Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 11 (13.3.1914)
- Article
- Aufruf! / Sokolow
- Date
- 1914-03-13
- Page
- 253 (sequence 1)
- Language
- German
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DIE ELT BERLIN W15, SÄCHSISCHE STR. 8. ERSCHEINT JEDEN FREITAG — ZENTRALORGAN DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG BERLIN, 13. März 1914 umhib n"önn 'x “nx *."ti XVIII. JAHRG. Nr. 11 AUFRUF! Im Kampf um die hebräische Unterrichtssprache in den Schulen Palästinas haben unsere Brüder in Palästina, mit der Zionistischen Organisation in unzerreissbarem Bunde zusammengeschlossen, die Anerkennung unserer berechtigten Forderungen im „Jüdischen Institut für technische Erziehung in Haifa“ durchgesetzt. Das jüdische Technikum am Fuss des Karmel wird sich der Entwickelung der hebräischen Sprache, der hebräischen Kultur in Palästina nicht entziehen. Die Anerkennung der Wünsche und Bedürfnisse des jüdischen Palästina und des Willens des ganzen jüdischen Volkes, die uns in friedlicher Auseinandersetzung verweigert worden war, haben wir in einem monatelangen, schweren, aber von allen unseren Freunden mit Begeisterung und Opfermut geführten Kampf durchgesetzt. Der feste Wille des jüdischen Volkes musste geachtet werden. Der Kampf hat uns aber zugleich die Verantwortung für das Schicksal des ganzen hebräischen Schulwerks in Palästina auf erlegt. Um die hebräische Sprache und Kultur zu sichern, musste Palästinas jüdische Bevölkerung neue hebräische Schulen in Jerusalem, in Jaffa und in Haifa ins Leben rufen. Es sind hebräische Schulen gegründet worden, die mit den schon bestehenden zusammen ein grosses, einheitliches hebräisches Schulwerk bilden, das zum Bollwerk des hebräischen Geistes geworden ist. Nicht mehr können Tendenzen, die der Erneuerung unseres Volkstums in Palästina feindlich gegenüberstehen, die freie Entwickelung der hebräischen Sprache und des hebräischen Geistes in den Schulen stören oder gefährden. Der Kampf hat Palästina selbständig gemacht, und das selbständige hebräische Schulwerk wird blühen, unserem ganzen Volk zur Ehre und zum Heile. Wir aber, die Zionistische Organisation und ihre Freunde, haben die heilige Pflicht und die grosse Verantwortung auf uns genommen, das hebräische Schulwerk Palästinas finanziell zu sichern. In ernster Beratung mit den Vertretern Palästinas haben wir die einheitliche und zweckdienliche Organisierung des Schulwesens Palästinas ins Werk gesetzt, und wir haben es übernommen, das Judentum der ganzen Welt zu seiner finanziellen Sicherheit aufzurufen. Mit dieser Mahnung treten wir nun hervor. Noch ist die unbedingt notwendige Sicherung des neuen hebräischen Schulwerks nicht erreicht. Noch braucht es grosser, sehr grosser Mittel. Das Werk, das erdichtet worden ist, ist von unschätzbarer Bedeutung für die Zukunft des nationalen