Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 12 (20.3.1914)
- Article
- Das neue hebräische Schulwerk in Palästina
- Date
- 1914-03-20
- Page
- 285 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 12 blE3§KELT Lehrern, die sämtlich aus der ehemaligen Hilfsvereinsschule in die neue Anstalt übergegangen sind, ist noch der Direktor Dr. Biram und der Oberlehrer Tachauer, der vorher an dem Jerusalemer Lehrerseminar wirkte, hinzugekommen. In J a f f a ist eine gehobene Volksschule für Knaben eröffnet worden, die in 8 Klassen ca. 150 Schüler zählt. Diese Schule hatte zwei Monate hindurch unter dem Mangel geeigneter Lokalitäten zu leiden; diesem Mangel ist jedoch vor kurzem abgeholfen worden. Das Lehrerkollegium umfaßt alle früheren Hilfsvereins- 285 Schule zu gehen, besucht. (Das Bild zeigt nur die Schülerinnen der zwei obersten Klassen.) 2. Eine achtstufige Mädchenschule. Zu dieser Anstalt sind sämtliche Lehrer und Lehrerinnen der Mädchenschule des Hilfsvereins, außer dem Turnlehrer, übergegangen. Die Schule steht unter der Leitung von Fräulein Vera Pinczower. Die Schule verfügt über sehr ansprechende Räume in einem schönen, mit Gartenanlagen versehenen Hause an der Chaussee Jerusalem-Jaffa in der Nähe der Alliance-Schulen. Gleich nach Eröffnung dieser Anstalt wurden Unterrichtsstunden Ä Hebräische Mädchenschule in Jerusalem lehrer, mit Ausnahme des Lehrers für Deutsch, der nicht zur neuen hebräischen Anstalt übergegangen ist und an dessen Stelle ein anderer Lehrer für Deutsch engagiert wurde. An der Spitze des Lehrerkollegiums steht der bekannte hebräische Schriftsteller A. S. Rabbinowitz, der sich auch im Kreise der Orthodoxen großen Ansehens erfreut. Der „Eckstein“ des neuen Schulwerks ist jedoch Jerusalem. Hier sind folgende sechs neue hebräische Erziehungsanstalten ins Leben gerufen worden, die mehr als 500 Schüler und Schülerinnen —, zum allergrößten Teil Jerusalemer Kinder —, zählen: 1. Abendkurse für Mädchen, eine Institution, die von den Schülern des hebräischen Lehrerseminars und den jungen Lehrern dieser Anstalt gegründet worden ist. Sämtliche Lehrkräfte erteilen ihren Unterricht unentgeltlich. Die Kurse umfassen hebräische Sprachlehre, Bibel, jüdische Geschichte und Rechnen. Die in mehrere Klassen gegliederten Kurse werden von 150 Schülerinnen, die nicht in der Lage sind, tagsüber in die für Gartenbau eingerichtet, die für die zukünftigen jüdischen Hausfrauen sehr notwendig sind. Jeder, der Gelegenheit hat, die deutschen Siedlungen in Palästina mit den schmucken Blumen- und Gemüsegärten vor den Wohnhäusern zu sehen, die nur von den Frauen angelegt und gepflegt werden, wird verstehen, wie sehr der Unterricht im Gartenbau an unseren Mädchenschulen geeignet ist, das jüdische Kolonisationswerk zu fördern. 3. Ki n d e r gä r tn e r i nn e n s c hu 1 e. Diese Schule hat einstweilen nur eine einzige Klasse, die von 20 Mädchen aus Jerusalem und den jüdischen Kolonien besucht wird. Nach dem Peßach-Feste soll eine zweite Klasse und im Anschluß daran ein hebräischer Kindergarten eröffnet werden. 4. HebräischesMädchenwaisenheim. Dies ist eine Erziehungsanstalt für jüdische Waisenmädchen aus Jerusalem und aus den russischen Städten, in denen vor einigen Jahren Pogrome stattfanden. In dem Mädchenheim sind 20 Waisenmädchen untergebracht, die