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Die Welt · 1914-06-05 · 23 (5.6.1914) · p. 553

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
23 (5.6.1914)
Article
Die Wilnaer Achusa
Date
1914-06-05
Page
553 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 23 DIE 553 düng der Nordwestlichen Achusa den Antrieb bilden, Rußland mit einem Netze von Achusoth zu überziehen. Es sind jetzt bereits Anfänge von Achusabildungen in 28 Städten vorhanden. In Wilna und Schaulen selbst beginnt schon eine zweite Achusa-Gruppe, sich, zu organisieren. Zweifellos wird das Aufblühen der Achusabewegung in Rußland einen ganz bedeutenden Impuls für die Kolonisation Palästinas bilden, und viele brennende Kolonisationsfragen in Palästina werden durch die Schaffung einer größeren Anzahl neuer jüdischer Positionen, die neues Leben und neue Arbeit ins Land bringen, von selbst ihre Lösung finden. Die wirtschaftliche Lage des Kasa Safed unter besonderer Berücksichtigung der jüdischen Kolonien . Unter dieser Ueberschrift finden wir in den vom deutschen Reichsamt des Innern herausgegebenen Nachrichten für Handel, Industrie und Landwirtschaft (Nr. 61 vom 28. Mai d. J.) einen interessanten Aufsatz (nach einem Bericht des Kaiserlichen Vizekonsuls Ln Haifa), dem wir folgendes entnehmen: Dias Kasa (Kreis) Safed gehört verwaltungsrechtlich zum Sandschak (Regierungsbezirk) Äkko und zum Wilajet (Provinz) Beirut. Es zieht sich vom Nordstrand des Sees Tiberias bis zu der Ebene von Merdsch Ajun und wird im Osten von dem oberen Jordan durchzogen, der sich im Safeder Gebiete zum Merom-(Hule)see erweitert. Es liegt in Obergaliläa hinter dem Küstenstreifen von Akko und Tyrus und bildet das wirtschaftliche Hinterland dieser beiden Hafenplätze, die ungefähr 50 bzw. 60 km von der Hauptkreisstadt Safed entfernt sind. Das Kasa Safed hat eine Oberfläche von 4080 qkm. Die Angaben über die Einwohnerzahl gehen sehr auseinander. Sie schwanken zwischen 40- und 70 000 Einwohnern, von denen etwa 20- bzw. 30 000 auf die Kreisstadt Safed entfallen. Die 838 m hoch gelegene Stadt Safed hat bisher keine besondere wirtschaftliche und politische Bedeutung gehabt. Sie bildete nur zur Kreuzfahrerzeit durch ihre hohe und gut geschützte natürliche Lage einen wichtigen strategischen Beobachtungs- und Verteidigungspunkt. Als solcher soll Safed auch jetzt mit der strategischen Landstraße verbunden werden, die vom Hauran bis zum Meere nach Akko über Bosra (Eskischam) — Es Sweda — Scheich Meskin — Nawa — Scheich Sad — El Chuschnije (bei Teil el Faras) — Er Rusanije—Dschisr Banat Jakub — Rosch Pinnah gebaut wird. In Safed sollen 12 000 Juden (40 °/o) wohnen. Für die Judenmission hat sich in Safed eine englische Kolonie mit stattlichen Hospital- und Schulgebäuden gebildet (London Jew Society und Scotch Presbyterian Mission). Die englische Sprache ist daher in Safed verbreitet. In einer Schule der Alliance israelite wird Französisch und in der Esra-Mittelschule (gemeint ist die Schule des Hilfsvereins der deutschen Juden. — Red.), die einstweilen zwei Klassen hat und achtklassig ausgebaut werden soll, wird Deutsch als Hauptfremdsprache gelehrt werden. Die meisten Juden in Safed neigen zur Anknüpfung von Geschäftsbeziehungen mit Deutschland, weil sie 'den deutsch-jüdischen Jargon sprechen und hochdeutsch verstehen. Die Deutsche Palästina-Bank ist in Safed durch den jüdischen Agenten Trowitz vertreten. Bei der natürlichen Abgeschlossenheit von Safed und den schlechten Verkehrswegen ist der Handel ein geringer. Wenn Safed — wie beabsichtigt — mit dem Weltverkehr durch die französischerseits geplante syrisch-ägyptische Bahn von Rajak—Safed—Lydda—EI Arisch verbunden wird, dürfte eine Belebung des Handels eintreten. Die Einfuhr nach Safed wird auf durchschnittlich 1 Million Frcs. im Jahr geschätzt. Im einzelnen betrug der Wert der Einfuhr nach Safed im Jahre 1913 an: Zucker aus Oesterreich, Frankreich 120 000 Frcs.; Zuckerwaren aus Oesterreich, England 8000 Frcs.; Kaffee aus Brasilien 30 000 Frcs.; Reis aus Indien, Italien 25 000 •Francs; Tee aus Indien, Rußland 20 000 Frcs.; Konserven aus England, Frankreich, Portugal 7500 Frcs.; Spirituosen aus Deutschland, Oesterreich 12 000 Frcs.; Baumwollenwaren aus England, Deutschland, Italien 146 000 Frcs.; Wollenwaren aus Deutschland, Frankreich, Oesterreich, England 35 000 Frcs.; Tuchstoffe aus Oesterreich 23 000 Frcs.; Seidene Schals aus Oesterreich, England, Deutschland, Italien 10 000 Frcs.; Konfektionswaren aus Oesterreich, Türkei 6000 Frcs.; Fertige Wäschewaren aus Deutschland, Oesterreich 6500 Frcs.; Garne und Zwirne aus Deutschland, Oesterreich 16 000 Frcs.; Fes aus Oesterreich 5000 Frcs.; Hüte aus Oesterreich 3403 Frcs.; Lederwaren (Schuhe) aus Frankreich 30 000 Frcs.; Papierwaren aus Oesterreich, Deutschland, Italien 20 000 Frcs.; Möbel aus Oesterreich 2000 Frcs.; Bettgestelle aus England 5000 Frcs.; Quincaillerie aus “Deutschland, Frankreich 20 000 Frcs.; Emaillierte Geschirre aus Oesterreich 5300 Frcs.; Glas und Porzellan aus Oesterreich, Frankreich 28 000 Frcs.; Kerzen aus Oesterreich 8000 Frcs.; Eisenwaren aus Beligien, Deutschland 21 000 Frcs.; Eiserne Balken und Stangen aus Belgien 15 000 Frcs.; Eisenblech aus England, Belgien 4000 Frcs.; Zinn aus England 50 000 Frcs.; Zement aus Frankreich, England, Oesterreich 7000 Frcs.; Dach- und Bodenziegel aus Frankreich 19 000 Frcs.; Werkzeuge aus Deutschland 20 000 "Francs; Uhren aus Schweiz, Deutschland 700 Frcs.; Drogerien und Chemikalien aus England, Deutschland, Frankreich 30 000 Frcs.; Oel- und Wasserfarben aus England, Oesterreich 6000 Frcs.; Indigo aus Indien 15 000 Frcs.; Petroleum aus Rußland, Amerika 68 000 Frcs.; Zündhölzer aus Oesterreich 11 000 Frcs. Die Kaufkraft der arabischen Bevölkerung, die fast ausschließlich der Landwirtschaft obliegt, ist noch gering. Sie Soeben erschien: PROTOKOLL DES XI.ZIONISTENKONGRESSES Auf gewöhnlichem Papier, broschiert . . 1,50 M. Auf feinem holzfreien Papier, gebunden 3,— M. - Porto 20 Pfg-., Ausland 50 Pfg. -- JÜDISCHER VERLAG, Berlin W15, Sächsische Str. 8

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