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Die Welt · 1912-12-25 · 52 (25.12.1912) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
52 (25.12.1912)
Date
1912-12-25
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Nr. 52 1626 folgt eine Revue der jüdischen und allgemeinen Presse Deutschlands, bibliographische Notizen von Ch. J. Katzenelson u. a. — Aus dem Inhalt von Nr. 33 des „Haolam“ seien erwähnt: Die Betrachtungen an leitender Stelle über die Vorgänge in Saloniki, das vierte Kapitel der Palästina-Eindrücke von Chajini T s c h e r n o \v i t z, worin der Autor im Hinblick auf den Prozeß der Neubelebung der hebräischen Sprache in Palästina verschiedene praktische Probleme des gesprochenen und geschriebenen hebräischen Wortes erörtert. — S c h a in m a i weiß wieder allerlei Interessantes, das sich in letzter Zeit in verschiedenen jüdischen „Städten und Städtchen“ des russischen Ghettos ereignet hat, zu berichten. — In einem Brief aus Galizien bespricht Meier H e - nisc h wirtschaftliche und demographische Erscheinungen des galizischen Judentums. — Nr. 34 derselben Zeitschrift bringt in der Revue „Al Hamizpeh" Betrachtungen über die Lage der russisch-jüdischen Studenten an den deutschen Universitäten, bemerkenswerte Ausführungen über die gegenwärtige finanzielle Krise in Galizien, von der der jüdische Kaiifmannsstand so hart betroffen wird, ferner ein Entrefilet über die merkwürdige, an die seelische Verfassung der Marannen erinnernde Haltung des Großrabbiners Jakor Me ir in Saloniki. P. Schi ff mann fordert in einem „Hebräisch fürs ganze Volk“ betitelten Aufsatz die nationale Volksbildung für die jüdischen Massen, namentlich die Popularisierung des hebräischen Sprach- und Literaturunterrichts. — Dr. David N e u mark gibt Erläuterungen zu seinem im jüngsten Band des „Heathid“ abgedruckten Aufsatz zur Frage der „Zukunft des J u d entu in s" und stellt seine Ausführungen gegenüber der in einer früheren Nummer des „Haolam" erschienenen Rezension richtig. Es folgen die Fortsetzungen der bereits genannten belletristischen Arbeiten von Jakob Kalian und B. S c h a p i r. Erwähnt seien schließlich die stets reichhaltigen Rubriken Z i o n i s in u s, P a 1 ä s t i n a, R u 1) 1 a n d und Ausland. * Das Novemberheft der landwirtschaftlichen Monatsschrift „Hachaklai“ in Jaffa bringt mehrere interessante Aufsätze, darunter „Die Lage der Landwirtschaft in Galiläa" von Ing.- Agr. J. Golde, worin die Resultate der in diesem Jahr durchgeführten statistischen Erhebungen verarbeitet werden. Nach Abschluß dieses Artikels iin nächsten Hefte wird noch auf seinen Inhalt einzugehen sein. £ AUS DER BEWEGUNG o o o o o o o o o o o o Prof. Warburg in Lemberg (Von unserem Berichterstatter.) L e m b c r g. Montag, den 16. Dezember 1. J. hielt sich Herr Prof. Warburg einige Stunden in Lemberg auf. Die Lembergcr Zionisten wollten diese Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, ohne dem Führer unserer Weltorganisation die schuldige Reverenz und dem Haupte der neuen Parteileitung ihre besondere Anhänglichkeit zu bezeigen. Im Lokale der Akademischen Verbindung „Emimali“ versammelten sich die führenden Persönlichkeiten der galizischen Partei mit ihren Damen und die Vertreter aller akademischen Korporationen. Als Prof. Wa r b u rg in Begleitung des A. C. - Mitgliedes Dr. Hausmann und des Sekretärs Dr. Korn grün erschien, wurde er mit stürmischen Hedad-Rufen empfangen. Namens der „Emunah" begrüßte Stud. B. Roth f e 1 d den werten Gast. Hierauf ergriff der Präsident der gab zischen Landesorganisation, A. C.-Mitglied Adolf Stand das Wort zu einer längeren herzlichen Begrüßungsansprache, worin er die Persönlichkeit Warburgs und seine emsige und verdienstvolle Arbeit rühmte und unter tosendem Beifall der Versammlung Herrn Prof. Warburg einlud, das Wort zu ergreifen. Nun erhob sich Prof. W a r b u r g zu einem einst ü n - dig e n V o r t r ag ü her d e n j e t zig en S t and d e s palästinensischen Kolonisation s w e r k e s. Alle wichtigen Tätigkeitsgebiete ließ er Revue passieren: Landwirtschaft, städtische Siedelung, Kultur, Hygiene. Indem er das auf jedem dieser Gebiete Geleistete hervorhob, verwies er auf die vielen noch bevorstehenden Aufgaben, gab der Zuversicht auf Erfolg kraftvollen Ausdruck und schloß unter nicht endenwollendem Beifall mit dem Appell zu frischer, fröhlicher Arbeit. Als Herr Prof. Warburg bei Besprechung des Kulturwerkes der erfolgreichen Aktion der galizisclien Zionisten zugunsten des hebräischen Gymnasiums in Jerusalem anerkennend gedachte, erhob sich die ganze Versammlung und brachte dem Initiator der Sammlung, dem ebenso unermüdlichen wie erfolgreichen Leiter derselben, Dr. (icrschon Z i p p e r , eine spontane brausende Ovation dar. Dr. Alex. Hausmann sprach Herrn Prof. Warburg den tiefgefühlten Dank der Versammlung aus und wandte sich in eindrucksvoller Weise gegen diejenigen, die dem jetzigen Parteiregime den Vorwurf der Einseitigkeit machen. Nie haben wir ausdauernder, zielbewußter, nie haben wir politischer gearbeitet, als gerade unter der gegenwärtigen Parteileitung. Diesen Ausführungen folgte großer Beifall. Nach Schluß der Versammlung fand eine gesellige Zusammenkunft im Saale des Hotels Bristol statt. Unter dem Jubel der Anwesenden toastete Dr. Z i p p e r auf Prof. Warburg, worauf Prof. Warburg mit einem Toast auf die jüdische Jugend erwiderte. Im Namen der zionistischen akademischen Jugend dankte stud. phil. Erl. Rosa P r o c li n i k und ließ Herrn Prof. Warburg hochleben. Das Zusammensein dauerte bis spät nach Mitternacht. Holland Amsterdam. Am 14. Dezember hielt Herr N. Soko- 1 o w , Mitglied des E. A. C., in einer Versammlung der Amsterdamer Ortsgruppe des Niederländischen Zionistenhundes vor etwa 500 Zuhörern einen Vortrag über: „Die Judenfrage“. Herr Sokolow führte aus, daß es eine Juden frage im objektiven Sinne wohl gäbe, wie man überhaupt von einer „Frage“ spricht, wenn man für irgendein Problem, wie z. B. das soziale, keine befriedigende Antwort weiß. In diesem Sinne gäbe es auch eine Judenfrage, für die man verschiedene Lösungen vorgeschlagen habe: die antisemitische, die sozialistische, die liberale, ln subjektiver Hinsicht jedoch gibt es für uns keine Judenfrage: Wir sind da, wir fordern, daß man unsere Existenz anerkenne, und wo das nicht geschieht, entsteht für uns eine „Goy im frage“. Wir lehnen alle diejenigen Lösungen der Judenfrage ab, die uns in Abhängigkeit zu einer Partei bringen. Wir haben von keiner Partei etwas zu erwarten und wir protestieren dagegen, daß man unsere Existenz von Nützlichkeitserwägungen abhängig macht. Es gibt nicht verschiedene Judenfragen, sondern nur eine, und die besteht darin, das Problem unserer Einheit und unserer

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