Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 44 (1.11.1912)
- Date
- 1912-11-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 44 1371 die2|kelt Büchlein empfehlenswert macht, um auf empfängliche Gemüter zu wirken, ohne zu ermüden. Es liegt ein zwingender Reiz in einigen der Gedichte. Ungemein poetisch wirkt das Gedicht ..Aus meiner Schaukel“. Aus dem ganzen Bändchen spricht eine Mischung von Lust und Leid, ein Emporstreben, das hohe Ziele winken sieht, und dem sich das Morgenland der Jugend in das gelobte Land der Volkssehnsucht wandelt, das als wunderbares Zukunftsbild die Hoffnung des jüdischen Volkes neu belebt. G. M. Kwartalnik pösurecony badaniu przesztosci Zyddw w Polce. (Vierteljahresschrift zur Erforschung der Vergangenheit der Juden in Polen.) 1. Jahrgang. 1. Heft. Warschau 1912. Die jüdische Geschichtsschreibung spezialisiert sich immer mehr und mehr. Fast jeder Tag bringt uns neue Monographien, die sich mit der Erforschung der Vergangenheit der Juden in einer Stadt, einer Provinz, einem Staate befassen. So wird langsam das Material ziisammengetragcn, aus dem sieh einmal eine einheitliche, lückenlose Darstellung der Geschichte unseres Volkes wird hersteilen lassen. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist ein periodisch erscheinendes Organ, in welchem sich die wissenschaftlichen Bestrebungen der einzelnen Spezialforschcr konzentrieren. Nun fehlte es bis vor kurzem den Historikern der Juden in den Ländern des ehemaligen polnischen Reiches an einer solchen Fachzeitschrift. Diesem Mangel wurde erst in diesem Jahre durch die Herausgabe der vorliegenden Viertel jahresschrift l\ bgeholfen. Das erste Heft dieser Zeitschrift befaßt sich fast ausschließlich mit der Geschichte der polnischen Juden in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts. Rafael Kempner schildert in einem Aufsatz ,,D i e Agonie des K a h a 1 s“ den vollständigen Zusammenbruch der Kultusgemeinden nach der Teilung Polens. An der Spitze aller Kultusgemeinden im Lande stand bekanntlich die „Vier-Liinder-Synode“. Diese Körperschaft hatte eine sehr ausgedehnte Selbstverwaltung. Im Jahre 1764 nun wurde diese Gesamtorganisation aufgelöst, und dies war der Grund, daß den einzelnen Gemeinden allmählich (in den Jahren 1781, 1797 usw.) die eigene Gerichtsbarkeit, die Exekutivgewalt usw. entzogen wurde. Der vorliegende Beitrag bietet im großen und ganzen nichts Neues. Es folgen drei historische Skizzen: „Aus der Geschichte der polnischen Juden zur Zeit des Warschauer F ü r s t e n t u m s“ von Simon A s k e n a z v, ferner „Die polnischen Juden unter der Herrschaft Katharinas II.“ von Heinrich M o s c i c k i und „D i e Juden zur Zeit des Kongreßkönigreiches“ von David Kandel. Ferner seien noch genannt: Prof. M. Weissberg, der in diesem Heft eine ausführliche Studie über die neuhebräische Literatur in Galizien (1786—1850) veröffentlicht, und David Kandel mit seiner Arbeit „Montefiore in War sc ha u“. An diese Beiträge schließen sich mehrere historische Notizen, von denen die Notiz „Einiges zur Entstehungsgeschichte des jüdischen T li e a t c rs in Warschau“ besonders erwähnenswert ist. Aus dieser cziahien wir, daß schon im Jahre 1837 in Warschau Schaustücke in jüdischer Sprache aufgeführt wurden, die jedoch auf Wunsch des dortigen K ah als von der staatlichen Behörde verboten wurden. So hat also Goldfaden als Begründer des jüdischen Theaters schon längst einen Vorgänger gehabt. Im Anhang befindet sich eine Abhandlung „Die alten S y n a g o g e n in Pole n“, deren erster Teil die Synagoge in S a n d o m i r beschreibt. Czerno w i t z. Dr. Th. W e i s s. Dokumente zur Emanzipation der Juden. Vier Reden von Lcrd M a c a u 1 a y , Gabriel R i e ß e r , Ratsherr Suter und Georg Frhr. Vinc k e. Halle a. S., Verlag Otto Hendel. 1912. Anläßlich der hundertjährigen Wiederkehr der Emanzipation der preußischen Juden hat der bekannte Verlag Otto Hendel in Halle einem weiteren Leserkreise vier bedeutsame Reden zum Thema der Judenemanzipation zugänglich gemacht. Ein Engländer, der in der Geschichtschreibung des neunzehnten Jahrhunderts an hervorragender Stelle steht, ein angesehener Schweizer Ratsherr, ein Jude deutscher Kultur und ein Parlamentarier aus altem westfälischem Adel treten jeder an seinem Orte mannhaft für die Beseitigung des Unrechtes ein, das Jahrhunderte hindurch den Juden zugefügt worden ist. Als mutige Bekenntnisse vorurteilsfreier Geister aus einer Zeit, in der man selbst in den westeuropäischen Ländern den Juden noch die elementarsten Menschenrechte vorenthielt, haben diese Reden mehr als ein rein historisches Interesse. Als erlesene Proben parlamentarischer Beredsamkeit aus den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts gewähren die vier „Dokumente“ dem modernen Leser auch einen dankenswerten ästhetischen Genuß. Der Preis der gut ausgestatteten Schrift beträgt broschiert M. 1.50, in Leinenband M. 2.50. Ein neuer Roman von Hermann Blumenthal. Von Hermann Blumenthal erscheint soeben ein neuer Roman unter dem Titel „D erWegzum Reicht u m“ im Verlag Wilhelm Berngräber, Berlin W 35. Dieser Roman spielt im galizischen Petroleumgebiet und schildert die Verhältnisse in Boryslaw und Drohobycz. Schluß des redaktionellen Teiles Bei dem Jewish Colonial Trust, London sind eingegangen: Für den Bezalel: per Federation of Amerika Zionist: Far Rockaway, N. Y., pr. Madame B. Pevsner: Ladies Auxiliary Temple Israel 8 25.-- , P. N. Aronson 20.—, Samuel Kubie 5. , M. H. Wolf 5.—-, Moris Quinther 5.— , Dr. E. Frish 3.—, Mr. Hirsh 5.—, Mr. Sacks 3.— 8 71.— Eingegangen bei der Administration der „Welt“: Für das Israelitische Gymnasium in Jerusalem: 14 Brande, München .Jk 5, - KONFITÜREN 8-1 PACKUNG ftlr Pralinös, Katzenzungen, Mokkabonnen Ueberall zu haben BERLIN SCHOKOLADEN IV!— N—V Milch Nuss Vanille Die Drei Neuen Edelschokoladen Dresden 1911: Kgl. Sächs. Sta&taprefs