Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 15 (10.4.1914)
- Article
- Gedenket der Büchsenleerung am Chol-Hamoed Pessach! [Nachricht]
- Date
- 1914-04-10
- Page
- 372 (sequence 1)
- Language
- German
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Nr. 15 371 DIE^ELT ihres Mannes in das alte Beth-Hamidrasch gebracht, Jechiel-Michal hatte es mit Wasser gefüllt und die Kohanim hatten ihre Hände darin gewaschen. Und jetzt stand die Hausfrau selbst vor ihm und bediente ihn mit diesem Becken! Jechiel-Michal tauchte die Petersilie ein, brach die Mazzoth und sagte die Hagadah. Sara-Lea hörte zu und schickte ein stilles Dankgebet zu dem heiligen Gottesnamen empor, daß er ihr beschieden hat, in ihrem Hause einen richtigen Peßach mit allem, was dazu gehört, zu erleben. Von Jechiel-Michal weicht die schwere Last und das Leid, er sitzt zurückgelehnt, sein schweres Haupt sinkt in die Kissen, der Schweiß ringelt seine Schläfenlocken und es scheint ihm, als versinke er in einen tiefen Abgrund. Er weiß nicht, wie ihm geschieht; er weiß nur, daß unendliche Gnade die Welt umfängt. Sein Blut pocht und stürmt, fast empfindet er Schmerz; allein er fühlt das Verlangen, der Schmerz möchte tiefer werden, siebenmal tiefer, und er möchte in den Abgrund hinabfallen. Das Städtchen ruht stille und lautlos unter dem stahlblauen Himmel, welcher von dem vielen Staub, der vor Peßach aus den Häusern und Höfen aufgestiegen, wie verschleiert ist. Der Mond bahnt sich einen Weg und der Himmel wird klar. Und die Nachtstrahlen weben einen Baldachin über dem kleinen Häuschen, das in die Heiligkeit des Festes versinkt. Ein kühles Frühlingslüftchen kommt, stiehlt sich durch eine Fensteröffnung, bläst einen Augenblick herein und kämpft einen kleinen Krieg mit der warmen Luft im Zimmer; und in der Stube summt es wie ein Plätschern von Wellen und es dünkt ihnen, als führen sie: sie sitzen auf dem Schiffe, mitten im großen Meer, auf dem Wege nach Erez-Israel, wohin ihre Seele sich sehnt; und allbereits schmiegen sie sich an die heilige Erde und sehen die heiligen Stätten mit Augen. Die herabgebrannten Kerzen flimmern in den Leuchtern, da das Lüftchen sie trifft, erheben ihre Augen und blicken Jechiel-Michal und Sara-Lea still ins Gesicht. Jechiel-Michal liest die Hagadah und trillert mit seiner Stimme und sagt: „Er baue sein Haus balde!" Aus den Häusern der Gasse trägt der Frühlingswind das Echo über die ganze Stadt: EL beneh, el beneh; baue, o Gott, Jechiel-Michal singt und sagt: „Leschanah habaah bijruschalajim!" Und die Phantasie, die dem Menschen so tief eingepflanzt ist, läßt ihn denken, schon hier sei ein Stück Erez-Israel; er fühlt schon die Luft des Landes; aus den Zweigen klingt das süße Zwitschern eines Vogels und im Hause Sara-Leas, der Witwe, singt eine Stimme Schir-Haschirim. Schluß des redaktionellen Teiles Bei der Administration „Die Welt" sind eingegangen: Für das Mikrobiologische Institut: „Vergesset nicht das Mikrobiologische Institut" Siegmund Kppler, Wien K. 2.— — Jt 1.68; Paul Diamant, "Wien. K. 2.— Jt 168; Prof. Kellner, Wien K. 1— Jt —.81: Johann Kremenezky, Wien K 10 — — Jt 8.40; Ing. Josef Seidener, Wien K. —.SO --- Jt—,42; Heinrich. .Lederer, Wien K. —.60 — Jt —.42; Leo Weise, Wien K. 1.— — Jt —.84; Oswald Weiss, Wien K.2.— Jt 1.68; Jalias Weise, Wien K. 1 — — Jt-SA- Dr. EBcan Weiss, Wien K.2.— — Jt 1438; Emanuel Lockspeiser, Boryslaw K. 1.— — Jt —.84; Kais. Bat Emil Broch, Tarnow K.—.50 — Jt —.42; Kais. Lat C. Hirsch, Wien K.5.— ----- Jt 420; Heinrich Bard, Lemberg K 6.— Jt 5.04; Fischei Engelstein, Metz Jt —.60; Simon Gerstenhaber Jt —.SO; Josef Frankel Jt— 50; Jona Holdner ^6 — .20;Isak Großmann-Ä — 25; Simon Thau, Metzj£ —25: Akadem. Verein jüdischer Mediziner, Wien Kr.2.— — Jt 1.68; Jiid. nat. akad. Verein „Emunah“ Jt —.84; Tom Philips Jt 84.—; Akad. Verein jüd. Mediziner, Wien Jt 6.55: Liebermann & Goldstein, Rzeszow Jt —.42. Bei dem Jewish Colonial Trust, London sind eingegangen: Für den Bezalel: Von der London Bezalel Association per Miß Ginzburg L 4.2.2 Für das Hygienische Institut: Per Sammelstelle d. J.N. F. Wien.Kr. 50.— Für die Hebräische Universität: Per J.N.F. Wien ............ Kr, 3 b,— Für das Hebräische Gymnasium in Jaffa: Per J.N.F. Wien...Kr. 2 — Meyers Deutscher StSdteailas. 50 stadtpläne mit 54 Umcebungakarten, vielen Neben planen und vollständigen Straßenverzeichnissen. Herausgegeben von Kartograph P. Krauß und Dr. E. Uetrecht. In Leinen gebunden 8 M. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien. Etwas ganz Neues und in seiner Art nicht Dagewesones ist der im Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig erschienene .Meyers Deutscher Städteatlas’1. Er vereinigt die Pläne der 50 deutschen Großstädte. d'C •wegen ihrer räumlichen Ausdehnung und der Einverleibung von Vororten mehr als früher eine graphische Darstellung erheischen. Sie sind auf Grund amtlicher Unterlagen gezeichnet und geben, scharf gestochen, in gut leserlicher, übersichtlicher Darstellung den neuesten Stand der Dinge wieder. Um dem Stadtinnern sein Hecht auf eine größere Darstellung zu wahren, haben die Bearbeiter häufig neben die Uebersichtspläne Spezialpläne in größerem Maßstabe gestellt und unter Berücksichtigung der örtlichen Bedürfnisse zahlreiche Nebenkärtchen zur Darstellung der Umgebung, von Häfen, Industriegebieten u. a. gebracht Besondere Hervorhebung verdient der große, lose beiliegende Plan von ,.Groß-Berlin“ mit seinen verwickelten Gemeinde- und Postgrenzen, der da» Zurechtfinden bedeutend erleichtern wird. Wesentlich erhöht wird die Brauchbarkeit der Pläne durch vollständige Straßenverzeichnisse, auf denen die Lage sämtlicher Straßen, wo nötig, auch das zuständige Amtsgericht, Bezirkskommando. Standesamt und die Postbestellanstalt, die Straßenbahnlinien, öffentlichen und wichtigeren Privatgebäude zu finden sind. Mit Hilfe einer Quadrateinteilnng laßt sich die Lage jeder Oertlichkeit usw. auf den Plänen leicht f es'stellen. Soweit es im Rahmen eines Atlas geschehen kann, wir i durch diese Anordnung ein guter Ueberblick über das Hauptsächlichste und Wissenswerte einer Großstadt verschafft. Der „Städteatlas“ ist ein wertvolles und praktisches Hilfsmittel für weiteste Kreise, namentlich für Polizeibehörden Post- und Vermessungsämter, Bezirkskommandos usw: auch Spediteure und Versandgeschäfte, Hotels und AuskunftssteUen werden sich seiner mit bestem Erfolg bedienen. Geschäfts¬ und Privatreisende finden in dem Atlas beste Gelegenheit, schon vorher ihren Rondga<»g und etwaige Besu'disfährten in die Umgebung auszuarbeiten. So ist mit „Meyers Deutschem Städteatlas“ für Behörden. Hand-1, Industrie und Reise de ein b’ nuchbares und nicht leicht versagendes handliches Nachschlagewerk geschaffen worden, das sich sicherlich bald allgemein -i-bürg m w-ni. Hochinteressant für unsere Leserinnen dürfte der neue Handarbeits- Katalog sein, don die Firma M. Ruppin, Charlolfenburg, Kanfsfrafje, zusammen gestellt hat. Prachtvoll ausgestattet und mit über loOu Abbilda»gen der neuesten modernen Handarbeiten versehen, bildet dieser Katalog ein inte essants Nahschlage buch für die Damenwelt. Da der Katalog auf Verlangen gratis versandt wird, eu pfehlen wir denselben von genannter Firma oinznfordern. Nach aufgehobener Tafel darf beim K&flee eine müde Salem Gold oder eine würzig aromatische Salem Aleikum CSgareffe nicht fehlen Salemüold (Goldmundstück.oval) S&kiR AEeOfium (Hohlinundsfück^ruirijd) rpfsd-SfcR. Cchtmit&rma,. GrienLJäbak-iLGöaretLr TcdmkyeriidzaJ)resd£Ti SVILcLJCmigs uofLSadisea lyusffrei! Ü