Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 34 (23.8.1912)
- Date
- 1912-08-23
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Aleppo 2× ep/1047811
- Beirut 1× ep/1047833
- Haifa 1× ep/1047930
- Lod 1× ep/1045074
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Nr. 34 1 DIE] preßlinge und gewinnen daraus 10 % sogenanntes Perina-Oel, das einen billigeren Preis hat als die regulären Seifenöle. Perina-Oel wird von den Seifensiedereien von Jaffa, Beirut und Tripolis, auch aus Mytilene und Italien bezogen. Der Export von syrischem Olivenöl (meist nach anderen Gebieten der Türkei und nach Aegypten) geht aus folgender Tabelle hervor: Verschi f f ungsh af en 1906 1907 1908 Alexandrelte Tonnen .... 80 275 214 Beirut Barrels .... 860 1,300 900 Haifa „ .... 360 1,200 300 Saida „ . ... 131 600 150 Lattakie „ .... — — 1,500 Die Zahl der Seifenfabriken beträgt im eigentlichen Syrien über 90 und einschließlich der Provinz Aleppo 129. Im einzelnen befinden sich dieselben in folgenden Distrikten: Beirut nebst Distrikt 4 Libanon 10 Saida 2 Tripolis nebst Distrikt 12 Lattakie 4 Haifa 2 Nablus nebst Distrikt 25 Jaffa, Lydda, Ramleh, Gaza, Jerusalem 20 Damaskus nebst Distrikt 12 Provinz Aleppo 38 (hiervon in Aleppo 11, in Antakie 14). Diese Seifenfabriken sind fast ausnahmslos von der primitivsten Art, doch ist das Produkt seiner guten Qualität wegen (Olivenölseife ist hart und schäumt wenig) im ganzen Orient sehr geschätzt. Zweifellos aber wäre es vorteilhafter, ein so hochwertiges Produkt wie Olivenöl mittels verbesserter »Methoden ausschließlich zu hochwertigeren Speiseölen zu verarbeiten und für die Seifenfabrikation sich mehr und mehr auf das Oel der Rückstände zu beschränken, das gegenwärtig — in Ermangelung einer genügenden Zahl von Extraktionsanlagen — mit den Preßlingen zusammen verfeuert wird. Von der Chalukah Der Jahresbericht der „Pekidim und Amarkalim der israelitischen Gemeinden des Heiligen Landes zu Amsterdam" mit der Abschlußrechnung für die deutsch-holländische Chalukah (Kolel Hod) für das Jahr 5671 liegt uns vor und — wir freuen uns seiner. Haben wir schon im vorigen Jahr eine steigende Einnahme konstatiert, so können wir in diesem Jahre eine solche •rheblich verstärkten Maßes feststellen. Die Gesamteinnahmen sind von 113 700 M. auf 160 600 M. gestiegen. Davon ist fast genau die Hälfte (80 420 M.) zur freien Verfügung der Pekidim, während die andere Hälfte für Spezialzwecke nach Verfügung der Spender bestimmt ist. Die Zunahme ist auf die nach vielen Jahren der Vernachlässigung erst im Jahre 5670 wieder energisch aufgenommene Propaganda durch Reisen und ausgedehnte Büchsenverteilung zurückzuführen und ist zweifellos auch eines der Symptome des allseitig wachsenden Interesses an Palästina, als dem jüdischen Lande. Die Summe der „Betriebsunkosten" ist demgegenüber nur mäßig gestiegen: von 20113 M. auf 24106 M. Im Verhältnis zur Einnahme ist sie von 18<y0 im Vorjahr auf 15°/o zurückgegangen, ein Prozentsatz, der einen Rekord darstellt gegenüber anderen ähnlichen Organisationen. Auch diesmal ist besonders der Posten „Gehälter" für die drei Bureaus in Amster- [ELT — 1039 dam, Frankfurt und Jerusalem bei wiederum insgesamt nur 9 Beamten recht gering: 11 526 M. Die Betriebsunkosten sind zu einem großen Teil aus den Spenden für Spezialzwecke entstanden, werden aber aus denen zur freien Verfügung der Verwaltung bezahlt, — ein wohl ungerechter und reformbedürftiger Zustand. Die Verwaltung klagt selbst darüber, daß die Bearbeitung und Verteilung der Spenden für Spezialzwecke, die sich „aus einer Anzahl kleiner und kleinster Gaben einzelner Spender für bestimmte Privatpersonen oder Anstalten zusammensetzen ... einen unverhältnismäßig großen Teil der Arbeitskräfte beanspruchen." Die Pekidim klären wohl die Spender über etwaige offensichtliche irrige Voraussetzungen auf, von denen sie bei den Spenden ausgegangen zu sein scheinen, im übrigen aber betrachten sie sich dabei „lediglich als Vermittlungsstelle, die den Willen ihrer Auftraggeber strikt zur Ausführung zu bringen hat". Und sie fügen den sicher sehr berechtigten Wunsch hinzu: ,,Im Interesse der Sache läge es allerdings häufig, daß die verehrlichen Spender die Bestimmung des Verwendungszweckes unserer genauen Kenntnis der Verhältnisse überließen." Die Tatsachen, die zu diesen kritischen Ausführungen der Chalukah-Verwaltung führten, sollten diese doch wohl berechtigen, die Spenden für Spezialzwecke stets um den Durchschnittssatz der allgemeinen Spesen zu kürzen und so an den Gesamtunkosten teilnehmen zu lassen. Eine solche Maßnahme erscheint um so berechtigter und angemessener, als doch allem Anschein nach die Spenden zur freien Verfügung eine immer rationellere Verwendung finden. Denn das konstatieren wir am freudigsten aus dem Bericht, was die Verwaltung bei ihren erläuternden Bemerkungen selbst an die Spitze stellt: „Das Reorganisationswerk der Chalukah für die deutsch-holländischen Familien der Gemeinde ist in vollem Zuge". Die Pekidim heben insbesondere hervor, daß die sogenannte „kleine Chalukah", d. h. die früher übliche Verteilung minimaler Beiträge von 1—2 Frcs. pro Jahr an Tausende von Palästinensern definitiv abgeschafft ist. Aber auch, die Unterstützungsgelder an die Mitglieder des Kolel Hod gelangen in anderer Weise als bisher zur Verteilung. Sie sind „zu einem ansehnlichen Teil" für geschäftliche oder gewerbliche Zwecke verwendet worden, so daß einige Familien überhaupt von der Liste gestrichen werden konnten. Vor allem aber haben auch jüngere Leute aus diesem Posten Unterstützungen „zur Erlernung eines praktische Aussicht auf Selbständigkeit bietenden Berufes" erhalten, so daß sie voraussichtlich in Zukunft auf keine Chalukah mehr angewiesen sein werden. Erhöht wurden dagegen nur Unterstützungen an wirkliche Thoragelehrte, erwerbsunfähige Greise, Witwen und Waisen mit Rücksicht auf ihre Armut und die Teuerungsverhältnisse. „In jedem einzelnen Falle wird aber die Bedürftigkeit durch schriftliche Enquete und Nachprüfung der gemachten Angaben gewissenhaft festgestellt." Mit allen diesen Maßnahmen hat die Verwaltung der Chalukah für den Kolel Hod einen erheblichen Teil der langjährigen Wünsche ihrer Kritiker, nicht zum wenigsten der aus unserem Lager, erfüllt. Insgesamt wurden für diese Zwecke 20 867 M. aufgewendet. Für ärztliche Hilfe und für Armenspeisung in Jerusalem und Hebron sind 3285 M. ausgewiesen. Die Verwaltung macht hierbei auf eine recht bedauerliche, kaum glaubliche Tatsache aufmerksam: Obwohl die Jerusalemer jüdische Gemeinde an 40 000 Arme zählt, ist für ärztliche Hilfe für diese recht mangelhaft gesorgt. Jerusalem hat keinen Armenarzt. Einige Hospitäler halten wohl einigemal in der Woche Klinik, „aber für unentgeltliche ärztliche Visiten bei den so zahlreichen notleidenden Familien gibt es keine Institution". Die Repräsentanz der großen Aschkenasim-Gemeinde hat sich an die Pekidim mit der Bitte gewandt, dem großen Notstand