Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1912-09-11 · 37 (11.9.1912) · page 26

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
37 (11.9.1912)
Date
1912-09-11
Page
– (sequence 26)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3315709-3316514-3316551--56483-3350363
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

1150 DIEX&ELT: Nr. 37 genommen wurden. Ebenso können wir eure eigenen Wächter als (jendarmen /.weiten Ranges anerkennen. Sie werden dann von der Regierung Uniform und Waffen erhalten, in unsere Bücher eingetragen werden und die Kolonie gemäß den Anweisungen des Chefs der Gendarmerie beschützen. Schon dies könnte der Beschützung ein anderes Gepräge verleihen. Es gibt aber noch ein Gesetz, das euch von Nutzen sein kann: jenes Gesetz nämlich, wonach die Einwohner eines jeden Ortes, wenn dort 1Ü0 ottomanische Familien ansässig sind, sich als städtische Gemeinde konstituieren können. Auch ihr könnt euch also als offizielle „Balladie" mit eigenem Magistrat und einem Ras-il-Balladie (Bürgermeister) konstituieren, die dann alle Rechte, die den Stadtgemeinden zustehen, genießen könnte. Jede dieser Balladien hätte dann das Recht, mit den Nachbarkolonien sich durch Anlegung eines Telephons zu verbinden, was für die allgemeine Sicherheit sehr wertvoll wäre. Nur wenn wir unser eigenes Wohl mit dem des Vaterlandes und dem der übrigen Nationen zu vereinigen suchen, ist für uns alle sowie für unseren geliebten Staat das Heil zu erwarten. Der Vertreter von Rischon le-Zion dankte für diese warmherzige Ansprache im Namen der jüdischen Kolonien und brachte sein Hedad auf den Sultan, den Gouverneur und die Türkei aus. Eine Krankenkasse für die jüdischen Landarbeiter in Palästina Vor einiger Zeit fand in Jaffa eine Konferenz der landwirtschaftlichen Arbeiter aus den judäischen Kolonien und Farmen statt, die sich mit der Schaffung einer Krankenkasse für die Arbeiter befaßte. Der palästinensische Landarbeiter ist im Falle einer Erkrankung sehr schlimm daran. Der Lohn reicht nicht hin, um auch Ersparnisse für die Zeit der Krankheit zu machen. Der Arbeiter muri daher bei einer ernstlichen Erkrankung nach dem Jaffaer jüdischen Hospital, wo er eine für seine Verhältnisse ansehnliche Anzahlung leisten muH, oder nach einem Jerusalemer Hospital transportiert werden, was wieder mit vielen Kosten verbunden ist. Nicht minder schlimm ist es für ihn, daß er nach dem Verlassen des Hospitals zumeist noch zu schwach ist, um gleich durch Arbeit für seinen Lebensunterhalt sorgen zu können. Die Konferenz beschloß nun, eine Krankenkasse zu begründen und den erforderlichen Betrag bis zum nächsten Chanukafeste durch Mitgliedsbeiträge zu beschaffen. Außerdem sollen die Mitglieder den Lohn eines Tages, nämlich des 15. Schebat, der Krankenkasse zuführen. Der Vorstand der Krankenkasse wird in Pethach-Tikwnh seinen Sitz haben. Jerusalemer Chronik In Jerusalem sind Bestrebungen im Gange, eine palästinensische Organisation der religiös-traditionellen Juden zu schaffen, die vorderhand ihre Selbständigkeit wahren und erst späterhin, wenn sie bereits festen Fuß gefaßt haben wird und die Umstände es erfordern sollten, sich an ähnliche Organisationen Europas anschließen soll. Die neue Organisation veröffentlicht jetzt im orthodoxen Organ „Hamoriah", das wegen seiner Besonnenheit und seines vornehmen Tones immer mehr Achtung gewinnt, einen Aufruf, in dem betont wird, daß das Tätigkeitsgebiet der geplanten Organisation hauptsächlich auf ökonomischem Gebiete liege. Dieselbe \vrerde bestrebt sein, neue Erwerbsmöglichkeiten zu suchen, damit die heranwachsende Jugend im Lande bleiben und der jüdischen Tradition erhalten werden kann. Bei den letzten Wahlen zur Balladie (Magistrat) wurden auch Wahlzettel in hebräischer Sprache abgegeben. Da der Reis-il-Balladie (Bürgermeister) dies beanstandete, verwies Direktor Antebi darauf, daß dies bereits bei den Wahlen ins Parlament üblich war, und daß man von den Einwohnern Jerusalems, die zumeist Juden sind, nicht verlangen könne, daß sie in einer anderen als in ihrer hebräischen Umgangssprache Wahlzettel abgeben sollen. Die hebräischen Wahlzettel wurden daraufhin als gültig anerkannt. Aus Tunis sind 24 ältere Personen, darunter der angesehene Rabbiner Rachmim Buchanitz, in Jerusalem eingetroffen, die hier ihren Lebensabend verbringen wollen. Herr Professor Boris Schatz, der Leiter der Bezalel- Schule in Jerusalem, ist dieser Tage von seiner Europareise zurückgekehrt. Dem Magistrat von Jerusalem gehören zurzeit fünf Muslims, vier Juden und ein Christ an. Die Namen der jüdischen Mitglieder sind: David J e 11 i n , E 1 j a s c h a r , M i s r a c h i und E d a s. Schluß des redaktionellen Teiles Bei dem Jewish Colonial Trust, London sind eingegangen: Für den Bezalel: per Jewish National Fund Bureau for Amerika N. Y. s 4Q.50 Für den Baufonds des Hebräischen Gymnasiums, Jerusalem: Von ß. Hermann, London..........C 0.5.0 eingegangen bei der Administration der „Welt": Für das Mikrobiologische Institut: Dr. S. Bychowski, Warschau.........Jk 80.j() Bei dem Unterzeichneten gingen ein durch Herrn B. Fett, Debica: Schachne Kartagner, Dr. Elias Goldfluß, Dr. David Herzig, Dr. Jakob Herzig, Isser Dintenfaß je Kr. 5. Durch Herrn M. E. Lange, London: Mitgliedsbeiträge: H. Bentwich, Dr. Gaster, R. B. Salomon je 10 sh., A. Kahn, Dr. C. Duschinskv, A. M. 1 i\ nianson, A. Schwarzschild, J. Landau, Rev. L. Geffen, M. Rosenberg, J. S. Shiers, D. J. Snowman, H. Ziman, Dr. L. D. Barnett, Mrs. H. Bentwich Dr. 1. Landau, J. Rosenbaum, Geoffrey Rosenbaum, Leslie Rosenbaum, S. Wallach, R. J. Nathan, j. Israel, H. Cohen, Dr. Samuel Daiches, Achad Ha'am, L. Simon, H. Sacher, je 4 sh., 1. S. Greenberg, Coleman P. 'Hvlman je 5 's[h., J. [Solomon, Mrs. Gluckstein je 10.6 sh., E. Felsenstein, S. Mendelssohn, Lady Swathling je C 1.—, D. Gestetner, M. E. Lange je £ 1.1.— . Spenden: Dr. H. Hirschfeld, D. S. A. Hirsch, W. Miller je 4 sh., H. Ziman, R. Benzechry je 10 sh., B. Greenberg 10.6 sh., Alderman Frankenburg, L. L. Cohen, J. Rossdale je Si 1.1.—, A. Polish Jew £ 2.2.—. Stipendium: Cambridge Unwersity Zionist Society r 2.2.—. Bertrand Hamburg, Schatzmeister des Vereins „Bezalel". KON FITUREN S—i PACKUNG für Pralinös, Katzenzungen, Mokkabohnen Ueberau zu haben BERLIN SCHOKOLADEN M— N—V Milch Nus8 Vanille Die Drei Neuen Edelachokoladen Dresden 1911: Kgl. Säche. Staatsprelt

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.