Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 35 (30.8.1912)
- Date
- 1912-08-30
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
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JU€DISCh6R nATIOnAL-FOhPS^^ Der Jüdische Nationalfonds ist daxu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes xu ericerben. Vom V. Zionistenkongreß im Jahre 1901 gestiftet, hat er bereits die Röhe von ca. 3 Millionen Mark erreicht. MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Briefe und sonstige Sendungen sind zu adressieren: jETaujjtöureau des Jüdischen A afionalfonds z< H. des Herrn Dr. M. J. Boden heimer, Cöin, Neutnarkt 33 .=- TISCHRI ■=-. Der Festmonat Tischri bietet den Freunden des Nationalfonds mannigfache Gelegenheit, sich im Dienste des jüdischen Volkes zu betätigen. Beim Rosch-Haschanah-Feste kommen in erster Reihe die Gratulationsablösungen in den Ausweis-Zeitungen in Betracht. Die meisten unserer Sammelstellen und Ortskommissäre haben wohl schon die nötigen Vorbereitungen getroffen, um dafür Sorge zu tragen, dass diese Gratulationen und die entsprechenden Spenden rechtzeitig genug eingehen, um in der zu Rosch-Haschanah erscheinenden Nummer veröffentlicht zu werden. Besonders eignen sich für die Zwecke der Rosch-Haschanah-Gratulationen auch die Nati onalfonds-Telegramme. Mögen alle Zionisten sich vergegenwärtigen, wie leicht auch mit kleinen Opfern Nützliches für die jüdische Siedlungsarbeit geleistet werden kann. 100 Telegramme ermöglichen dem Nationalfonds den Ankauf eines Dunams des besten Bodens in Palästina! Es besteht vielerorts noch der alte jüdische Brauch, in der Woche vor dem Rosch-Haschanah-Feste an den Gräbern der Verstorbenen zu beten, und es wird bei dieser Gelegenheit auch regelmässig für jüdische Zwecke gesammelt. Mögen unsere Kommissäre dafür sorgen, dass dabei der Nationalfonds nicht vergessen wird. Auch am Vorabend des Jom-Kippur finden Tellersammlungen statt, deren Ertrag, namentlich im Osten, schon vielfach für palästinensische Zwecke verwandt wurde. Es bedarf nur eines zweckmässigen Auftretens unserer Kommissäre, um auch diese sogenannten Kaaroth-Samml ungen dem Nationalfonds zuzuführen* Das Sukkoth-Fest bietet uns mit seinen Halbfeiertagen die geeignete Zeit für die halbjährliche Büchsenleerung. Schon zu oft haben wir auf die überragende Bedeutung der Büchsen als Sammelmittel hingewiesen, als dass dies an dieser Stelle noch nötig wäre. Was uns bei der Büchse vor allem nottut, mehr als bei irgendeinem anderen Sammelzweig, ist Ordnung und Organisation! Mit der grössten Pünktlichkeit soll darauf geachtet werden, dass die Adressen aller Büchseninhaber immer in Evidenz gehalten und dass die Leerungen zum bestimmten Termine vorgenommen werden. Nichts ist mehr geeignet, das Vertrauen des Spenders zum Nationalfonds abzuschwächen, als wenn er sieht, dass man sich um seine Büchse und deren Inhalt nicht kümmert. Weit grösser als der materielle Schaden, der uns erwächst, indem uns der Inhalt der Büchse verloren geht, ist der moralische Schaden, wenn ein guter und opferfreudiger Jude das Vertrauen zu unserer Sammelorganisation verliert. Das darf nie und niemals vorkommen! Deshalb ist es die erste Pflicht aller Vertrauensmänner, auf die Verteilung und Leerung der Büchsen das Höchstmass ihrer Aufmerksamkeit zu richten Die Sammlungen sind im Fluss. Der Hochsommermonat ist bald vorbei, und es naht wieder die Zeit der intensiven Arbeit. Mehr als jemals braucht der Nationalfonds eine Verstärkung seiner Mittel. Möge denn der Tischri-Monat, der so viele nationale Erinnerungen bei uns aufleben lässt, den würdigen Anfang einer Winterkampagne bringen, die alles übertreffen soll, was bisher im Dienste des Nationalfonds geschehen ist!