Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 9 (27.2.1914)
- Article
- Großgrundbesitz und Genossenschaft [Rezension]
- Date
- 1914-02-27
- Page
- 210 (sequence 5)
- Language
- German
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210 Nr. 9 DlE3ffiELT können. Nur ist die Kreditfrage in Palästina viel brennender als in Italien. Um der ersten Genossenschaft in Merhawjah das Betriebskapital zu verschaffen, mußten wir den Genossenschaftsfonds ins Leben rufen, denn uns kommt keine Bank, kein Kreditinstitut zu Hilfe. Doch wir haben eine Landarbeiterfrage, die nicht weniger schmerzlich ist, als die der Romagna, und die innere Kolonisation Palästinas ist für uns eine viel bedeutsamere, soziale Aufgabe, als die Erschließung des Südens für Italien. Tastend und experimentierend sind wir zur genossenschaftlichen Kolonisationsmethode gelangt. Jetzt, nachdem wir die Wirkungen und das siegreiche Vordringen dieses Systems in Italien kennen gelernt haben, kann von Experimenten nicht mehr geredet werden. Wir sind nicht die kühnen Pfadfinder, als die wir uns dünken. Der Weg ist erprobt und von Zehntausenden von Landproletariern vorgezeichnet. Der Großgrundbesitz, der das Kulturland Italien entvölkert, wird das der Kultur harrende Palästina nicht aufrichten. Aber die in Genossenschaften organisierten Arbeiter werden es vollbringen. Auch die privaten Besitzer in Palästina schicken Okkupationsgenossenschaften voran, um sich des Bodens zu versichern. Doch wo diese Arbeitsgenossenschaften Nationalfondsboden erschließen, ist für sie auch die Möglichkeit gegeben, wie in Italien, sich auf dem von ihnen eroberten Grund als ländliche Produktivgenossenschaften anzusiedeln. Dazu muß der Nationalfonds ergänzt werden, denn der Bodenervverb ist eine Aufgabe, die eine Bereitschaft und Leistungsfähigkeit verlangt, der unser Nationalfonds nur gewachsen sein kann, wenn er sich einzig und allein ihr widmet. Was uns nottut, ist die auf Antrag der Poale-Zion von der Palästina-Kommission des letzten Kongresses beschlossene Erweiterung des Genossenschaftsfonds, damit er auch im Okkupationsstadium eingreifen kann. Die Frage der Betriebskredite aber kann auch in Palästina am besten von einer Bodenkreditanstalt gelöst werden, die den Erbpächtern und Erbbauberechtigten auf Nationalfondsboden, sowie den Genossenschaften Kredite gewährt. Kommt diese Kooperation des Nationalfonds mit einer kreditgebenden Gesellschaft zustande, dann werden sich die Genossenschaften ungestört der Aufgabe widmen können, die Besitzlosen in der heimatlichen Scholle zu verwurzeln. S. Kaplansky. FÜR UNSER SCHULWERK iiiiiiiiiitiiiiiiiiini Mit ungeminderter Kraft geht die Aktion für das Hebräische Schulwerk vorwärts. In dieser Woche sind bei uns M. 34 000 eingegangen. Der vorige Ausweis, der bisher größte, ist damit wiederum übertroffen. In nicht einmal drei Monaten sind fast 200 000 M. für den Zentralfonds und für das Schulwerk aufgebracht worden. Fast 100000 M., die schon gezeichnet wurden, stehen noch aus, und die halbe Million, von der wir seinerzeit sagten, daß wir sie für das Schulwerk brauchen, erscheint nicht mehr als Phantom. Im dieswöchigen Ausweis verdienen in erster Linie einige Einzelspenden besondere Beachtung. Der bewährte Freund des palästinensischen Schulwesens, Herr Jacob Moser in Bradford, hat die von ihm gezeichneten 5000 M. eingezahlt. In der Wiener Sammlung fällt der Beitrag des Herrn Heinrich Mandl durch seine Höhe auf. Bedeutsam ist auch der Anteil, den diesmal Galizien an dem Ausweis hat. Dieses arme, von Krisen schwer heim gesuchte Land, bemüht sich, seinen guten Ruf als Förderer des hebräischen Erziehungswesens in Palästina aufrecht zu erhalten, den es sich in seiner glänzenden Aktion für das Hebräische Gymnasium in Jerusalem erworben hat. Auch in W i e n nimmt die Aktion einen befriedigenden Fortgang. Aus Deutschland verdient der zweite Ausweis des Bundes Jüdischer Korporationen hervorgehoben zu werden als ein höchst erfreuliches Zeugnis für die entschiedene Stellungnahme unserer akademischen Jugend. Der Ausweis aus Leipzig und die Nachträge aus den verschiedenen andern deutschen Orten zeigen, daß die Bewegung in Deutschland nicht nachgelassen hat. Rußland marschiert, wie immer, an der Spitze, aber auch Amerika ist diesmal wieder mit einem beträchtlichen Betrage vertreten. Auf die einzelnen Länder verteilen sich die bisherigen Eingänge wie folgt: Rußland M. 84 000.— Deutschland „ 49 500.— West-Oesterreich: Inner-Oesterreich M. 6000.— Böhmen „ 6550.— Mähren-Schlesien „ 3500.— „ 16050.— Galizien „ 9 800.— England „ 8 400.— Amerika , 7100.— Türkei M. 5100.— Canada „ 5 000.— Rumänien „ 3 300.— Bulgarien „ 1000.— „ 800.— Verschiedene Länder „ 2 000 — Zentralfonds-Jahresbeiträge für 1914 Ausweis der eingegangenen Beträge Deutschland Berlin: R.-A. Dr. Klee (f. d. Louis u. Bertha Simon-Stiftung).JL 34.— Bonn: Dr. Edelstein.,, 40.— N euwied: Jacob Levy.. . ,, 20.— JL 94 — Rußland Hasenpot: J. Chatzkind, Sammlg. . Rbl. 12.80 JL 27.20 Warschau: j. Bachrach, Jahresbeitrag . . . „ 100.— M. Feldstein.,, 200.— Moskau: Sammlung, II. Rate.. ,, 2084,15 West -Oesterreich Wien: Julian Oschery Dr. S. Bohin M ä h r. - O s t r a u: Innerösterreich .Kr. 30— JL 25.20 .„ 50.— „ 40.20 Sammlung. II. Rate .. 1000.— 850.34 JL 915.74 Mähren-Schlesien Prossnitz: Leo Beer, Sammlung . . Kr. 133.— JL 111.72 Galizien Lemberg: Dr. L. Reich.Kr. 50.— JL 42.— N eu-Sandez: Dr. Hersch Syrop.Kr. 100.— Dr. Leon Silbermann.. 50.— Dr. Bernhard Silbermann . 50.— Dr. Leon Mannheimer.50.— Hersch Rosenfeld.. 30.— Kleine Spenden: Dr. Jeremias Frenkel, Josef Nussbaum, Moses Nussbaum, Samuel Friedmann, Hersch Schönfeld, Alter Neumann, Simon Tisch, Gerson Weinberger, Benjamin Berger, Simon Ziegler.„ 90.— Kr. 370— JL 310.80 39999999999999999