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Die Welt · 1914-05-08 · 19 (8.5.1914) · p. 459

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
19 (8.5.1914)
Article
Die Tätigkeit der jüdischen Ärztegesellschaft Palästinas
Date
1914-05-08
Page
459 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 19 DIE2§£ELT über die Aufnahme der Schulkinder und deren Behandlung in Fällen von Trachom. So sieht der Feldzug aus, den die jüdischen Aerzte Palästinas gegen die böse Augenkrankheit führen wollen. Nach dem Voranschlag sind für diese großzügige Aktion ca. 100 000 Frcs. notwendig. Die größere Hälfte dieses Betrages erscheint bereits gedeckt. Vom hebräischen Gymnasium in Jerusalem Das vor fünf Jahren gegründete hebräische Gymnasium, in Jerusalem umfaßt gegenwärtig vier Voibereitungs- und sechs Gymnasialklassen. Die Zahl der Schüler und Schülerinnen beläuft sich zurzeit auf etwa 150. Fast alle Schüler stammen 459 Grundsteinlegung zu einem neuen jüdischen Hospital in Jaffa Auf Initiative der jüdischen Aerzte-Gesellschaft wurde vor anderthalb Jahren ein Komitee gebildet, das sich mit der Gründung eines neuen jüdischen Hospitals in Jaffa befassen soll. Die Arbeiten des energischen Komitees sind inzwischen so rasch fortgeschritten, daß man bereits am 10. Nissan an die Grundsteinlegung des neuen Krankenhauses gehen konnte. Ein neues Hospital — denn es gibt ein altes jüdisches Hospital in Jaffa. Und es ist von Interesse, über die alte und die neue Anstalt einiges zu sagen. Wie bekannt, ist eine stärkere jüdische Niederlassung in Jaffa erst jüngeren Datums. Noch Ludwig August Frankl Das Lehrerkollegium des hebräischen Gymnasiums in Jerusalem aus Jerusalem. Ihre Eltern gehören den verschiedensten Jerusalemer Gemeinden an: es gibt unter ihnen Aschkenashn, Sephardim, Bucharer, Grusiner, Jemeniten, Perser und Moghrebiner. Die Anstalt steht durchaus auf dem Niveau einer europäischen höheren Schule. Die Lehrgegenstände sind: Geschichte, Geographie, Arithmetik, Algebra und Geometrie, Naturgeschichte, Physik und Chemie; Bibel, Talmud, jüdische Geschichte, hebräische Sprachlehre und Literaturgeschichte; Logik und Psychologie; Französisch, Arabisch, Türkisch und Latein (Deutsch ist fakultativer Unterrichtsgegenstand); Zeichnen, Gesang, Turnen und Handarbeit (für die Schülerinnen). Die Zahl der Lehrkräfte beträgt 16. Die meisten von ihnen haben ihre Studien an europäischen Universitäten beendet. An der Spitze des Gymnasiums steht unser bekannter Gesinnungsgenosse Dr. Salomon Schiller. Der Jahresetat der Anstalt beträgt gegenwärtig etwa 40 000 Frcs. fand hier (etwa vor 55 Jahren) kein „Minjan“. Erst mit dem Beginn der landwirtschaftlichen Kolonisation in der Umgebung Jaffas bildete sich hier auch ein städtischer Jischub. Gar bald machte sich das Fehlen eines jüdischen Krankenhauses sehr stark fühlbar. Denn die neuen Einwanderer, einerlei, ob sie sich in Jaffa oder in den Kolonien niederließen, waren des Klimas ungewohnt und hatten in der ersten Zeit viel zu leiden. Später erst engagierte man einen Arzt, Dr. A. Masie, für sämtliche Kolonien, von Gedera bis Sichron-Jakob in Samaria . . . Was Jaffa selbst anbetrifft, so waren zu jener Zeit noch Sümpfe in der Stadt, die Brutstätten der Malaria waren und erst später durch die Regierung trocken gelegt wurden. Kein Zweifel also, daß die Gründer des alten jüdischen Hospitals sich große Verdienste um den Jischub erworben haben. Wir Jüngeren, die wir es in vielfacher Beziehung besser haben, hören nicht ohne Rührung von den Anstrengungen der Gründer der ersten Institute erzählen. Denn es war

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