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Die Welt · 1914-06-12 · 24 (12.6.1914) · p. 574

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
24 (12.6.1914)
Article
Sitzung des großen Actions-Comités
Date
1914-06-12
Page
574 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 24 574 —- -- blE3§gELT detaillierten Arbeitsplan unterbreiten. Wir hoffen zuversichtlich, im Laufe eines Jahres die nötige Million Francs aufdringen zu können. 2. Bodenkäufe. Wie wir in unserem Berichte bereits mitteilten, haben die Peßachbesuche diesmal eine ganze Reihe ernster Reflektanten für Bodenkäufe nach Palästina gebracht. Einige Käufe sind bereits von ihnen abgeschlossen. Für andere sind Aufträge erteilt worden. Die Entwicklung des Achusa-Gedankens schreitet vorwärts, hauptsächlich in Amerika und Rußland, in letzter Zeit auch in erfreulicher Weise in England; sie beginnt auch in Deutschland. Das Palästina-Amt beabsichtigt, Spezialbevollmächtigte zur Organisierung von Pflanzungsgesellschaften und zum Verkauf von Bodenparzellen nach Europa und Amerika zu entsenden. Leider nehmen mit dem Anwachsen unseres Bodenbesitzes auch die Schwierigkeiten der Arbeiterfrage zu. Worin diese Schwierigkeiten bestehen, brauchen wir hier wohl nicht zu erörtern. In letzter Zeit haben sie zu einem schweren Konflikt, nämlich zu monatelangem Streik in Sedjera geführt. Die Beziehungen spitzen sich immer mehr zu und in verschiedenen Kreisen im Lande herrscht jetzt die Ueberzeugung, daß unbedingt etwas geschehen muß, um diese Komplikationen - zu mildem. Wir stehen nicht auf dem Standpunkte des Ausschlusses nichtjüdischer Arbeit. Wenn unsere Organisation in ihren Besitzungen ausschließlich jüdische Arbeiter verwendet, wenn ebenso die Arbeiterschaft auf einer solchen extremen Forderung besteht, so ist dies nur als Folge des bestehenden Zustandes, der uns vollkommen unhaltbar erscheint, zu betrachten, daß nämlich in manchen großen Kolonien kaum 10 °/o der Arbeiter Juden sind. Da der Bodenkauf sich immer mehr entwickelt, und zwar hauptsächlich durch Privatinitiative, so ist es klar, daß der jetzige anormale Zustand sich zu befestigen droht. Unsere Aufgabe ist es, festzustellen, ob und was wir zur Lösung der Arbeiterfrage durch unser Eingreifen beitragen können. Es sind in den letzten Jahren manche Versuche gemacht worden, die vielleicht eine Lösung dieses wichtigsten Problems anbahnen. Wir denken dabei einerseits an die Immigration der Jemeniten, die, wie es scheint, in naher Zukunft sich wieder erneuern wird, und die Einwanderung von 80 bis 100 Arbeitern aus Saloniki. Andererseits wird die Vergrößerung der Möglichkeiten zum Uebergange vom Arbeiter zum Häusler und Klein- Kolonisten, die Schaffung von Arbeitersiedlungen bei den neuen größeren Erwerbungen die Schwierigkeiten der Arbeiterfrage vermindern. Von Arbeitgebern und Arbeitern wird jetzt unter Beteiligung unseres Palästina-Amtes eine Enquete unternommen, die den Stand der Arbeiterfrage und die Möglichkeiten ihrer Lösung eruieren will; ihre Ergebnisse sind in naher Zukunft zu erwarten. In unserem Berichte vom 3. Mai machten wir Ihnen von unseren Befürchtungen wegen eines möglicherweise eintretenden allzu großen Andranges von unbemittelten Elementen Mitteilung. Wie wir erfahren, dauern die Anfragen an den entsprechenden Stellen zwar noch an, wie uns z. Bletztens vom Informationsbureau der I. C. A. in Rußland bestätigt wurde, doch treten die Folgen in Palästina nur in kleinem Umfange zutage. Dies beweist, daß man in der Organisation eine gute Kenntnis der palästinensischen Verhältnisse erworben hat; man handelt nicht mehr ins Blaue hinein und richtet die Wünsche nach den Möglichkeiten. Die Menge der Anfragen andererseits hat uns.aber die Notwendigkeit von gut funktionierenden Informationsbureaus noch stärker als früher bewiesen. Wir haben es daher als notwendig erachtet, die in Wien und in Triest seit einigen» Jahren eingerichteten Informationsbureaus in entsprechender Weise zu reorganisieren und in direkte Verbindung mit dem Zentralbureau zu bringen. Selbstverständlich ist es aber unsere Aufgabe, mit dieser großen Strömung nach Palästina, die an und für sich unbedingt erfreulich ist, zu rechnen und die Möglichkeiten der Einwanderung zu erweitern. Dies ist aber nur denkbar, wenn uns von anderer Seite entsprechende Kredite ,zur Verfügung gestellt würden. Einige Schritte sind in dieser Richtung unternommen worden. Von den einzelnen Institutionen, die freilich hauptsächlich die städtische Siedlung im Auge haben, brachte uns in der letzten Zeit der Be za lei viele Sorgen. Sie wissen wohl, daß der Bezalel darunter litt, daß bei seiner Produktion nicht genügend mit den Bedingungen und Möglichkeiten des Absatzes gerechnet wurde. Das ganze Unternehmen trug daher ein einigermaßen künstliches Gepräge. Vor einem Jahre erkannte man die Notwendigkeit einer gründlichen Reform an, und die Schule wurde von den Werkstätten gänzlich getrennt. Die Leitung der Schule blieb in den Händen des Herrn Prof. Schatz, während als Geschäftsführer der Werkstätten Herr Estermann engagiert wurde. Die kurze Frist von einem Jahre läßt es nicht zu, ein definitives Urteil über die Zukunft der Werkstätten zu fällen. Es macht den Eindruck, daß man gewisse Produkte schon rein geschäftsmäßig vertreiben kann. In dem Bestreben nach Rentabilität ist man aber dort vielleicht zu eifrig gewesen, was im Lande eine gewisse Verstimmung hervorrief. Andererseits ist die Frage des Absatzes durchaus noch nicht geregelt, so daß die gesunde Basis für ein größeres Unternehmen noch keinesfalls als gesichert betrachtet werden kann. Wir halten die Bedeutung des Bezalel für die städtische Siedlung für sehr groß und müssen daher der Lösung der jetzt entstandenen Schwierigkeiten unsere volle Aufmerksamkeit widmen. Wir denken diesmal zu einer gründlichen Besprechung die nötigen Voraussetzungen zu haben, da wir in unserer Mitte Herrn Professor Schatz haben und da unsere Zweckrevision sich sehr angelegentlich mit dem Bezalel beschäftigt hat. Ungeachtet der Schwierigkeiten glauben wir, doch voller Hoffnung auf die Zukunft blicken zu dürfen, wenn wir sehen, welche warmen Sympathien die breiten Volksschichten dem Bezalel entgegenbringen. Dies hat auch die letzte Tournee des Herrn Professors Schatz in Amerika bewiesen, wo er den größten Teil der bisher unverkauften Waren abzusetzen vermochte, wodurch die Lage des Vereins beinahe befriedigend geworden ist. Dr. Tschlenow geht dann zum II. Teil, zur „Politischen Arbeit“, über. Er schildert ausführlich die politische Situation und die Hauptfragen, die das A. C. befaßten. III. Kulturelle Tätigkeit. Das innere Leben unserer Schulen verläuft in normalen Bahnen. Es fehlen zwar noch einige Lehrer im Seminar und es fehlt auch ein passendes Gebäude für die Realschule in Haifa. Diese Mängel werden sich aber in naher Zukunft beseitigen lassen. Die Zahl der Schüler an unseren sämtlichen Lehranstalten hat sich erfreulicherweise stark vermehrt, was ausschließlich den inneren Beziehungen der Bevölkerung zu dem neuen Werke zuzusdhreiben ist. Wir erhielten am 5. Mai eine Mitteilung von Herrn Y e 11 i n , nach welcher es gelungen ist, unsere Schulen als ottomanische Institutionen zu legalisieren. Laut den letzten Anordnungen bedarf die Legalisierung nur der Genehmigung der lokalen Behörden, die auch ohne weiteres erteilt wurde. Ueber unsere Verhandlungen mit dem Odessaex Komitee betreffs Vermeidung von Konkurrenz bei speziellen Schulsammlungen in Rußland und Schaffung einer gemeinsamen Schulbehörde in Palästina sind Sie genügend unterrichtet. Die finanzielle La ge. Wie Sie aus unseren Publikationen ersehen konnten, haben wir bis jetzt für das Schulwerk ca. 210000 M. Das Reinergebnis bis zum Schluß unseres Finanzjahres (30. Juni) wird uns die Möglichkeit geben, sämtliche Kosten der Einrichtung und das Budget unserer Schulen für dieses Jahr sowie einen Teil der Ausgaben für das nächste Jahr zu decken. Wir werden in der nächsten Zeit

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