Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 37 (11.9.1912)
- Date
- 1912-09-11
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 37 ' DIE2 Wien nach Köln geschehen war — nach Möglichkeit alle in der Bilanz des Jahres 1910/11 aufgeführten, nicht in bares Geld umsetzbaren Werte und die nachträglichen Kosten des vergangenen Rechnungsjahres einschließlich der Kongreßkosten und der Umzugskosten aus den hierzu zur Verfügung gestellten Kreditoren abgeschrieben. Wir konnten daher die Rechnung des früheren Verwaltungsjahres ausgleichen und gleichzeitig die Aufstellung über die Einnahmen und Ausgaben dieses Jahres übersichtlicher gestalten. Unsere laufenden Ausgaben haben sich fast genau in den Grenzen des uns bewilligten Etats gehalten, obwohl wir auch hierbei im Interesse einer klaren Darstellung unserer Finanzverhältnisse sehr rigoros vorgegangen sind. Z. B. haben wir unsere gesamten Ausgaben für Broschüren und Protokolle als Ausgaben gebucht, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, daß wir aus dem noch vorhandenen Bestände voraussichtlich eine Bareinnahme von etwa 2000 M. im neuen Etatsjahre haben werden. Ebenso haben wir das gesamte in diesem Jahre angeschaffte Mobiliar nicht, wie bisher, mit lOprozentiger Abschreibung als Aktivum gebucht, sondern sofort in voller Höhe abgeschrieben. Dementsprechend ist denn auch die neue Bilanz per 30. Juni 1912 aufgestellt worden. Wenn ich auf deren einzelne Posten eingehe, so bemerke ich zunächst, daß der Posten Schekel-Debitoren solche Sehekelgelder enthält, welche nach dem 30. Juni 1912 in bar für das vergangene Rechnungsjahr eingegangen sind. Die Debitoren sind sämtlich Betrage, welche sich sofort in Geld umsetzen lassen, so daß sie keinerlei zweifelhafte Forderungen enthalten. Einer näheren Erklärung bedürfen nur die Posten ,,Jüdischer Verlag" und „Welt". Wir haben in diesem Jahre in den Jüdischen Verlag 16 300 M. hineingesteckt, um seine Reorganisation zu ermöglichen. Wir haben dann eine sehr rigorose Bilanz des Verlages aufgestellt. Diese Bilanz hat trotz aller Rigorosität doch noch einen Vermögensbestand zu unseren Gunsten von 12 500 M. ergeben. Die überschießenden 3800 M. haben wir als Ausgaben abgeschrieben. Die 12 300 M. abzuschreiben, hatten wir keine Veranlassung, denn diese Forderuno würde selbst dann eingehen, wenn wir den Jüdischen Verlag noch so niedrig abstoßen müßten. Wie jetzt der Jüdische Verlag reorganisiert ist, ist er finanziell gesichert. Was die „Welt" anlangt, so können wir auch hier sagen, daß wir sie finanziell nunmehr vollkommen gesichert haben. Ihre Bilanz enthält nur noch Posten, welche der allerstrengsten Kritik standhalten können. Es steckt jetzt in ihr ein Kapital, welches auch bei weiterer Entwicklung ihren Bedürfnissen genügen wird. Trotz strengster Bilanzierung sind wir in den Büchern der „Welt" noch mit 38 000 M. kreditiert. Diese Summe steht etwa nur mit «y~> oe' uns zu Buch. So können wir es durchaus verteidigen, daß wir die 13 000 M., die wir in diesem Jahre in der „Welt" neu investiert haben, nicht etwa als Verlust abgebucht haben. So ergab unsere Bilanz bei ihrem Abschluß einen Verlustsaldo von 49 000 M. Von dieser Summe sind inzwischen 11000 M. in bar eingegangen. Was die restlichen 37 000 M. anlangt so werden wir auch diese Summe noch im Laufe des Kalenderjahres einnehmen. Wir müssen hier zwischen Rußland und den übrigen Ländern unterscheiden. Aus den übrigen Ländern sind noch mindestens 12 000 M. Schekel rückstandig, auf deren Eingang wir unter allen Umständen rechnen können. Den Rest erwarten wir noch an Schekeln und Zentralfonds aus Rußland, das bisher infolge der Ihnen ja bekannten Verhältnisse erst den geringen Betrag von zusammen 17 000 M. abgeführt hat. Selbstverständlich läßt sich ein mathematischer Beweis dafür, daß diese Beträge eingehen ELT 1135 werden, nicht führen. Nach den Darstellungen aller Vorjahre, nach den sehr detaillierten Mitteilungen aus einzelnen Verbänden, nach meinen persönlichen Erfahrungen in Deutschland, kann ich Sie aber versichern, daß ich keinen Zweifel am Eingang dieser Summe habe. Wir werden daher, einschließlich der nachträglichen Eingänge, das Jahr 1911/12 rechnerisch ohne Verlust abschließen. Wie Sie wissen, haben wir in dem verflossenen Jahre auf Grund eines Vorschusses gewirtschaftet, den uns die jüdische Koljnialbank gegeben hat, und wir haben diesen Vorschuß erhalten, nachdem eine große Anzahl von einzelnen Personen für den Vorschuß persönlich garantiert hat. Dieser Vorschuß ist heute fällig gewesen. Wir haben ihn bisher noch nicht bezahlt und sind in Höhe von 66 000 M. belastet. Wir sind aber heute in der Lage, diesen Vorschuß bis auf einen Teilbetrag von 20 000 M. abzudecken und diese 20 000 M. sicherzustellen, so daß die üarantoren nicht mit einem Pfennig in Anspruch genommen werden. Zunächst können wir 8000 M. aus unserer Kasse bar bezahlen. Weitere 6800 M. sind ein Betrag, welchen der Jüdische Verlag für unsere Rechnung morgen in bar der „Welt" zahlt. Diese Zahlung hängt mit der Reorganisation des Verlages zusammen, sie wäre schon längst erfolgt, wenn nicht das Direktorium des J. C. T. gewünscht hätte, daß dk* Beteiligung des J. C. T. an der Reorganisation des Verlages noch morgen dem Aufsichtsrat zur Genehmigung vorgelegt wird. Sobald dies morgen geschehen sein ward, erfolgt die Zahlung in der Weise, daß die Bank von dem dem Jüdischen iVerlag .einzuräumenden Kredit sich diese 6800 M. sofort zurückbehält. Eine dritte Summe von 7700 M, sind die Zeichnungen der üarantoren des letzten Jahres für den Zentralfonds. Diese Summe ist nur deswegen bisher nicht bezahlt worden, weil die Garantoren des Vorschusses diese Beiträge nur für den Fall gegeben haben, daß die Garantie nicht in Anspruch genommen wird. Diese Beträge, die sich übrigens nur aus größeren Summen zusammensetzen, deren Eingang infolge der finanziellen Bonität der Spender unzweifelhaft ist, werden in wenigen Tagen beim J. C. T. eingehen. Der Rest von 23 500 M. sind die Ausgaben, die das E. A. C. in den Monaten Juli und August gehabt hat. Unser altes Geschäftsjahr lief am 30. Juni ab. Seit dem 1. Juli haben wir keinen Kredit, um unsere Ausgaben für das neue Jahr zu decken. Wir haben daher vorläufig die Ausgaben aus dem alten Kredit bezahlt. Wir waren hierzu berechtigt, denn niemand wollte ja, daß wir unser Bureau am 1. Juli schließen sollten und jedermann wußte ja, daß das A. C. ein Vermögen, aus dem es Auslagen bestreiten kann, .nicht besitzt. Wir werden vom Aufsichtsrat für das neue Geschäftsjahr wiederum einen Kredit bekommen, wie ich Ihnen bald des näheren klarlegen werde. Wir werden aus diesem neuen Kredit die 23 500 M. sofort dem J. C. T. belassen. Es fehlt also ein Betrag von 20 000 M. Diese 20 000 M. können wir heute nicht zurückzahlen, die Gründe liegen darin, daß eben noch ein größerer Teil der Schekelgelder nicht abgeführt ist. Da es sich im wesentlichen um Beträge aus Rußland handelt, so stellen einige unserer russischen Freunde in Flöhe von 15 000 M. und ich selbst für das E. A. C. in Höhe von 5000 M. der Hank eine am 31. Dezember 1012 fällige neue persönliche Ciarantie zur Verfügung, unter der Bedingung, daß der J. C. T. die alten üarantoren sofort aus der Haftpflicht entläßt. Wir bitten Sie, den Aufsichtsrat zu ersuchen, dieses Entgegenkommen zu üben. Wie ich Ihnen schon vortrug, befinden sich in unserer Bilanz Posten, welche sich nicht sofort in bares üeld umsetzen lassen, nämlich „Welt14 22 500 M., Jüdischer Verlag 12 500 M., Kolonialbank-Aktien 2400 M., zusammen 37 500 M. Damit uns dieses üeld nicht für unsere laufenden Ausgaben fehlt, haben