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Die Welt · 1914-04-24 · 17 (24.4.1914) · p. 426

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
17 (24.4.1914)
Article
Bemerkungen zur Vierteljahresstatistik
Date
1914-04-24
Page
426 (sequence 1)
Language
German
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426 Nr:V\7 DiE3^ELT Bemerkungen zur Vierteljahresstatistik (Januar—März 1914) Bei einem Vergleich des Sammelergebnisses der ersten drei Monate d. J. mit denjenigen des ersten Quartals 1913 fällt auf, das die Steigerung nur 6000 M. (gegenüber 25 000 M. im Vorjahre) beträgt. Es ist dies ein relativ ungünstiges Ergebnis, und wir können auch der Steigerung nicht froh werden, da sie nur einigen wenigen Ländern zu verdanken ist, während die anderen einen bedauerlichen Rückgang aufweisen. Der Rückgang wird seitens unserer Vertrauensleute in der Hauptsache auf die Inanspruchnahme unserer Freunde durch die Aktion für das hebräische Schulwerk zurückgeführt. Diese Erklärung erscheint uns jedoch nicht ausreichend. Wir glauben vielmehr, daß die Steigerung der Propaganda für einen Zweig der Palästina-Arbeit eine Steigerung der Arbeitsfreude und des Interesses für alle Gebiete unserer Betätigung in Palästina zur Folge haben kann. Wir glauben deshalb, daß der Stillstand der N. F.-Sammlungen in manchen Ländern doch in mangelnder Organisation, vor allem in ungenügender Arbeitsteilung und mangelnder Spezialisierung der Vertrauensmänner für die N. F.-Arbeit begründet ist. Der N. F. kann auf dauernde Erfolge nur dann rechnen, wenn sich ein Heer von Vertrauensmännern dauernd und ausschließlich der N. F.- Arbeit widmet. Diese Spezialisierung der organisatorischen und propagandistischen Tätigkeit wird auch den übrigen zionistischen und Palästina-Institutionen zum Nutzen gereichen. So sind wir überzeugt, daß unbeschadet der Propaganda für andere Zwecke, der Sammeleifer unserer Freunde für den Nationalfonds auf die Dauer keinen Stillstand erfahren wird. Zu dieser Erwartung berechtigt uns das zunehmende Verständnis der Öffentlichkeit und insbesondere unserer Vertrauensmänner für die grundlegende kolonisatorische Bedeutung des Nationalfonds und seiner wichtigen Unterabteilungen: Baumspenden, Arbeiterheimstätten -und Genossenschafts- Tabelle II. Sammelstelle I. Vierteljahr 1914 I. Vierteljahr 1913 1. Russland .... 52 127.59 42 544.22 +9 583.37 2. Nordamerika . . . 27 896.65 26 046.57 +1 850.08 3. Oesterreich . . . 14 470.15 19 513 95*) 5 043.80 4. Deutschland . . . 13 915.70 21021.74 -7 106.04 5 Galizien .... 9 324.19 49 324 19 6. Südafrika .... 7 396.52 2 605.16 44 791.36 7. Rumänien .... 2 913.81 2 305 78 4 608 03 8. England .... 2 670 eo 3 937.52 -1266 92 9- Belgien. 2 250.53 2 515 55 - 295.02 10. Ungarn. 2 093.11 2 031.01 - 62.10 11. Türkei. 1 753.59 1 169.51 - 584.08 12. Griechenland. . . 1 501.30 1 113 30 - 391.— 13. Argentinien . . . 1 236.04 33.49 -1 202 55 14. Südslavische Länder 1 106.22! 680.91 - 425.31 15. Schweiz .... 1 057.33 167 30 - 890.03 16. Ostasien .... 844.56 948.94 - 104.38 17. Frankreich.... 795 19 1 287 11 - 491.92 18 Holland .... 714 42 1 898.62 -1 184.20 19. Italien. 454 30 415.89 4 38.41 20. Serbien. 329.70 F 329.70 21. Aegypten .... 270.10 163.80 F 106 30 22. Australien .... 217.26 569.24 - 351.98 23 Brasilien .... 133 02 F 133.02 24. Schweden .... 102.16 i 85.37 F 16 79 25. Canada. 15.47 1 8 344.82 -8 329.35 26. Dänemark .... 53 67 - 53.67 27. Portugal .... — 12 — - 12 — 145 59251 139 495.47 | *) Im Jahre 1913 noch mit Galizien. Mit Befriedigung konstatieren wir, daß Rußland in diesem Vierteljahr fast 10 000 M. mehr aufgebracht hat als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres, wobei noch zu berücksichtigen ist, daß im vorigen Jahre eine Spende von 10 000 Frcs. das Ergebnis beeinflußte. Nordamerika hat nur einen geringfügigen Zuwachs zu verzeichnen. Hoffentlich werden der dort planmäßig vorbereitete Blumentag und die Aktion für den Genossenschaftsfonds das Ergebnis des ersten Halbjahres verbessern. Deutschland, das in der vorjährigen Statistik den Vorrang vor Oesterreich einnahm, hat nach der Ansicht unserer deutschen Freunde infolge der Schulfonds-Agitation einen besonders merklichen Rückgang der N. F.-Einkünfte zu verzeichnen. Bei Oesterreich, das zum ersten Male in der Statistik ohne Galizien figuriert, zeigt sich, daß dort die N. F.-Sammlungen nicht so erheblich zugenommen haben, wie wir das bei Galizien freudig konstatieren. Südafrika hat zwar gegenüber dem ersten Vierteljahr 1913 ziffernmäßig einen Aufschwung erfahren, ist jedoch in letzter Zeit nicht mehr so aktiv für den N. F. wie in früheren Jahren; wir sind der Auffassung, daß organisatorische Mängel daran schuld sind. Die Einnahmen des N. F. in Rumänien, das sich von der durch den Krieg verursachten Krise allmählich erholt, sind anerkennenswert, könnten aber zweifellos noch erhöht werden. Dieses Land mit seiner zahlreichen, gut jüdisch empfindenden Bevölkerung müßte bei entsprechenden organisatorischen Maßnahmen dem N. F. eine viel ansehnlichere Summe einbringen, wie das vor Jahren tatsächlich der Fall gewesen ist. Bei England sowohl als auch Belgien macht sich ein Stillstand der Spenden bemerkbar, der einem Rückgang gleichkommt, aber wohl bei beiden Ländern in nächster Zeit kompensiert werden dürfte. Unsere ungarische Sammelstelle tritt zwar in der obigen Tabelle nur mit einem geringfügigen Zuwachs in die Erscheinung, hat jedoch in der allerletzten Zeit befriedigende Erfolge erzielt, die in der Statistik noch nicht zum Ausdruck kommen. Die durch Kinder veranstaltete Purim-Sammlung allein hat ihr über 3000 Kr. eingebracht. Die Türkei zeigt insofern ein erfreuliches Bild, als die unter dieser Rubrik verzeichneten Spenden aus Palästina außerordentlich zugenommen haben. Dagegen bleibt in dem übrigen Teil der Türkei für eine systematische Propaganda des N. F. noch ein großes Arbeitsfeld. Mit den Eingängen aus Griechenland und Argentinien kann man zufrieden sein, obwohl auch hier noch viel für den Ausbau der N. F.-Organisation zu leisten wäre. Unsere Schweizer Sammelstelle liefert unter der rührigen und umsichtigen Leitung von Herrn W. Simon in Zürich wachsende Erträge. Gan ada fehlt diesmal fast gänzlich in unserer Uebersicht. Das Ergebnis wäre ein anderes, wenn dieses Land (das Gleiche gilt übrigens auch für die überseeischen Sammelstellen Südafrika, Argentinien und Brasilien) die Spenden-Rimessen häufiger und regelmäßiger überweisen würden. Die Einkünfte des N. F. aus Frankreich sind in letzter Zeit ziemlich mäßig. Von Holland darf erwartet werden, daß die daselbst zu Schabuoth veranstalteten Blumentags-Sammlungen in der nächsten Statistik den diesmaligen Ausfall decken und noch erheblich übertreffen werden. Bei den Ländern mit geringerer jüdischer Bevölkerung zeigt sich kein nennenswerter Unterschied zwischen den Resultaten in diesem und im vergangenen Jahre, Aber von allen läßt sich behaupten, daß dort bei Ausnützung aller Möglichkeiten die Eingänge für den N. F. unschwer vervielfacht werden könnten. Wenden wir uns nun den einzelnen Sammelmitteln zu, so ist bei diesen im allgemeinen insofern eine Veränderung gegenüber dem ersten Quartal 1913 hervorzuheben, als die Sammlungen für Arbeite rheim-

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