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Die Welt · 1912-09-11 · 37 (11.9.1912) · page 1

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Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
37 (11.9.1912)
Date
1912-09-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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DIE BERLIN W15, SACHSISCHE STR. 8. W ERSCHEINT JEDEN FREITAG ZENTRALORGAN DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG XVI. JAHRG. BERLIN, 11. September 1912 Urrfefc rann 'N?1*>K tD'O Nr. 37. Das Actions-Comite hat den Schluß des Schekeljahres auf den 31. Oktober 1912 festgesetzt. Die Landes- und Sonderverbände werden daher dringend gebeten, die Schekelsammlung in den nächsten Wochen zum Abschluß zu bringen und die eingehenden Beträge nach London oder Berlin zu überweisen. RUCKBLICK Die Sitzungdes Central-Comites der zionistischen Organisation ist vorüber, die Delegierten sind in ihre Heimat zurückgekehrt und das Actions-Comite rüstet sich für die Arbeit der kommenden Wintermonate. Es wäre gewiß ein Fehler, ein Beweis politischer Kurzsichtigkeit, die Bedeutung solcher Tagungen selbstgefällig zu übertreiben. In einer so großen und weitverzweigten Organisation wie der unsrigen gibt es stets eine Fülle von Angelegenheiten, die auf den regelmäßigen Tagungen erledigt werden müssen, aber nur selten treten Einzelfragen von besonderer Bedeutung in den Vordergrund. Auch auf der Tagung unseres Central-Comites gab es keine „große Frage", und wenn sie über die pflichtgemäße Erledigung ihrer Funktionen hinaus Interesse verdient, so gilt dies hauptsächlich ihrer allgemeinen Stimmung. Wir haben vor Beginn der Sitzungen bereits erklärt, worin wir die Bedeutung des Central-Comites, das ein kleiner Kongreß oder ein erweitertes Actions-Comite ist, in erster Linie erblicken: In der Prüfung und Festlegung der allgemeinen Grundsätze, nach denen die Leitung unserer Organisation verfährt. Diese Aufgabe hat das Central-Comite — ohne viele Beschlüsse zu fassen — erfüllt, und zwar in einer Weise, die vollste Befriedigung erwecken muß. Das Engere Actions-Comite hielt es für seine Pflicht, den zahlreich erschienenen Mitgliedern des Central- Comites eine systematische Darstellung der von ihm vertretenen Anschauungen und Arbeitsmethoden zu bieten. Diesem Zwecke dienten die Referate und Berichte der ersten Vormittagssitzung, in denen die Hauptgebiete zionistischer Tätigkeit — Politik und Palästinaarbeit — eingehende Behandlung erfuhren. Ohne Einzelheiten zu berühren, darf gesagt werden, daß das Actions-Comite mit diesen Referaten die allgemeinen Grundsätze unserer Bewegung klar formuliert und ausführlich begründet hat. Ueber die Arbeiten des E. A. C. im abgelaufenen Jahre wie über die Pläne für die nächste Zukunft wurden die in großer Zahl erschienenen Mitglieder des Central-Comites und die eingeladenen Gäste genau informiert. So erhielten sie einen deutlichen Eindruck von den Meinungen und Absichten der leitenden Körperschaft, und es ist festzustellen, daß die ganz überwiegende Majorität sich in vollstem Einklang mit dem Engeren Actions-Comite befand. Dieses Einvernehmen zeigte sich sowohl in den politischen und palästinensischen Fragen — in deren Behandlung sich prinzipielle Gegensätze überhaupt kaum ergaben, wie auch im Verlauf der Organisations¬ und Finanzdebatte, die gewisse gegensätzliche Auffassungen zutage treten ließ. Das E. A.C. vertrat die Ansicht, daß die zionistische Organisation als Trägerin einer im Wachsen begriffenen nationalen Bewegung großzügige Propaganda treiben und auf politischem, kolonisatorischem und kulturellem Gebiet vor größeren Ausgaben nicht zurück scheuen dürfe. Die zionistische Organisation ist kein Staatswesen, aber sie hat ebenso wie der Staat die Aufgabe, die Mittel zur Deckung der für das aligemeine Wohl unbedingt erforderlichen Ausgaben zu beschaffen. Im Gegensatz zur Privatwirtschaft des einzelnen Bürgers soll der Staat die Ausgaben nicht von den Einnahmen abhängig machen, sondern zuerst die Höhe der nötigen Ausgaben feststellen und dementsprechend die erforderlichen Einnahmequellen erschließen. Er muß sich dabei natürlich im Rahmen des Möglichen halten, aber sein erster Grundsatz muß sein, dringende Kulturaufgaben nicht zu vernachlässigen. Wir befinden uns in genau der gleichen Lage. Wollten wir unter allen Umständen die Ausgaben den sicheren Einnahmen anpassen, so würden wir unsere Organisation bald zu völliger Bedeutungslosigkeit und Untätigkeit herabsinken sehen. Vielmehr müssen wir uns klarmachen,

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