Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 18 (1.5.1914)
- Article
- Nathan Birnbaum
- Date
- 1914-05-01
- Page
- 435 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 18 die^elt durch einen westjüdischen Intellektualismus verdorbenen Schichten finden und verwerfen, so führt ihn sein Weg als einen unserer schärfsten Analytiker immer tiefer in den Schacht des Volkstums, wo er die religiösen Urkräfte pulsen hört. Und doch ist sein Weg nicht mehr der unsere. Wir glauben nicht daran, daß die ruhige Entwicklung, wie sie seine ganze Galuthauffassung fordert, die schöpferischen Kräfte unseres Volkstums freimachen kann. Und je mehr Nathan Eimbaum im einzelnen mit seinen Beobachtungen und Feststellungen Recht hat, um so stärker ist unsere Ueberzeugung, daß er mit seiner glühenden Bejahung des Gewordenen sich selbst wieder dem rationalistischen Intellektualismus genähert hat, den 435 er so tief verachtet, so heiß haßt und — vielleicht so stark fürchtet. Mehr denn je sehe ich in Nathan Birnbaums Stellung zum Judentum eine Tragik, die aus seiner Seele quillt. Auch an Nathan Birnbaum bewährt sich der Fluch des Galuth, in dem der Weg von der Bejahung des eigenen Ich nicht durch die Bejahung des Lebens unserer Zeit und des Judentums unserer Tage zur Erfüllung führen kann. Mancher aber von uns, der seiner Stimme nicht mehr folgt, liebt und achtet doch die ursprüngliche Kraft in dem Manne, der uns auch auf dem Weg zum Zionismus einmal vorangegangen und immer ein Lebendiger und ein Kämpfender geblieben ist. (iiiiiij ZIONISTISCHER ZENTRALFONDS Die Ankündigung der Veröffentlichung des Gesamtausweises, nach Orten geordnet, die inzwischen in der vorigen Nummer der „Welt" erfolgt ist, hat auf die Sammlung belebend gewirkt. Ueberall hat man sich beeilt, Versäumtes nachzuholen, und wenn die Eingänge zum Teil auch zu spät kamen, um noch für den Gesamtausweis verwertet werden zu können, so haben sie doch den dieswöchentlichen Ausweis wieder auf die ansehnliche Höhe von rund 16 500 M. gebracht. An diesem guten Ergebnis partizipiert in erster Linie Südafrika, in dessen Ueberweisungen die ausgezeichneten Resultate der Propagandareise des Herrn Kretschmar immer deutlicher zum Ausdruck kommen. In den Ueberweisungen aus Rußland sind die ersten Erfolge der speziellen Aktion wahrzunehmen, die unsere Freunde während der Zwischenfeiertage des Peßachfestes unternommen haben. Mit besonderer Freude begrüßen wir das Ergebnis der AntwerpenerSammlung, das unsere belgischen Gesinnungsgenossen eifrig an der Arbeit zeigt. Bemerkenswert ist auch die Ueberweisung aus Argentinien, ein Zeichen mehr dafür, daß allmählich auch die überseeischen Länder auf den Plan rücken. Daß in Westösterreich und Galizien die Sammlung intensiv weitergeführt wird, ist bei dem rühmlich bekannten Eifer unserer, dortigen Freunde selbstverständlich und kommt auch in diesem Ausweis wiederum zum Ausdrude. Bisherige Eingänge nach Landern geordnet Rußland M. 102342.60 Deutschland 57113.98 West-Oesterreich: Böhmen M. 15 175.62 Inner-Oesterreich „ 10163.50 Mähren-Schlesien „ 8751.02 „ 34 090.14 Südafrika 18 365.95 Galizien 14 258.95 England 8 714.50 Amerika 6959.95 Rumänien 6485.22 Türkei (mit Palästina) „ 6414.09 Canada 3 057.60 Belgien 2 662.15 Südslavische Länder 2 589.66 Holland 2490.— Ungarn 1 970.02 Bukowina 1 325.21 Bulgarien 1 120.07 Verschiedene 3 590.39 Z entralfonds 1914 Ausweis der vom 21. bis 28. April eingegangenen Beträge Deutschland Königsberg i. Pr.: S. Morgenstern JL 20.— Posen: Moritz Krause.„ 20.— Russland B e n d z i n: D. Kleinmann. Bobrinez: J. Faden u. M. Lazewnikow Irkutsk: J. C. Kahan. Koidanow: Ch. Merlis. Reval: Sammlung .. Saratow: Sammlung. W estösterrreich Böhmen Aussig: Alex Reinhalt.JL 33.96 Pilsen: Simon Hofman.Kr. 100.— Zion. Mittelschüler (I. Rate) . . . ,, 54.— S. Adler .25.— G. Beck.25.— Kleine Spenden: I. Rate der Hellersammlung .. 5.— Kr. 209.— JL 175.56 Innerösterreich. Wien: Dr. Paul Weisengrün (Jahresbeitr.) Kr. 800.— JL 672.— JL 20.— „ 66.97 „ 642.— „ 137.49 54.60 268.24 12.94 Galizien Kleine Spenden: Fanny Cyfer . . Südslawische Lä Essek: J. N. Schulhof. T u z 1 a: Salamon J. Alkalay .... Kr. 5.— JL 4.20 JL 200.— „ 99.83 Hebräisches Schul werk Deutschland Berlin: Dr. Alfred Maass.JL 100.— S. Eisen.„ 20.— Dr. Hermann Levy. „ 20.— JL 140.— Erich Oelsner.JL. 20.— Kleine Spenden: J. Olsner, E. Oelsner, H. Harry, H. Neumann, J. Segall, A. Jacob, W. Powidzer, Lippmann, W. Powitzcr, Gembitzki, Waldo, Nossen Loewenthal, Seligmann, Schwersenzky, N. N., Taschynski, H. Wollenberg, D. Loewenthal, Knobloch, Goldmann, Neufeld, Wollenberg, Gottfeld, F. Neufeld, Sulke, Pyritz, Frost, Mielczynski, Bergmann, Peyser, Js. Cohn, Basch, Spenner, R. A. Tännchen, Jaretzki, Gandei, Daniel, Abr. Foerder, Husch, Heymann, Fürder, David, Jacob, Nachemstein, Deutschmann, Wilczynski, Spitz, Steckei, Gelbstein, Reich, Zeimann, Neufeld, Süsskind, Freitag, Jacobsohn, Mielczynski, Skolny, Rogowski, Rosenthal, Lachmann, Lustgarten, Badt, Josephsohn, Zwick.., 181.50 JL 201.50 063323383063