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Die Welt · 1912-07-26 · 30 (26.7.1912) · page 15

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Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
30 (26.7.1912)
Date
1912-07-26
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 30 DIE3|E ELT 90g ziemt, werden hier bald Unwissenheit, bald Verlegenheit und bald Bosheit als die Quellen der Angriffe aut das Judentum aufgedeckt, und mit köstlicher Ironie wird Harnacks gemausertes Christentum seinem Wesen nach als Judentum gekennzeichnet, als eben das Judentum, dessen Ethik der sonst so wahrheitsliebende Theologe da und dort zu verdächtigen und zu verzerren sich anstrengt, um doch eine Scheidewand zwischen der Mutter- und Tochterreligion konstruieren zu können. Und die Stimme des unermüdlichen Rufers im Streite wird drüben gehört. Sie wird es nicht nur wegen der zwingenden Argumentation seiner glänzenden Apologie, nicht nur wegen seiner wissenschaftlichen Ebenbürtigkeit, wenn nicht Ueberlegenheit, sondern vor allem deswegen, weil Peries bei aller Liebe und Begeisterung für die Leistungen seines Stammes in der Beurteilung derselben nie parteiisch noch einseitig ist. Die Streitschriften „Was lehrt uns Harnack?" und die in die Sammlung nicht aufgenommene Replik (vgl. jedoch S. 114 bis 117) „Boussets Religion des Judentums im neutestamcntlichen Zeitalter, kritisch untersucht", müßte jeder Jude gelesen haben, und sie sollten insbesondere der reiferen Jugend in die Hand gedrückt werden. Was Peries den Gegnern am entschiedensten vorwirft, ist ihre unzureichende Kenntnis der Wissenschaft vom Judentum. Immer wieder betont er daher in den Abhandlungen „Eine Enzyklopädie des Judentums", „Jüdische Wissenschaft", „Die Wissenschaft vom Judentum an den deutschen Universitäten", „Die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums", die Notwendigkeit der Schaffung eines besonderen Lehrstuhls für dieses Gebiet an den deutschen Universitäten, wie er in Frankreich, England und Amerika bereits vorhanden ist. Wenn die maßgebenden deutschen Regierungskreise nunmehr an die Ausführung dieses Planes schreiten, so ist das Verdienst Peries7 hieran nicht gering zu veranschlagen. Man darf hoffen, daß die Fakultäten die berufenen Männer zu finden wissen werden. Es ist hier des Raummangels wegen nicht mehr möglich, noch auf die weiteren gediegenen Aufsätze der vorliegenden Sammlung deutlicher hinzuweisen. Diese enthält eine treffliche Zusammenfassung der Kerngedanken des Judentums und bildet so ein zuverlässiges Handbuch für dessen Erkenntnis und Würdigung. Paris. Dr. S. S c h i f f e r jun. * Randbemerkungen zum täglichen Gebetbuche (Siddur). Von Prof. A. Berliner. Zweites Buch. Berlin, M. Poppelauer. 1912. Mit ungeschwächter Arbeitskraft und regem Forschertriebe setzt Prof. Berliner in diesem Buche seine kritischen Studien zum Gebetbuche fort, die er 1909 begonnen hat. „Gerecht und wahr" — diese Devise hat den Gelehrten auch diesmal geführt durch ein Gebiet, das sonst nur von der Macht des Gemüts und der Inbrunst religiöser Gefühle beherrscht zu sein pflegt. Freilich muß man es dem Verfasser zugestehen, daß seine kritischen Bemerkungen gleichfalls im Grunde tiefem religiösen Empfinden entspringen und ihm dienen wollen. Darum ist er bemüht, manche störenden Unebenheiten, die der Text unserer Gebetbuchausgaben aufweist, hinwegzuräumen. Auch diesmal lenkt er unsere Aufmerksamkeit aut eine Anzahl solcher verbesserungsbedürftigen Stellen. Im II. Kapitel, das die Ueberschrift „Das Kaddisch" trägt, charakterisiert Berliner vortrefflich ein paar jener traurigen jüdischen Gestalten, die mit dem* Judentum nur noch eins verbindet: das Kaddisch, und für die das Judentum nur noch eine Friedhofsreligion bildet — vom jüdischen Leben keine Spur mehr. In der Behandlung der abweichenden Lesarten der verschiedenen Riten empfindet man bei Berliner nicht etwa eine Spaltung des Judentums; durch seine Art der Motivierung und der Nachweise des Ursprungs hat man gerade das Gefühl der inneren Einheit der Gesamtjudenheit durch das Band des Gebetes. Im XIV. Kapitel, S. 59 (Ziffer 23), fehlt merkwürdigerweise der Hinweis auf den Wilnaer Gaon Rabbi Elia, von dem diese Erklärung der Psalmstelle 115 stammt. (S. Altonaer Siddur.) Reich ist das Ergebnis des Berlinerschen Buches auch für den Sprachforscher. Seine sprachlichen Untersuchungen sind doppelt wertvoll für eine Zeit, in der das Hebräische eine Neubelebung erfährt. Möge dem verehrten Verfasser noch fernerhin das Glück beschieden sein, in gleicher geistiger Frische seine jüdisch-wissenschaftlichen Forschungen fortzusetzen. Nürnberg. Dr. J. Bamberger. Schluß des redaktionellen Teiles Bei dem Jewish Colonial Trust, London sind eingegangen: Für den Bezalel: per J. N. F. Bureau for American, New York 8 15.— Dorsche Z. A. Cape Town..........^ 1.7.6 Für das hebr. Gymnasium in Jaffa: Dorsche Z. A. Cape Town.........U 1.16.— Herzl Ladies Z. A. Qudshoorn........£ 2.10.— Eingegangen bei der Administration der „Welt": Für das Hebräische Gymnasium in Jerusalem: per J. N. F., Wien . •*.........JL 41.55 Für die Kolonie Menachem-Jechiel: per J. N. F., Wien.............JL 8.05 Für Waad Halaschon, Jerusalem: per J. N. F., Wien..............//. 0.80 Für den Kulturfonds: per J. N. F., Wien.............JL 2.40 Für das Naturhistorische Museum: per J. N. F., Wien.............JL 0.80 Für Beth-Haam: per J. N. F., Wien.............JL 0.80 Für die Nationalbibliothek in Jerusalem: per J. N. F., Wien.............JL 0.60 Für den Turnverein Makkabi: per J. N. F., Wien.............JL 0.60 Für die Tachkemoni-Schule: per J. N. F., Wien.............JL 0.60 Für den Halperinfonds: per J. N. F., Wien.............JL 0.60 Für das Hygienische Institut: Durch Naiditsch, Sühnegeld von den Herren Pines und Grinow, Moskau ..........JL 108.15 per J. N. F., Wien — 1 Aktie der l\ L. D. C. Das Technikum Mittweida ist ein unter Staatsaufsicht stehendes höheres technisches Institut zur Ausbildung von Elektro- und Maschineningenieuren, Technikern und Werkmeistern und zählt jährlich ca. 2—30C0 Besucher. Der Unterricht sowohl in der Elektrotechnik als auch im Maschinenbau wurde in den letzten Jahren erheblich erweitert und wird durch die reichhaltigen Sammlungen, Laboratorien für Elektrotechnik und Maschinenbau, Werkstätton und Maschinenanlagen usw. sehr wirksam unterstützt. Das Wintersemester beginnt am 15. Oktober 1912, und es finden die Aufnahmen für den am 80. Septomber beginnenden, unentgeltlichen Vorkursus von Mitte September ab wochentaglich statt. Ausführliches Programm mit Bericht wird kostenlos vom Sekretariat des Technikum Mittweida (Königreich Sachsen) abgegeben. In den mit der Anstalt verbundenen, ca. 8CO0 (im bebaute Grundfläche umfassenden Lohr-Fabrikwerkstätten finden Praktikanten zur praktischen Ausbildung Aufnahme. Auf allen bisher beschickten Ausstellungen erhielten das Technikum Mittweida bzw. seine Präzisions-Werkstätten hervorragende Auszeichnungen. Industrie- und Gowerbeausstellung Plauen: dio Ausstellungsmedaillo der Stadt Plauen „für hervorragende Leistungen". Industrie- und Gowerbeausstellung Leipzig: dio Königliche Staatsmedaille „für hervorragende Leistungen im technischen Unterrichtswesen"- Industrieausstellung Zwickau: die goldene Medaille. Internationale Weltausstellung Lüttich den Prix cThonneur. 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