die Notwendigkeit und den Modus ihrer Förderung durch unsere Institute auseinandergingen. In der Frage der P. L. D. C. stimmten sämtliche Anwesenden in der Betonung der Notwendigkeit der Kapitalswerbung überein. Der Werbung wird eine Darstellung der Leistungen und des gegenwärtigen Standes der Gesellschaft vorausgeschickt werden. Bei der Beratung der Arbeiten der P. L. D. C. wurde eine am selben Tage in der „Hazephirah“ erschienene Veröffentlichung des Herrn Kann besprochen, m der er auf ungerecht große Gewinne der P. L. D. C. und der Immobilien- Gesellschaft hinweist, die angeblich zur schädlichen Steigerung der Bodenpreise führen sollen. Es wurde dabei festgestellt, daß sich die P. L. D. C. bei ihren Haupt-Operationen mit ländlichem Boden mit einem Gewinn von 5 °/o begnügt, der schon sämtliche Bureauspesen deckt. Bei einigen Operationen mit städtischem Boden hat die P. L. D. C., ebenso wie die A. P. C., bei besonders günstiger Konjunktur auch größere Gewinne in Anspruch genommen. Es wurde beschlossen, nach genauer Prüfung der Bilanz und nach Beendigung der notwendigen Vorbereitungen energisch an die Werbung für die Ergänzung des Kapitals heranzutreten. Es wurde dabei die Ausnutzung der Bade- und Kurorte für die Sammlungen im Sommer in Aussicht genommen. 4. In der Vormittagssitzung am Montag fand eine ausführliche Besprechung über unser neues Schulwerk in Palästina statt. Herr Motzkin gab eine kurze Schilderung des Zustandes der Schulen, wobei er ausführlicher über die Entwicklung .unserer Realschule in Haifa und der Schule in Jaffa, die er in ihrem Betrieb beobachten konnte, sprach. Die Herren Motzkin und Simon haben bei dieser Frage und bei anderen Fragen der Palästinaarbeit mit ihren Mitteilungen und Eindrücken der Debatte wesentliche Dienste geleistet. An der Besprechung der Schulfrage konnte sich auch der Leiter der Mädchenschule in Jaffa, Herr Dr. Turoff, beteiligen. Herr Dr. .Tschlenow erstattete ausführlichen Bericht über die Finanzlage unseres Schulwerkes, wie auch über die Ausgaben, die mit dem Schulkampf verbunden waren. Es zeigte sich, daß ungeachtet der großen und schwierigen Arbeit, die mit Reisen und Publikationen verbunden war, die Ausgaben verhältnismäßig bescheiden blieben. Bei der Besprechung wurde mit Befriedigung konstatiert, daß sich sämtliche neuen Schulen der Sympathie der Bevölkerung erfreuen. Eine dringende Notwendigkeit der nächsten Zeit ist die zweckentsprechende feste .Organisation des ganzen Schulwerkes. Die verschiedenen in Betracht kommenden Kombinationen wurden besprochen. Es wurde auch die' Frage der Schulwerkssammlungen in Rußland erörtert, wobei die schädliche Wirkung gleichzeitiger Schulwerkssammlungen vonseiten mehrerer Organisationen betont wurde. Der nach der Besprechung gefaßte Beschluß bezüglich des Schulwerks ist bereits in der vorigen Nummer der „Welt“ mitgeteilt worden. 5. Die Besprechung über unsere kulturellen Aufgaben wurde-mit der Annahme einer Resolution über den Ke dem abgeschlossen. (S. vorige Nummer der „Welt“.) 6. Die Besprechung über die Lage des B e z a 1 e 1 wurde auf den Abend verschoben, wo sie in einer gemeinsamen Beratung mit dem Komitee des Bezalel stattfand. An dieser Besprechung nahmen der Leiter der Bezalelschule, Herr Professor Schatz, der Vertreter der Warschauer Vertriebs- Gesellschaft, Herr L. L e v i t e , und der Geschäftsführer, Herr Awadiovvitz, teil. Die gegenwärtige Situation der Schule und der Werkstätten wurde ausführlich besprochen, wie auch notwendige Reorganisations-Maßregeln erörtert wurden, die noch in einer zweiten Sitzung am nächsten Tage beraten und endgültig beschlossen wurden. Die Trennung zwischen Schule und Werkstätten bleibt bestehen. Zur Leitung der Werkstätten soll eine fachmännisch ausgebildete und geübte Kraft herangezogen werden. 7. Dr. H a n t k e erstattete einen ausführlichen Bericht über die in den letzten Monaten durchgeführten Maßnahmen auf dem Gebiete der Organisation und Propaganda in verschiedenen .Ländern, die die Zustimmung der Sitzung fanden. Es wurde auch über die Reorganisation der Informations-Bureaus in Wien und Triest gesprochen. Dabei wurde von verschiedenen Seiten auf die Mängel der in Palästina und in einigen Orten Europas existierenden Bureaus und die Notwendigkeit einer grundlegenden Reorganisation hingewiesen. Dr. Tschlenow richtete zum Schluß der Tagung an die Anwesenden einen eindringlichen Appell zur energischen Mitarbeit an den großen Aufgaben, die die Leitung jetzt zu erfüllen hat. „Wir haben neue Pflichten übernommen, Pflichten, die wiederum mit neuen Sammlungen verbunden sind. Das ist freilich nicht angenehm für uns. Die Arbeiten leiden aber keinen Aufschub und wir werden die Zionistische Organisation durch eine umfangreiche Propagandatätigkeit für diese neuen Aufgaben gewinnen müssen. Ich bin überzeugt, daß es uns auch gelingen wird. In Palästina haben wir bereits gesehen, wie der Boden immer ergiebiger und fruchtbarer wird, je häufiger und besser man ihn düngt. Auch die Zionistische Organisation wird immer opferfreudiger, je eifriger und intensiver wir unsere Propaganda und unsere Aufklärungsarbeit betreiben. Wir unsererseits leisten dazu durch mündliche und literarische Propaganda, in Zukunft durch die Broschürenbibliothek, das uns Mögliche, sind aber dabei, wie bei allen anderen Unternehmungen, auf die tatkräftige Unterstützung unserer Kollegen im Actions-Comite wie der anderen leitenden Kräfte in den verschiedenen Ländern angewiesen. Durch die Beschlüsse des letzten Jahres — Universität, Schulwerk und jetzt Kapitalwerbung (für die P. L. D. C. — haben wir uns vor dem jüdischen Volke in neuem Maße engagiert. Noblesse oblige! Daher .werden wir uns auch in den bevorstehenden Sommermonaten keine Ruhe gönnen können. Diese Monate müssen für eine energische Arbeit ausgenützt werden, und ich will hoffen, Die Herzl-Gedenknnmmer der „Welt“ erscheint am 3. Juli und wird Originalbeiträge folgender Autoren enthalten: Dr. Otto Abeies, Dr. Elias Auerbach, Hermann Bahr, Ben-Ami, Dr. Hugo Bergmann, Kurt Blumenfeld, Dr. Martin Buber, Dr. Adolf Friedemann, Wladimir Jabotinsky, Dr. Gustav Krojanker, Prof. Dr. Leon Kellner, Richard Lichtheim, Dr. Max Nordau, Dr. Franz Oppenheimer, Felix Salten, Dr. Isidor Schalit, Dr. M. Sehe rlag, Dr. Theodor Zlocisti u. a. Der Preis der Herzl-Nummer beträgt für Nichtabonnenten: in Deutschland in allen übrigen u.Oes'.err -Urig. Ländern in einfacher Ausführung .... 0.60 M. 0.70 M. auf holzfreiem Papier, gebunden 1.— „ 1.20 „ Den zionistischen Gruppen, Vertrauensmännern und Kolporteuren berechnen wir die Nummer in einfacher Ausführung bei Abnahme von: in Deutschland u. Oesterr.-Ung. in allen übrigen Ländern 10 Exemplaren mit .5.50 M. 6.50 M. 25 .13.50 , 15.50 „ 50 „ .25.— „ 28— „ 100 „ .45.— „ 50.— „ Bestellungen wolle man schleunigst aufgeben. Verlag „Die Welt“ BERLIN W15, Sächsische Str. 8.

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