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Die Welt · 1914-05-29 · 22 (29.5.1914) · p. 531

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
22 (29.5.1914)
Article
Die Tätigkeit der landwirtschaftlichen Abteilung am Palästina-Amt
Date
1914-05-29
Page
531 (sequence 1)
Language
German
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die: 531 Nr. 22 gm“““u muimm tiuhiiimm liilllliilllil rr PALÄSTINA-RUND SCHAU llliiiiiliiMil 1—7 r Die Tätigkeit der landwirtschaftlichen Abteilung am Palästina-Amt Von Dr. M. Zagorodsky, Jaffa Um unseren Freunden, die sich für die Landwirtschaft in Palästina interessieren, eine Freude zu machen, wollen wir einiges von dem, was unsere landwirtschaftliche Abteilung im Laufe des vergangenen Jahres geleistet hat, hier mitteilen. Wir möchten die Gelegenheit benutzen, um denjenigen Herren unseren herzlichen Dank auszusprechen, die sich nicht nur mit guten Ratschlägen begnügt, sondern ihre Liebe zum heiligen Lande durch die Tat bewiesen haben. Es waren dies die Herren Gebrüder Weil, Mannheim, die uns 24 Kisten Kartoffeln verschiedener Sorten zu Versuchszwecken unentgeltlich nach Jaffa sandten, die Herren Gebrüder Levontin, Rjasan, die uns landwirtschaftliche Maschinen — Pflug, Planet, Kultivator, Kleesämaschine — zur Verteilung unter den Kolonisten überlassen haben; ferner Herr Kohanowitz, Kalifornien, der uns eine Kiste Nüsse (Juglans Californica) zuschickte. Alle diese Herren verfolgten dabei keine geschäftlichen Zwecke, sondern wollten nur der Förderung der Landwirtschaft dienen. Unsere Abteilung ist vorläufig noch nicht imstande, den Landwirten auf Grund der angestellten Versuche Ratschläge in bezug auf den Anbau von Sorten und Rassen aller Kulturgewächse zu geben; dies wäre ein Gebiet, das unsere Kräfte übersteigen würde. Im allgemeinen gibt es fast keine Kulturpflanze in den Nachbarländern, die in Palästina nicht entweder im Sommer oder im Winter angebaut werden könnte. Um aber Rentabilitätsversuche anzustellen, müßten wir sehr große Versuchsfelder anlegen; und dies wäre mit so hohen Kosten verknüpft, daß weder der Nationalfonds noch die Palestine Land Development Company dieselben zu tragen imstande wären. Was die türkische Regierung anlangt, so hat sie in diesem Jahre bereits zirka 3000 Frcs. für die Anlage einer Baumschule von Eucalypten in Beer-Scheba bewilligt, deren Leiter von uns die nötigen Anleitungen dazu erhalten hat. Auch hat die Regierung sieben Säcke Baumwoll- Saatgut unter die Bauern verteilen lassen, ohne hier aber Entgegenkommen zu finden, da zurzeit für den Anbau von Baumwolle keine allzu günstigen Aussichten im Lande vorhanden sind. Von einer weiteren Unterstützung seitens der türkischen Regierung kann unseres Erachtens jetzt wohl kaum die Rede sein. Wir haben mithin keine nennenswerten Anbauversuche gemacht, haben uns vielmehr mit den Erfahrungen der nachbarlichen semiariden Länder begnügt und von dort her das Saatgut für unsere Farmen und Kolonisten bezogen. Im folgenden geben wir eine Uebersicht unserer Tätigkeit im vergangenen Jahre, nach den verschiedenen Zweigen der Landwirtschaft geordnet: Bodenkunde: Wir untersuchten im Laufe des Jahres mit Hilfe der im Lande tätigen (bezahlten) Chemiker verschiedene Böden (in Hulda, Kafr-Urie usw). Getreidebau: Wir importierten Weizen als Saatgut (für unsere Farmen) aus Medea (Tunis), bestellten ägyptischen Weizen (mehlig und großkörnig) für Artuf, Kafr-Urie, Ben-Schemen, Chederah u. a. Futterbau: Wir bestellten große Quantitäten von Wicke als Saatgut für eine Reihe von Kolonien (Ben-Schemen, Kastinie, Katra, Artuf, Ekron, Pethach-Tikwah, Ein-Ganim usw.); ferner Saatgut für viele Kolonisten in Futterrüben, Mais, Luzerne usw. Gemüsebau: Wir verteilten Samen in kleineren Mengen und Zwiebeln von fast allen in Palästina wachsenden Winter- und Sommergemüsen, sowie Kürbisse, Melonen, Bamja (Gombo), Eierfrüchte, Tomaten, Pfeffer, verschiedene Sorten Kohl, Rüben usw. an 30 Lehrer und verschickten außerdem davon an viele Kolonisten. Handelsfrüchte: Wir haben unter die Kolonisten in allen Teilen Palästinas Samen von Zuckerrüben verteilt, nachdem schon im vorigen Jahre ein Versuch auf die Möglichkeit und Rentabilität des Anbaues von Zuckerrüben zur Zuckergewinnung in großem Maßstabe glänzend durchgeführt worden ist; aus der Mandschurei erhielten wir große Quantitäten Sojabohnen und haben Anbauversuche in größerem Maßstabe in Farmen und Kolonien eingeleitet: in Artuf (40 Dunam), Ben-Schemen, Kastinie, Kafr-Urie, Mikweh-Israel (je fünf Dunam) und an verschiedenen anderen Stellen; ferner stellten wir in Merchawja, Pethach-Tikwah, Ben-Schemen, Ruchama, Artuf Versuche an mit uns zur Verfügung gestellten Kartoffeln (24 Kisten von Weil, Mannheim), desgleichen ein paar Versuche mit Hopfen aus Stecklingen, die aus Rußland bezogen waren. Ferner bestellten wir Gaoljan, eine chinesische Futter- und Handelspflanze, die wir den Kolonisten zur Verfügung stellten. Die schon im vorigen Jahre angestellten Versuche mit Rauhkarden (für Weberzwecke) wurden weitergeführt und neue Versuche angestellt; wir stellten auch vereinzelt Versuche mit künstlicher Züchtung von Champignons, von Broom- Com, Lavendel, Myrthen und verschiedenen anderen Gelpflanzen in den Kolonien Artuf, Ein-Ganim, Beer Jakob usw. an; zu Versuchszwecken haben wir auch die aus Amani stammende Erderbse verteilt. Obstbau: Die schwarzen, gegen Nässe und Wurzelfäule widerstandsfähigen Nüsse Juglans Californica haben wir aus Kalifornien erhalten und an Kolonisten und Farmen aller Teile Palästinas zur Züchtung abgegeben; ebenso verteilten wir Samen verschiedener Sorten von Anona, Persimon (Kaki). Wir stellten auch Versuche mit Anbau und Pfropfen von Mandelnaus Sauerkirschen an, haben außerdem einen Versuch zur Züchtung von Gelbäumen aus Samen eingeleitet. In Artuf haben wir eine Parzelle von stachellosen Kakteen für Futterzwecke angelegt. Dünge versuche: Wir erhielten 110 Doppelzentner Handelsdünger von der Deutschen Palästina-Bank und haben an verschiedenen Stellen Versuchsfelder angelegt, und zwar in Ben-Schemen, Artuf und Kastinie; ferner erhielten wir durch die Bank 30 Säcke Ammonsulfat, 40 Säcke Doppelsuperphosphat und 40 Säcke verschiedener Kalisalze, Kalidüngersalz, Kalisulfat und Kainit. Die Versuche wurden mit Weizen, Gerste, Hafer und Wicke in großem Maßstabe angestellt. Kleinere Versuche machten wir mit Gemüse. Die Demonstrationsfelder haben auch eine große Wirkung auf die Kolonisten ausgeübt. Das Getreide der Demonstrationsfelder wurde auf die landwirtschaftliche Ausstellung in Rechoboth geschickt und hat (insbesondere der Weizen von Ben-Schemen) das Entzücken der Besucher hervorgerufen. Im Laufe des Jahres haben wir auch viele Proben von arabischem und chemischem Dünger auf ihre Zusammensetzung untersucht. Pflanzenschutz: An verschiedenen Stellen haben wir mit Floria Tue-Cochyl und anderen Insecticiden Versuche angestellt.

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