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Die Welt · 1914-05-08 · 19 (8.5.1914) · p. 467

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
19 (8.5.1914)
Article
[Kommentar]
Date
1914-05-08
Page
467 (sequence 3)
Language
German
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Nr. IQ -- 467 dies^Kelt betrug der Umsatz 360 000 £; zu Beginn des laufenden Jahrhunderts ist der Umsatz auf 650 000 £ gestiegen, im Jahre 1905 beträgt er bereits 831 000 £ und steigt so schnell, daß im Jahre 1911 der Gesamtumsatz der Ein- und Ausfuhr bereits 1,88 Millionen Pfd. Sterl. ■erreicht hat. Die Einwohnerzahl von Jaffa hat sich in dieser Zeit beinahe um das Vierfache vergrößert (von 17 000 auf 60 000 Einwohner). In demselben Maße hat sich auch der Handel in den übrigen Hafenstädten Palästinas entwickelt. Die Bevölkerung Palästinas beträgt gegenwärtig mehr als 700 000 Seelen. Davon sind ca. 100 000 jüdische Einwanderer. Wenn zu Beginn der Judeneinwanderung die Emigranten alte, arbeitsunfähige Leute waren, die nach Palästina kamen, um im heiligen Lande den Rest ihres Lebens zuzubringen, stellen die gegenwärtigen jüdischen Einwanderer in ihrer überwiegenden Mehrheit ein jugendkräftiges, arbeitsfähiges Element dar, und viele von ihnen verfügen über die erforderlichen Mittel, um eine Landparzelle zu erwerben und zu bearbeiten. Gegenwärtig leben bereits etwa 15 000 solcher Kolonisten in Palästina, und die türkischen Behörden hatten mehr als einmal Gelegenheit, den wohltuenden Einfluß der jüdischen Einwanderung auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zu be- Das früher verödete, vernachlässigte Land ist jetzt nicht wiederzuerkennen. Es wurden eine Reihe von Institutionen geschaffen, von denen man früher nicht geträumt hatte. So wurde z. B. von den Zionisten die Bank Anglo-Palestine Company zur Förderung der jüdischen Kolonisation gegründet, die nach der Aussage kompetenter türkischer Kreise auf die Kreditverhältnisse des Landes einen ungemein wohltätigen Einfluß ausgeübt hat. Vor der Begründung der genannten Anstalt waren die Kaufleute vollkommen der Willkür der Wucherer ausgeliefert und zahlten bis zu 60 o/o Jahreszinsen. Es kam auch noch schlimmeres vor. Nun gewährt die Bank Kredit gegen 9—10 prozentige Verzinsung (was bei den herrschenden Verhältnissen im Lande ein durchaus niedriger Satz ist) und schafft somit die Möglichkeit für eine systematische Handelstätigkeit. Ihre Arbeit ist hauptsächlich, auf die Entwicklung des Agrarkredits gerichtet und auf Mithilfe bei Bauunternehmungen, um der Wohnungsnot abzuhelfen. Dank der Vermittlung und Unterstützung der Bank, entstanden in Jaffa und Haifa neue Stadtteile, deren Häuser vermöge ihrer Bequemlichkeit, ihrer hygienischen Einrichtungen und ihrer schmucken Architektur in Palästina einzig dastehen. Gleich der Anglo-Palestine Company bringt der ebenfalls der zionistischen Organisation unterstehende Jüdische Nationalfonds dem Lande großen Nutzen. Derselbe kauft unbebautes Land, parzelliert es und verpachtet es an Juden, die sich dem Ackerbau widmen. Außerdem befaßt er sich auch mit Errichtung von Häusern für Landarbeiter. Aus der südarabischen Provinz Jemen kommen Tausende von Juden nach Palästina, denen der Nationalfonds kleine Wohnhäuser in den jüdischen Kolonien erbaut. Sie sind außergewöhnlich anspruchslos und als Landarbeiter unschätzbar für die jüdischen Kolo- Selbstverständlich ist die neue wirtschaftliche Entwicklung auf verschiedene Faktoren und auf die Beteiligung auch vieler anderer Kräfte zurückzuführen. Immerhin stellen die das Land kolonisierenden Juden ein sehr tüchtiges und vielversprechendes Element dar. Nicht allein, daß sie zur Hebung der Landwirtschaft beitragen, die Entwicklung des Handels fördern und bemüht sind, eine Industrie zu schaffen, erscheinen sie auch als die Träger einer neuen Kultur. Auf Initiative und mit den Mitteln der zionistischen Organisation werden Gymnasien, technische Schulen, Kindergärten, hygienische Institute usw. geschaffen, Aerzte und Krankenschwestern zur Bekämpfung der Malaria und der ägyptischen Augenkrankheit bestellt. Die russisch-jüdischen Einwanderer haben großen Anteil an dieser Kulturtätigkeit. Sie bestreben sich auch, das Band mit der Heimat aufrechtzu erhalten und in diese Provinzen russisches Rohmaterial und russische Fabrikate einzuführen. In Anbetracht dessen, daß Palästina und die es umgebenden Provinzen kein Holz besitzen, geben sie sich die größte Mühe, um dem russischen Holze im nahen Osten ein Absatzgebiet zu schaffen. Und tatsächlich wird russisches Holz in Palästina und Syrien sowohl für Privatzwecke als auch für die Bedürfnisse des Eisenbahnbaus usw. sehr gern verwendet. Die Hedschasbahn bezieht große Holzmengen aus Rußland. Der nahe Osten ist jetzt von einem wahren Baufieber auf den verschiedensten Gebieten ergriffen. Sein Bedarf für diese Zwecke ist ungemein groß. Er braucht die verschiedensten Materialien, und es kommt ihm auf rascheste Lieferung an. Daher wird er von dort beziehen, wo ihm die prompteste Zustellung gesichert ist. Die russischen Häfen, vor allem Odessa, müßten nach Möglichkeit ausgenutzt werden, um den Interessen der russischen Kaufleute sowohl wie denen der Abnehmer des nahen Ostens zu dienen. Es müßte auch eine Reihe von Maßregeln getroffen werden, die die billige, rasche und pünktliche Zustellung der Waren sichern würden.“ In Lemberg hat in jiddischer Sprache ein illustriertes „Interessantes Wochenblatt“ zu erscheinen begonnen, das dem Zionismus dienen will. Die Herausgeber sind die Gg. Gg. Dr. Natan Czaczkies und Parteiratmitglied Heinrich Fast. Die Nr. 1 bringt u. a. einen Artikel über die jetzigen wichtigeren Arbeiten der Gesamtpartei von Adolf Stand, Aeußerungen über die politischen Aussichten des galizischen Zionismus von Dr. Leon Reich. Die Bilder stellen meist das jüdische Leben in Palästina dar. Der I. Band des XI. Jahrganges der in Lemberg in polnischer Sprache herausgegebenen Monatsschrift für Wissenschaft, Kunst, Literatur und soziale Angelegenheiten des Judentums „Moriah“ beweist, daß das Blatt unter der Redaktion des Dr. S. F. Finkeistein seinem begründeten Rufe nicht nur treugeblieben ist, sondern auch sich stets weiter entwickelt. Der „Moriah" steht eine um so größere Bedeutung zu, als sie fast das einzige polnische Organ des Zionismus ist. In Nr. 1 und 2 schildert Dr. Leon Reich das Verhältnis des praktischen und politischen Zionismus, P. A I m o n i (Dr. Jakob Korkis) ergreift das Wort zum zionistischen Landesprogramm. In Nr. 3 bespricht Ehr. S. F. Finkeistein die Technikumfrage. Die bekannte polnische Schriftstellerin Marja Johanne Walewska stellt eingehend das Verhältnis des polnischen Volkes zum Zionismus dar und tritt für ein Bündnis der Zionisten und Polen ein. Dr. Israel Rath zeichnet die Entwicklung des jüdischen Dogmas. In Nr. 4—5 gibt Adolf Stand ein Bild des heutigen Zionismus, Josef Tennenbaum untersucht die Beziehungen des Fortschritts und der Renaissance. In Nr. 6 bespricht Dr. Wilhelm Berkelh a m m e r die jüdischen Memoiren, Cecilie Kuhmerker veröffentlicht eine Skizze „Ahasver". Bei der Administration ..Die Welt“ sind eingegangen: Für die Hebräische Universität: Israel. Gemeinde d’Arta ..-M. 4,— Für das Mikrobiologische Institut: „Vergesset nicht das Mikrobiologische Institut" Siegmund Eppler, Wien K. 2.— Jt 1.68; Paul Diamant, Wien K. 2.— — M 1.68; Prof. Kellner, Wien K. L— Jt —.81: Johann Kremenezky, Wien K 10— — M 8.40; Ing. Josef Seidener, Wien K. —.60 — Jt —.42; Heinrich Lederer, Wien K. —.60 — Jt —42; Leo Weins, Wien K. 1.— — Jt —.84; Oswald Weise, Wien K. 2.— — M 1.68; Julias Weise, Wien K. 1.— — M —Bi; Dr Elkan Weise, Wien K.2.— Jt 1.68; Ernennet Lockspeiser, Boryslaw K. L— M —.84; Kaie. Rat Emil Broch, Tarnow K. —.50 Jt —.42; Kais. Rat C. Hirsch, Wien K. 5.— Jt 4L0; Heinrich Bard, Lemberg K. 6.— — M 5.04; Fischei Engelstein, Metz Jt —.60; Simon Gerstenhaber Jt —.80; Josef Fränkel M —30; Jona Holdner M —.20; Isak Großmama Jt —.26 Simon Theo. Metz Jt —,25; Akadem. Verein jüdischer Mediziner, Wien Kr. 2.— M 1.68; Jüd. Nat. Akad. Verein „Emunah“, Czemowitz M. —B4; Israel. Gemeinde d’ Arta M. 4 —. Bei dem Jewish Colonial Trust, London sind eingegangen: Für den Bezalel: per L. Solomon, Hon. Secretary of Auckland Zionist Society, in the name of the late Dt. HerzI . . £4.-

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