Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 41 (11.10.1912)
- Date
- 1912-10-11
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 41 D1E2 Nachmittags fand in demselben Saale eine große Volksversammlungmit der Tagesordnung- „Die Juden und die Landtagswahlreform" statt. Nach ausführlichen Referaten von J. Kandel, B. Locker und Dr. S. Sokal wurde einstimmig eine Resolution beschlossen, die das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht, eine entsprechende Vertretung der jüdischen Massen und für den Fall der Einführung von nationalen Katastern einen solchen auch für die Juden fordert. Am Abend des ersten Tages erstattete dann Ing. Kaplansky- Kaplan ein groß angelegtes Referat über das Thema: Der X. Zionistenkongreß, die III. poalezionistische Weltkonferenz und unsere Palästinaarbeit. Darüber in der nächsten Nummer. Deutschland Regensburg. Am 29. September trat der Gesamtvorstand des zionistischen Gruppenverbandes Bayerns in Regensburg zu einer Sitzung "zusammen. Es wurde über den weiteren Ausbau der Organisation beschlossen. Glogau. Hier wurde ein zionistischer Diskutier-Klub gegründet. Der Vorstand besteht aus den Herren : K r i s t e 11 e r, Z e r n i k und Hirsch. Die Adresse des Schriftführers ist Martin Hirsch, Glogau, Langestr. 21. Chemnitz. Am 23. September eröffnete die Zionistische Ortsgruppe mit einem Diskussionsabende ihre Wintertätigkeit. Herr stud. jur. Fleiß sprach über das Thema: Die Judendebatte im Kunstwart. Wiesbaden. Am 5. September veranstaltete die hiesige Zionistische Ortsgruppe eine Versammlung. Dieselbe trug einen propagandistischen Charakter, gleichzeitig wurde auch der X. Kongreß und die Jahreskonferenz besprochen. Düsseldorf. Am 16. d. M. fand die diesjährige Generalversammlung der Zionistischen Ortsgruppe statt. Im Anschluß ein die Generalversammlung erstattete Herr Dr. H. G. Heyni a n n ein Referat über die diesjährige Sitzung des Zentralkomitees. Oesterreich Konferenz zionistischer Hochschüler in Drohobycz Lember g. Sonntag, den 15. September er. fand in Drohobycz eine gutbesuchte Versammlung zionistischer Hochschüler statt, die von einer Gruppe zionistischer Vereinigungen und Vereine der Provinz dorthin einberufen war. Ueber 50 Anteilnehmer vertraten eine größere Anzahl von Vereinen der Provinz und der Hauptstadt. Auf der Tagesordnung stand die Frage einer zionistischen Studentenorganisation und des Programms ihrer Parteitätigkeit. Im Namen der Einberufer eröffnete stud. jur. R o s e n b u s c h (Drohobycz) die Versammlung. Als Vertreter des zionistischen Lokalkomitees fungierte Dr. Backenroth, den Krakauer Bezirk vertrat Dr. Pilzer, das Lemberger Zentralkomitee Parteisekretär Dr. Philip Korn grün, welche die Tagung aufs herzlichste begrüßten. Hierauf wurde zum Präsidenten der Versammlung stud. jur. Fast (Lemberg) gewählt. Der Referent über die Organisationsfrage, stud. jur. Ins ler (Stryj), entwickelte in einer längeren Ansprache die Ansichten der Jugend über die heutige Situation im galizischen Zionismus, über ihr Verhältnis zur Partei und deren Leitung, und kam zu dem Schlüsse, daß es Aufgabe der zionistischen Hochschüler sei, eine Organisation zu schaffen, die alle Agenden der zionistischen Arbeit in Galizien auf sich nehmen würde. Die Ausführungen dieses Referenten wurden durch das Palästinareferat des stud. jur. Erdtracht (Stanislau) ergänzt, der der zionistischen Jugend große und schwere Aufgaben auf dem Gebiete der Palästinaarbeit als Pflicht auferlegte. Sodann referierte stud. med. Tencnbaum (Lemberg) über den Stand der zionistischen Kulturarbeit unter der Jugend. An der Debatte beteiligten sich die Herren: Dr. Kupfer (Przemysl), FI a n d e 1, K o h n , Kund (Lemberg), Laufb a h n (Rzeszöw), Dr. P i 1 z e r, Dr. K o r n g r ü n u. a. Nachdem sich die Meinungen dahin geklärt hatten, daß die einen eine allgemeine Organisation im Sinne des Referenten, die anderen lediglich eine solche verlangten, deren Plauptzweck die Ausbildung und Erziehung der zionistischen Hochschuljugend zum Judentum und Zionismus sei, wurde eine zehngiiedrige Kornmission gewählt, welche die Resultate der Tagung [ELT - 1271 in konkrete Resolutionen zu fassen hatte. Die Konferenz nahm auch den Antrag an, eine Organisation mit dem Sitze in Przemysl zu schaffen, um fern von jeder Landespolitik, sich einer inneren Vorbereitungsarbeit widmen zu können. In das Präsidialkomitee wurden die Herren Dr. B. Knopf, Dr. P. Kupfer und L. Lauterbach gewählt. Briefe sind an Dr. Kupfer, Przemysl, Grunwaldzka 5, zu richten. Die nächste Zukunft wird zeigen, inwiefern der Beschluß sich in die Tat umsetzt. Vom hebräischen Schulverein Lemberg. Der hebräische Schulverein für Galizien und Bukowina ist jetzt auf dem Wege, durch Gründung von hebräischen Lehrkursen ein Werk von nicht zu unterschätzender Bedeutung" ins Leben zu rufen. Der unter Leitung des Herrn Rabbiner Dr. O. Thon stattgehabte erste Hebräertag hat dem hebr. Schulverein die Pflicht auferlegt, ein hebräisches Lehrerseminar zu gründen. Herr Dr. Philip Korngrün hat bereits die nötigen Schritte dazu getan, dem großen Mangel an hebräischen Lehrerkräften für neue hebräische Schulen abzuhelfen. Das vom hebräischen Schulverein eingeführte Volksgeschenk für Zwecke des hebräischen Schulunterrichts hat im vorigen Jahre dank dem lebhaften Interesse, welches der Sache der hebräischen Volkserziehung seit dem Hebräertag entgegengebracht wurde, dem hebräischen Schulverein die nötigen materiellen Mittel gegeben. Die neue Leitung, welche in den Händen der Herren Dr. Abraham Freilich und Dr. David Klinghofer als Leitern und der Herren Josef Tischler und Naftali Glücksmann als Sekretäre, liegt, hat sich die redlichste Mühe gegeben, die Anregungen des vorigen Jahres zur Ausführung zu bringen. Am 1. Cheschwan wird die Eröffnung der hebräischen Lehrerkurse in Lemberg stattfinden. Die Leitung des hebräischen Schulvereins hat sich angelegen sein lassen, für das Lehrerpersonal die besten Namen des Lemberger Judentums zu gewinnen. Bis zum heutigen Tage haben sich 35 Schüler gemeldet, die nur einer größeren fachmännischen Ausbildung bedürfen, um als Lehrer Verwendung finden zu können. Nach einem Jahre wird der hebräische Schulverein imstande sein, die Sache des hebräischen Volksschulunterrichts in Galizien ein großes Stück vorwärts zu bringen. Von hebräischen Kreisen wird die Einberufung des zweiten Hebräertages nach Lemberg geplant. Parteiarbelt (Von unserem Berichterstatten) Lember g. Nach den Sommerferien hat das Zentralkomitee der galizischen Zionisten die Parteiarbeit wieder aufgenommen. In der letzten Sitzung wurde hauptsächlich über die Reorganisation des Parteibureaus gesprochen. Dank den Bemühungen des Dr. Korngrün, Sekretärs des A. C., der jetzt in Galizien weilt, wurde schließlich die Möglichkeit gegeben, das Bureau wieder zu aktivieren. — In derselben Sitzung erstattete auch Salomon Schiller, Direktor des hebräischen Gymnasiums in Jerusalem, Bericht über die jetzige Situation in Palästina. Im Namen des Jerusalemer Gymnasiums dankte Gg. Schiller dem Z. K., insbesondere aber Herrn Dr. Z i p p e r für seine Propaganda zugunsten eines Baufonds für das Gymnasium. -- Dr. Zipper setzt jetzt seine Agitation wieder fort und es sind bis jetzt 37 000 Kronen an Spenden eingeflossen. Ueber die Berliner Zentralkomitee-Sitzung berichteten vorige Woche in der akademischen Verbindung ,,Emunah" Adolf Stand und Dr. Hausmann. Beide Referenten sprachen ihre Zufriedenheit mit den Resultaten der Konferenz aus und lehnten die Angriffe auf die jetzige Leitung unserer Bewegung ab. An der Diskussion über diese Berichte, die von den Versammelten mit Zufriedenheit zur Kenntnis genommen wurden, beteiligten sich Dr. Schneider und Dr. Z i p p e r. Auch die zionistischen F r a u e n wollen jetzt ihr Scherflein für Palästina beitragen. Auf Anregung der Frau Cina Lipschütz, Gattin des Professors am Lehrer-Seminar in Jerusalem, der jetzt längere Zeit in Lemberg weilte, hielten die Lemberger zionistischen Frauen eine Beratung über die Notwendigkeit einer Propaganda für das jüdische Mädchenheini in Jerusalem ab. In erster Reihe würde es sich in der Arbeit um eine materielle Unterstützung des Mädchenheims handeln, welche es ermöglichen soll, daß dieses Institut in der Kolonie Rechoboth eine Zweiganstalt für arme jüdische Mädchen eröffnen könnte. Die Propaganda soll schon in den nächsten Tagen in Angriff genommen werden.