Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 17 (24.4.1914)
- Article
- [Kommentar]
- Date
- 1914-04-24
- Page
- 414 (sequence 2)
- Language
- German
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- Safed 3× ep/1046078
- Beirut 1× ep/1047833
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414 diexxelt Nr. 17 des jüdischen Volkes verdiene es, daß wir ihretwegen eine größere Anstrengung nicht scheuen. Die geplante Universität, die doch für jene jüdische Jugfend gedacht ist, die um ihres Judentums willen leidet, müsse eine wirklich jüdische sein — und das sei nur in Palästina möglich. Nur dort könnten die jungen Juden ganze Juden werden. Mögen unsere jungen Aerzte und Ingenieure am Wiederaufbau Zions mitwirken, statt das ohnedies zahlreiche Intelligenzproletariat in Berlin, Paris und London zu vermehren. Zum Schluß geht Zeitlin, der selbst nicht Zionist ist, mit jenen jüdischen Politikern scharf ins Gericht, die aus Angst vor dem Zionismus Palästina absichtlich aus dem Wege gehen — und sei es auch auf die Gefahr hin, daß ihre Kinder der Assimilation anheimfallen. PALÄSTINA-RUNDSCHAU Türkische Verwaltungsbeamte über die jüdische Kolonisation in Palästina (Von unserem Berichterstatter.) In letzter Zeit hatten wir mehrfach Gelegenheit, Aeußerungen hoher Verwaltungsbeamter in Syrien und Palästina zu vernehmen, aus denen hervorgeht, daß man jetzt, trotz aller Verleumdungen einzelner judenfeindlicher Preß Organe, in Regierungskreisen das zionistische Kolonisationswerk und seine Bedeutung für die Türkei zu würdigen weiß. Der W a 1 i von Beirut besuchte dieser Tage Safed und die nahe Kolonie Rosch-Pinah. Er war über den herzlichen Empfang, der ihm von der jüdischen Bevölkerung bereitet wurde, sehr erfreut. Mit besonderer Anerkennung äußerte er sich über die jüdische Schuljugend, die, nach seiner Ansicht, die jüdische Bevölkerung in der Türkei zu großen Hoffnungen berechtige. Zu Mittag war er und der Kaimakam von Safed, sowie Herr Karniol, der dortige Leiter der A. P. C., Herr Glikin aus M i g d a 1 u. a. die Gäste des HeJrm Agr. Kalvarisky. In seiner Unterhaltung mit Herrn Karniol drückte der Wali seine Freude über das segensreiche Wirken der A. P. C. aus. In gleichem Sinne äußerte er sich nachher in Safed, wo er auch das jüdische Krankenhaus besuchte. Als die Reisegesellschaft jüdischer Studenten und Turner vor kurzem dem Kaimakam von Safed einen Besuch abstattete, sagte dieser: „Die Juden und die Moslims sind stammesverwandt und müssen immer Hand in Hand gehen. Das Land bietet Raum genug und steht den Juden In Judäa hatte die Kolonie Rischon le-Zion Gelegenheit, den Jerusalemer Gouverneur, Magid Schefket Bey, und den Kaimakam von Jaffa zu begrüßen. Der Gouverneur kam in Begleitung seiner Gemahlin, seiner zwei Söhne und des Herrn Brüll, des leitenden Beamten der I. C. A. Die Gäste besuchten alle Anlagen, Pflanzungen und die Kellereien der Kolonie und unterhielten sich bei einem Tee, der ihnen in den Bureauräumen des Kellers gereicht wurde, über eine Stunde mit den älteren Kolonisten. Der Gouverneur versprach, in einem Monate für einen oder zwei Tage wiederzukommen, da die Kolonie ihm sehr gut gefallen habe. Eine Gesamtvertretung der palästinensischen Arbeiterschaft Bis in die letzte Zeit fehlte es der palästinensischen Arbeiterschaft an einer Gesamt Vertretung. Ein solches Organ ist jetzt im „Vereinigten Vorstand der palästinensischen Arbeiter" geschaffen worden. Er ist vorläufig zusammengesetzt aus Vertretern der Organisation der judäischen, der galiläischen Arbeiter und der Wächterorganisation „Haschomer", In Zukunft werden sich auch wohl städtische Arbeiterorganisationen anschließen. Interessant sind die Grundsätzedieses „vereinigten Arbeitervorstandes", die in längeren Sitzungen der konstituierenden Konferenz ausgearbeitet worden sind, und die die Ziele und Mittel der palästinensischen Arbeiterbewegung auf das klarste beleuchten. Sie sollen daher hier vollständig wiedergegeben werden. I. Organisierung der Arbeits Verhältnisse. 1. Die Arbeiterorganisationen sind verpflichtet, dahin zu wirken, daß die Leiter von Wirtschaften, die jüdische Arbeiter beschäftigen wollen, erfahrene Landarbeiter erhalten; mit den Verwaltungen sollen klare Abmachungen über die Beziehungen zwischen ihnen und den Arbeitern vereinbart werden. 2. Um gesunde Verhältnisse zwischen den Arbeitern und den Verwaltern zu schaffen und überflüssige Konflikte zu vermeiden, soll eine vermittelnde Instanz gewählt werden, die für beide Parteien bindende Abmachungen treffen soll. 3. In Anbetracht der großen Bedeutung, die hier solche Arbeiter haben, die schon im Auslande landwirtschaftlich tätig waren, soll der vereinigte Vorstand die jungen Leute, die als Landarbeiter nach Palästina gehen wollen, auffordem, nach Möglichkeit schon in ihren jetzigen Wohnländem landwirtschaftlich zu arbeiten. II. Inneres Leben der Arbeiter. 1. Der vereinigte Vorstand macht die Arbeiterorganisation auf die Notwendigkeit einer energischen und regelmäßigen kulturellen Arbeit aufmerksam. Die Hauptaufgaben nach dieser Richtung sind: a) Verbreitung der hebräischen Sprache als Schlüssel zu einer jüdischen Eigenkultur in Palästina; b) Verbreitung von landwirtschaftlichen Kenntnissen in Arbeiterkreisen; c) Förderung der Landeskunde und der Kenntnis des Lebens der Landeseinwohner; d) Wahrung des Interesses für kolonisatorische und soziale Fragen, die das Leben der Arbeiter be- 2. Zur Verbreitung landwirtschaftlicher und kolonisatorischer Bildung soll ein besonderer Verlag geschaffen werden, für den jede Arbeiterorganisation je 500 Francs binnen drei Monaten aufzubringen hat. 3. Ueber der steten Verteidigung des Prinzips der jüdischen Arbeit und der Interessen der Arbeiter soll die innere Erziehungsarbeit innerhalb der Arbeiterschaft nicht vernachlässigt werden. 4. Die Arbeiterpresse hat objektiv und unvoreingenommen die Erscheinungen im Leben der Arbeiter zu beleuchten und das Verhalten der Arbeiter, wo es erforderlich ist, einer Kritik zu unterziehen, ohne sich darum zu kümmern, daß die Gegner der jüdischen Arbeiter daraus Kapital schlagen können. III. Arbeitersiedlungen. 1. Die Grundlagen sind: a) Eigene Arbeit; b) Wahlrecht der Genossen; c) solidarische Haftpflicht; d) Ratenzahlung; e) Erbpacht auf dem Boden des Nationalfonds. (In Fällen, in denen eine Arbeitersiedlung auf Privatboden entsteht, ist eine private Vereinbarung, die die Innehaltung der obigen Punkte garantiert, erforderlich.) f) Organisierung der Siedlung unter Beteiligung der Vertreter der palästinensischen Arbeiterschaft. 999999999999