Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 40 (2.10.1912)
- Date
- 1912-10-02
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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1248 DIEÄELT: Mr. 40 der Pogromopfer auf, bis blutigrote Schleier das Auge des Lesers verhüllen. Einige Einzelheiten sind bemerkenswert: Leven selbst hat noch zu den Gründern und ersten Komiteemitgliedern der Alliance gehört (S. 67); 1866 bitten die Juden Serbiens um Beihilfe zur Ansiedlung in Palästina (S. 272); 1869 leitet die Alliance gegen den anfänglichen Widerstand der amerikanischen Judengerneinden die ersten Auswanderer aus Rußland nach Amerika. (S. 276.) Wie nicht anders zu erwarten, ist die Geschichtsauffassung, die das ganze Buch erfüllt, die traditionell liberale, wie sie sich in dieser Antiquiertheit wohl nur noch in Frankreich findet. Der Todfeind ist die Kirche, die das Judentum knechtet, bis die Aufklärung es befreit. In der Schilderung der Dreyfußaffäre verschwindet beinahe der Jude Leven hinter dem Feldgeschrei des französischen Republikaners: „Ecrasez rinfäme/' Die Gedankenwelt der Historiker, Philosophen und Soziologen des 19. Jahrhunderts von Herder über Marx und Comte bis auf Lamprecht einerseits, der gesamten jüdischen Renaissancebewegung seit Heß und Pinsker andererseits hat den Geschichtsschreiber der Alliance auch nicht mit -einem Hauch berührt. H. G. H. * Untersuchungen über die Peschittä zur gesamten hebräischen Bibel. Zugleich ein Beitrag zur Erkenntnis der alten Bibelübersetzungen. Von Dr. Ch. Heller. Teil I. Berlin, M. Popelauer, 1911. Der Verfasser dieser Schrift hat sich eine dankenswerte Aufgabe gestellt, indem er Art und Methode der syrischen Bibelübersetzung, sowie deren Stellung unter den alten Targumim durch eine Reihe treffender Beobachtungen klarzulegen sucht. Die Nachweise Rapoports und Perl es', daß die Peschittä jüdischen Ursprungs sei, da sie sich vielfach mit talmudischen Traditionen berühre, wurden vom Verfasser durch eigene neue Beweise vermehrt. Freilich hätten wir gewünscht, daß er mitteile, welche Details bereits bekannt und welche seine eigenen Beobachtungen seien. Wir wollen ihm aber diese Unterlassung nachsehen, in Anbetracht der wirklich neuen Gesichtspunkte, von denen seine Untersuchungen ausgehen, und die entschieden als ein Fortschritt auf dem Gebiete der Peschittä-Forschung zu betrachten sind. Denn nicht allein in der Feststellung der jüdischen Konfession des Uebersetzers oder, wenn es deren mehrere gegeben hat, der Uebersetzer, liegt die Bedeutung seiner Untersuchungen. Die Peschittä ist vorn Geiste der jüdischen Tradition so stark durchsetzt, daß die vielen Abänderungen, die sie von christlicher Seite erlitten hat, die Spuren dieses Geistes nicht zu tilgen vermochten. Selbst wenn man aus dem Umstände, daß die syrische Uebersetzung bisher von Juden unbeachtet und nur bei Christen im Gebrauche war, schließen wollte, daß sie christlichen Ursprunges sei, so müßte man doch zugeben, daß sie nur unter jüdischer Anleitung angefertigt werden konnte. Viel,, wichtiger scheint uns das Ergebnis dieser Untersuchungen in der Gruppierung und tabellarischen Vergleichung jener Stellen der Petschittä, die mit dem hebräischen Wortlaut des massoretischen Textes nicht übereinzustimmen scheinen. Hier zeigt es sich, daß solche Abweichungen vom Originaltexte die Bibelkritik durchaus nicht zu der Annahme berechtigen, es habe dem Uebersetzer ein anderer Text vorgelegen. Die Abweichungen sind in den meisten Fällen durch den verschiedenen Sprachgebrauch bedingt, die übrigen ergeben sich bei schärferer Beobachtung als Ausfluß jüdisch-traditioneller Interpretationskunst, wie sie im Talmud und Midrasch in unzähligen Beispielen zutage tritt. Vieles stimmt mit den weit über den Rahinen der halachischen Methodologie hinausgehenden 32 Deutungsregeln des R. Eliezer, anderes mit den aus dem talmudischen Schrifttum nur zu gut bekannten massoretischen Vorschriften überein. Wenn man auch in Einzelheiten, wie manche Erklärung aus dem „Atbasch" und dgl., dem Verfasser nicht zustimmen möchte, so muß doch im allgemeinen zugegeben werden, daß der von ihm eingeschlagene Weg geeignet ist, die Erkenntnis der Peschittä zu fördern, jedenfalls jener Bibelkritik Einhalt zu gebieten, die sich die Abweichungen der einen oder der anderen Uebersetzung vom hebräischen Texte nicht anders als durch Aufstellung leichtfertiger, wenn auch geistreicher Hypothesen über die „Urgestalt" des Textes zu erklären weiß. Den weiteren Untersuchungen des Verfassers kann mit Interesse entgegengesehen werden. Bielitz. Dr. M. B e r k o w i c z. Schluß des redaktionellen Teiles Eingegangen bei der Administration der „Welt": Für den Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina: Verein „Kadimah", Anvers, für Abteilung Krankenhaus ............Frcs. 15 — JH. 12.06 für Abt. Spitzenindustrie.....Frcs. 15.— Jk 12.06 Für das Hebräische Gymnasium in Jerusalem: Verein „Kadimah" .......Frcs. 20.— Jk 16.08 Bei dem Jewish Colonial Trust, London sind eingegangen: Für den Bezalel: Per Sydney Zionist Society, 64 Pitt Street, Sydney, N. S. W. Collected by Sydney Zionist Society: Mrs. L. W. Levy Si 10.0.0, Harry S. Levy Esq. 5.0.0, Septimus R. Levy Esq. 5.0.0, Norman S. Cohen Esq. 5.0.0, Mrs. Burnett D. Cohen 5.0.0, Mrs. George j. Cohen 5.0.0, Lewis Cohen Esq. 5.0.0, Mrs. Louis M. Phillips 5.0.0, Aaron Blashki Esq. 1.1.0 £ 46.1.0 per Jewish Chronicle, London, von L. L. .... M —.2.6 Bei dem Unterzeichneten gingen ein, durch Herrn B. Fett, Debica: Juda Bornstein, Moritz Nichthauser, Leon Weiner, Efraim Bakower je Kr. 5.— Mitgliedsbeitrag. Ferner durch Herrn Harry Jacobson, Barkly West: M. L. Genussow, Harry Jacobson, R. Lewis, S. Dattel, Harry Klein je sh. 4. Bertrand Hamburg, Schatzmeister des Vereins „Bezalel". KONFITÜREN S—i PACKUNG für Pralines, Katzenzungen, Mokkabonnen Ueberau zu haben BERLIN SCHOKOLADEN M— N—V Milch Nu83 Vanille Die Drei Neuen Edelschokoladen Dresden 1911: Kgl. Sächs. Staatspreis