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Die Welt · 1914-02-20 · 8 (20.2.1914) · p. 200

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
8 (20.2.1914)
Article
Das Ergebnis des Jahres 1913
Date
1914-02-20
Page
200 (sequence 1)
Language
German
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200 DIE3^ELT Nr. 8 $ Der Jüdische Nationalfonds ist datu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes xu erwerben. Vom V. Zionistenkongreß im Jahre 1901 gestiftet, hat er bereits die Höhe von circa 4 Millionen Mark erreicht. Briefe und sonstige Sendungen sind zu adressieren t Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds z. H. des Herrn Justizrat Dt. M. J. Bodenheimer, Cotn, Neumarkt 33 MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Das Ergebnis des Jahres 1913 i. Nach der in der vorigen Nummer veröffentlichten statistischen Tabelle schloß das Jahr 1913 mit einer Oesamteinnahme von 811 000 Mark ab. Das bedeutet eine Steigerung von 221 000 Mark gegenüber einer solchen von ca. 50000 Mark im Jahre 1912. An der Million Francs partizipierten Rußland mit 29 °/o — 237 000 Mark, Oesterreich mit 18 o/o 144 000 Mark, Nordamerika mit 18 o/o — 143 000 Mark, Deutschland mit 13 o/o 108 000 Mark und die übrigen Länder |mit 22 <yb — 178 000 Mark. — Ein Blick auf die einzelnen Spendenzweige zeigt uns, daß der Zuwachs zum größten Teil auf das Konto der Arbeiterheimstätten zu setzen ist. Dies kann jedoch unsere Freude über das Erreichte nicht herabstimmen. Denn wie schon in der Besprechung der letzten Vierteljahres-Statistik bemerkt, hat uns die Agitation für die Arbeiterheimstätten noch mehr als jene für den Genossenschaftsfonds unwiderleglich bewiesen, . daß es möglich ist, für bestimmte Aktionen des Nationalfonds alle Kreise des jüdischen Volkes zu gewinnen. Es kommt also nur darauf an, unsere Propaganda gewissermaßen zu konkretisieren, d. h. die einzelnen Arbeitszweige des Nationalfonds in Palästina in noch höherem Maße als bisher in den Vordergrund der Agitation zu stellen. Die einzelnen Unternehmungen des Nationalfonds in Palästina sind, das können wir gutem Gewissen behaupten, von so weittragender sozialer Bedeutung, daß es einem einigermaßen unterrichteten Vertrauensmann nicht schwer fallen kann, selbst noch so Fernstehende für unsere Sache zu begeistern und zur Beteiligung heranzuziehen. Bleiben wir z. B. bei der Aktion für die Jemeniten- und Arbeiterhäuser. Dem einen geht es zu Herzen, daß ein wertvoller Stamm von 30 000 Seelen im barbarischen Jemen elend zugrunde gehen soll, und er gibt willig seine Häuserbauspende, damit diese Menschen ein glückliches Heim in Palästina finden. Andere mit der palästinensischen Kolonisation bereits vertraute Kreise sehen darin gleichzeitig ein Mittel, das Palästina-Werk mit einem wertvollen Arbeiterelement zu bereichern, das viel zur Gesundung in den Kolonien beitragen kann. Noch bedeutsamer ist, daß der Arbeiterheimstättenfonds an sich ein wichtiges Erfordernis der Kolonisierung auch der aschkenasischen Arbeiter ist, wenn man sich vor Augen hält, welche große Rolle die Frage der Arbeiterwohnungen auf dem Lande selbst in den fortgeschrittensten europäischen Ländern spielt. Was von den Arbeiterheimstätten gesagt wurde, gilt in eben solchem Maße von dem Genossenschaftsfonds, für dessen Erweiterung wir gemäß Beschluß des letzten Kongresses zunächst eine Parallelaktion in Amerika und Rußland und sodann in der ganzen Welt unternehmen. Es würde zu weit führen, an dieser Stelle die Wichtigkeit des Genossenschaftsfonds, der nunmehr auch die Okkupationsgenossenschaften zwecks Gewinnung von Neuland in seinen Tätigkeitsbereich einschließen soll, auseinanderzusetzen. Es sei nur mitgeteilt, daß die Nationalfonds-Verwaltung jüngst Maßnahmen beschlossen hat, die dazu dienen sollen, durch periodisch erscheinende Monographien über die einzelnen Zweige unserer Palästina-Arbeit diese der großen Oeffentlichkeit, insbesondere aber unseren Vertrauensmännern, näher zu bringen. Wir hoffen zuversichtlich, daß unsere Lammei m i 11 e 1 ganz anders wirken werden, wenn unsere Freunde die Sammelzwecke des Nationalfonds aus gediegenen Arbeiten erstklassiger Autoren in ihrer vollen Tragweite kennen lernen. Hand in Hand mit dieser Aufklärungsarbeit, für die noch eine Reihe anderer Propagandamittel in Vorbereitung sind, soll die im letzten Jahre begonnene Reorganisation der Vertrauensmänner und Ausgestaltung der Sammelmittel, besonders der Büchsen, mit aller Energie fortgesetzt werden. So hoffen wir, daß die Erreichung einer Million Francs beim Barmizwah- Jubiläum des Nationalfonds nur eine Etappe in der aufsteigenden Entwicklung des Nationalfonds bildet, und daß künftig unsere Eingänge mit den Erfordernissen in Palästina Schritt halten werden. Wir können nämlich unseren Vertrauensmännern nicht vorenthalten, daß wir in diesem Jahre fast das Doppelte des Vorjahres benötigen werden, um uns nicht auf die Ausgestaltung unserer Farmen beschränken zu müssen, sondern auch bereits eingegangene Verpflichtungen für neue Erwerbungen erfüllen zu können. Zu dem Ergebnis der Spenden im vergangenen Jahre in den einzelnen Ländern übergehend, bringen wir die nebenstehenden Tabellen. Die Spenden aus Rußland ergeben im Jahre 1913 eine Steigerung von fast 70 o/o gegen das Vorjahr. So sehr wir uns darüber freuen und der Opferwilligkeit unserer dortigen Freunde Dank zollen müssen, so können wir doch nicht umhin festzustellen, daß die Zahl derjenigen Städte und Vertrauensmänner, die gleichmäßig und intensiv für unsere Sache tätig sind, noch immer eine sehr beschränkte ist. Dazu kommt, daß laut dem in unseren Händen befindlichen Ortsverzeichnisse nicht weniger als tausend Städte mit jüdischer Bevölkerung sich an den Nationalfonds-Spenden überhaupt noch nicht beteiligt haben. Nach unseren, bei der bisherigen Arbeit gesammelten Erfahrungen können wir sagen, daß ca. 4 Pfennig per Kopf der Bevölkerung in Rußland eine fast

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