Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 8 (20.2.1914)
- Article
- Das Ergebnis des Jahres 1913
- Date
- 1914-02-20
- Page
- 202 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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202 Nr. 8 &IE2§EELT kungen bereits in einer Steigerung der Büchsenerträge zum Ausdruck kommen. Alles in allem genommen, ist die Entwicklung der Nationalfonds-Eingänge aus den vier Hauptländern, in denen ca. 10 Millionen unseres Volkes leben, eine stetige und berechtigt zu den besten Erwartungen in den künftigen Jahren. Von den kleineren Ländern jüdischer Siedelung steht diesmal Canada allein an der Spitze und erreicht mit seiner Spendensumme nahezu soviel als Südafrika und England zusammengenommen. Seit einer Reihe von Jahren hielten sich die Einnahmen aus Canada und Südafrika so ziemlich die Wage, ja, Südafrika mit seiner geringeren Seelenzahl war Canada sogar relativ voraus. Um so bedauerlicher ist der Ausfall Südafrikas im letzten Jahre, der nicht weniger als ca. 13 000 Mark ausmacht. Wir können bei der rühmlich bekannten Opferwilligkeit unserer Freunde in Südafrika nicht glauben, daß ihr Eifer für den Nationalfonds Einbuße erlitten hat. Die schwankenden Erträge sind vielmehr nach unserer Ueberzeugung auf den Mangel einer guten Organisation von Nationalfondskommissären, die sich ausschließlich für die Nationalfonds-Arbeit spezialisieren, zurückzuführen. Dieser organisatorische Mangel ist übrigens trotz der guten Erträge auch in Canada zu bemerken, wo von den Ortsgruppenvorständen die Nationalfonds-Arbeit geleistet wird, statt daß besondere Funktionäre wie in allen anderen Ländern dafür eingesetzt sind. Wenn diesem Mangel von unseren Gesinnungsgenossen in den beiden erwähnten Ländern abgeholfen wird, dann werden die Eingänge für den Nationalfonds von allen Schwankungen und Störungen bewahrt bleiben und eine ununterbrochen aufsteigende Entwicklung nehmen. Ueberaus wohltuend berührt der Aufschwung in England, dessen Eingänge sich mehr als verdoppelt haben, wenn sie auch noch immer hinter Südafrika zurückstehen und die Hälfte der Spenden in Canada erreichen Immerhin begrüßen wir mit aufrichtiger Genugtuung die Ueberwindung der jahrelangen Stagnation durch unsere englischen Freunde. Das demnächst einzurichtende Bureau mit einem Sekretariat läßt uns hoffen, daß in diesem Jahre England mit seiner viertel Million einflußreicher und wohlhabender Juden einen würdigen Platz unmittelbar hinter den vier Ländern mit großer jüdischer Bevölkerung einnehmen wird. Erwähnenswert ist der von unserer englischen Sammelstelle, nach dem Muster Palästinas und Hollands eingeführte Blument a g, der nunmehr auch von der amerikanischen Sammelstelle vorbereitet wird. Es wäre sehr zu wünschen, daß alle anderen Länder anläßlich Schewuoth die propagandistisch ausgezeichnet wirkenden Blumentage einführen. — In Holland, das in organisatorischer Hinsicht das Musterländchen ist, entwickeln sich alle Sammelmittel langsam aber stetig. Betrübend ist der Rückgang in Rumänien, das ehemals an fünfter Stelle stand und nunmehr auf die neunte herabgeglitten ist. Hier gehen die Spenden seit Jahren zurück. Wenn auch der Rückgang in den letzten zwei Jahren infolge der kriegerischer Ereignisse und wirtschaftlichen Krise auf dem Balkan zum Teil erklärlich ist, so ist doch nicht zu verkennen, daß die Organisation der Vertrauensmänner sehr viel zu wünschen übrig läßt. Es wird nötig sein, im Laufe dieses Jahres durchgreifende organisatorische Maßnahmen zu treffen, damit ein Land wie Rumänien mit 250000 national empfindenden Juden den ihm gebührenden Platz einnimmt. Ungarn weist dank der Jemenitenaktion unserer dortigen Studentenschaft eine wesentliche Besserung auf, steht aber noch immer mit einer Bevölkerung von nahezu einer Million Juden an zehnter Stelle. Die vor einigen Monaten vorgenommene Reorganisation der Landessammelstelle, an deren Spitze sich unser eifriger Gesinnungsgenosse Dr. Jordan gestellt hat, läßt in diesem Jahre eine gründliche Wandlung zum Bessern erhoffen. Spenden-Ausweis der Landessammelstellen Deutschland. (Adresse: Max Wollsteiner, Berlin- Charlottenburg Roscherstr. 4.) Vom 30. Januar bis 6. Februar d. Js. eingegangen und in Nr. 6 der „Jüdischen Rundschau" detailliert ausgewiesen .... Ungarn. (Adresse: Sammelstelle des J. N. F., Budapest, Kiraly utca 36). Vom 11. bis 25. Januar d. Js. eingegangen und in Nr. 3 der „Zsido Szemle" detailliert ausgewiesen.Kr. 652.57 — Russland. (Adresse: Justizrat Dr. M. J. Bodenheimer, Köln, Neumarkt 33). Vom 2.-8. Februar d. Js. eingegangen und in Nr. 4 von „Erez Israel“ detailliert ausgewiesen. Nordamerika. (Adresse: Jewish National Found Bureau for America, New York, 142/44 Henry Str.) Vom 16. bis 23. Januar d. Js. eingegangen und in Nr. 5 von „Dos Yiddische Folk" detailliert ausgewiesen .$ 663.08 — Australien. (Adresse: Sidney Zionist Society, c./v. M. M. Midielson, Hon Treas. 64 Pitt Str., Sidney.) Aus Sammelbüchsen durch Gerald Davis £ 0.10.6, M. Benjamin 0.2.6, F. E. Jaffa Solomon 10.—.zusammen £ 10.13.0 — JC 592.73 JO. 551.42 JL 4239.97 JC 2765.04 J0. 217.26 Eingegangen beim Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds in Köln: Baumspende: Greystone (Südafrika) durch J. Porter: 10 Bäume a. d. N. Mosche Boruch ben Elijahu Berghaus £ 2.18.— ..U. 59.10 Postwertzeichenerlös: Berlin: durch Dr. Julius Löwenheim ....... .#. 44.40 Die Gesamtsumme der in dieser Nummer ausgewiesenen Spenden für den Jüdischen Nationalfonds beträgt: M. 8483.93 hiervon entfallen auf: Allgemeine Spenden . Selbstbesteuerung . . Sammelbüchsen . . . Goldenes Buch. . . . Baumspende .... Landspende .... Arbeiterheimstätten N.-F.-Marken .... Telegrammformulare . Postwertzeichen . M 1577.22 „ 369.10 194251 „ 646 55 „ 77009 „ 16.90 „ 2529.46 », 561.60 „ 26.10 „ 44.40 Allgemeine Spenden: Köln: Guthaben des Kolonialfonds..M. 3.75 Buenos Aires: Sociedad Tifereth Zion: Coupons auf 10 Aktien von Jacob Israel Ricklis ........ 10.20 Berichtigung. In Nr. 2 und Nr. 6 der „Welt“ sind unter Oesterreich Kr. 1195.— — M. 1009.77 zu viel für Arbeiterheimstättei; ausgewiesen. Verlag: „Die Welt, Verlagsges. m. b. H_“, Berlin. — Verantwortlicher Bedakteor: Dr. Moritz Zobel, Berlin. — Druck von Siegfried Scholem, Berlin-Schöneber"