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Die Welt · 1912-07-26 · 30 (26.7.1912) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
30 (26.7.1912)
Date
1912-07-26
Page
– (sequence 10)
Language
German
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904 DIEÄELT; Nr. 30 nehmer ihre Schulden ganz getilgt und zwar im Betrage von 26 230 Frcs. Demgegenüber wurden neuen 170 Personen Darlehen im Betrage von 84 087,55 Frcs. gewährt. Am 31. Dezember 1911 waren es also 52S Darlehnsnchmer mit einer Gesamtverpflichtung von 111 35S.S3 Frcs. Die neuen Darlehnsnchmer gruppieren sich in 86 Aschkenasim, 48 Sefardim und 36 Jemeniten. 63 gehören dem Kaiifmannsstande an, 107 sind Handwerker. Die Darlehnskasse der Ica, die für die hiesige Bevölkerung von großem Segen ist, unterstellt einem besonderen Komitee, dessen Obmann Herr Direktor Albert Antcbi ist. Jaffa, 7. Juli. Gestern abend fand im hiesigen Handwerkerverein eine Scbekelversammlung statt. Herr Scheink i n hielt eine längere Rede, in der er auch Herzls Wirken besprach. Auch Herr Nofach aus Minsk hielt eine begeisterte Ansprache. Es wurden eine größere Anzahl Schekalim gesammelt und beschlossen, die Sammlung fortzusetzen. Die hiesigen J e m e n i t e n haben 40 Schekalim gesammelt. Ramien, 1. Juli. Der hiesige Magistrat (Belladie) engagierte einen jüdischen Geometer. Es wurde ihm ohne weiteres eingeräumt, am Sabbat und an jüdischen Feiertagen zu ruhen. -- Ein Herr Goldberg aus Jaffa hat hier ein Hotel eröffnet. Das deutsche Hotel ist bekanntlich nach dem Ableben des Herrn Reinhardt, der es noch zu Lebzeiten veräußern wollte, eingegangen. Haifa, 10. Juli. Die Schüler der hiesigen Alliance-Schulc hatten einen namhaften Betrag für den türkischen Kriegsfonds gesammelt, der seinerzeit dem Wali von Beirut bei seinem Hiersein überreicht wurde. Nun hat jetzt Herr N a h u m , der verdiente Leiter der Alliance-Schule, vom Wali zum Zeichen des Dankes eine schöne goldene Uhr, eine goldene Feder und wertvolle arabische Bücher zum Geschenk erhalten. Aus den Kolonien Pethach-Tikwah. Die Orangenhändler haben bereits die Verhandlungen wegen der diesjährigen Ernte angefangen. Wie es scheint, wird sich ein günstiger Preis erzielen lassen. Ein Orangengartenbesitzer hat bereits die Ernte für IS 200 Frcs. verkauft. Sesam und Wassermelonen /.eigen eine recht ungünstige Ernte. Kafr Saba. Die an unsere Kolonie angrenzenden 4000 Dunam, die vor einigen Monaten erworben wurden, sind bereits unter den Käufern verlost worden. Der größte Teil dieses A.reals gehört Kolonisten und Arbeitern aus Pethach- T i k w a h , die nach Erledigung der Erntearbeiten an die Kultivierung des neuen Bodens herantreten werden. Die Anlegung eines eigenen Brunnens wird eine der ersten Arbeiten sein. Erfreulich ist, daß die Regierung diesmal die wirtschaftliche Bedeutung der jüdischen Arbeit gewürdigt und bald die Bauerlaubnis erteilt hat. Jibnael (Jemma), 1. Juli. Sowohl die Winterwie auch die Sommerernte ist in unserer Kolonie besser ausgefallen als wir bei den ungünstigen Regenverhältnissen erwartet hatten. Besonders ist der Weizen zufriedenstellend. Eine ^genaue Uebersicht über die Ernteergebnisse wird man erst nach dem Drusch haben können, der jetzt im Gange ist. In diesem Jahre haben 14 Kolonisten unsere Kolonie verlassen. Diese Stellen werden von der Verwaltung der Ica nach und nach mit neuen Ansiedlern besetzt, die eigenes Betriebskapital mitbringen (ca. 6000 Frcs.) und von der Ica 250 Dunam sowie Haus und Stall gegen vereinbarten Pachtzins erhalten. Eine Gruppe von 6 Familien in Stanislau (Galizien), deren Vertreter hier an Ort und Stelle die Verhältnisse studiert haben, verhandelt wegen des Kaufes von sechs Kolonistenstellen. Wir hoffen, daß die neuen Ansiedler zum Aufschwung der Kolonie beitragen werden. Seit einigen Monaten gibt es in unserer Kolonie 18 jemenitische Familien. Wo sie arbeiten, ist man mit ihrer Arbeit sehr zufrieden. Auch ihre Frauen haben sich auf dem Felde während der Ernte sehr bewährt. Leider zeigt ein Teil der Kolonisten gar kein Interesse, die Jemeniten zur Arbeit hinzuziehen. Kleine Nachrichten In diesem Jahre hat sich die Weinlese verspätet. In Rischon-Lezion begann sie am 26. Tainmus (11. Juli) Dr. D a v i d aus S a f e d ist als Arzt für die Kolonier. in Untergaliläa engagiert worden. Er wird sein Domizil ii Jibnael haben. Der Augenarzt Dr. Ticho aus Wien, der von der Ge Seilschaft „Lemaan-Zion" für J e r u s a 1 e m engagiert wurde ist hier eingetroffen. Dr. Elias Auerbach aus Haifa ist von einer längere! Europareise zurückgekehrt. Aus Petersburg, Kiew und Minsk sind jetzt an gesehene Gäste im Lande anwesend. Die Eisenbahn Jaffa—Port Said Die „Deutsche Levante-Zeitung" in Hamburg bringt fo! genden Artikel über das Bahnprojekt Jaffa—Port Said: Syrien und mit ihm Palästina weist von allen türkische Provinzen weitaus das dichteste Eisenbahnnetz auf. Kam ist eine Linie beendet, so wird schon eine neue in Angri genommen. Zu den wichtigsten Projekten, an die bislu herangetreten wurde, gehört ohne Zweifel die Erstellung eim Bahn von Jaffa, der Hafenstadt Jerusalems, über Ga/ der Meeresküste entlang bis hinab nach Port Said, den nördlichen Endpunkt des Suezkanals. Ueber die Linie wurt bereits zwischen der Pforte und Aegypten ein grundsät 1 i c h e s Uebereinkommen erzielt, und im Frühjahr bescha - tigten sich englische Ingenieure an Ort und Stelle dami die genaue Trasse festzulegen. Bis heute besteht eine Reiseverbindung von Palästii nach Aegypten nur zu Schiff, wenn man von dem mühseligi und teueren Landweg zu Kamel oder Pferd absieht. J a f f mit seinen etwa 60 000 Einwohnern hat sich in den letzt' zwei Jahrzehnten ganz erstaunlich entwickelt. Allein in de; Jahren 1906 bis 1911 stieg sein Gesamthandel von 17 a? etwa 33 Millionen Mark. Die zweite größere Hafensta< Palästinas ist das südlich gelegene Gaza, das etwa 400»! Seelen aufweist und damit an Bevölkerungszahl im Lam an dritter Stelle steht. Gaza hat ein sehr fruchtbar Hinterland, der Wert der jährlichen Ausfuhr von Weizi Gerste und Durra beläuft sich auf etwa 7 bis 8 Million- Franken. Die Stadt selbst liegt 3'4 km vom Meer entfen und die Landungsverhältnisse für Schiffe sind sehr schied Durch die neue Bahn hofft man deshalb nicht nur d<; starken Personenverkehr zwischen den beiden Städten, so dem auch den Export Gazas zu einem wesentlichen T i über Jaffa zu ziehen, das, wenn erst der dort geplan Hafen fertig ist, Gewähr für eine zuverlässige Ausfuhr biet; Zwischen Gaza und Jaffa liegen noch an größeren Ortt die die Bahn berührt, Medschdel mit 8000 und Asdod n 5000 Einwohnern. Die Bahnlinie selbst wird voraussichtli ' nicht direkt nach Jaffa hineinführen, sondern in die Ba Jaffa—Jerusalem zwischen den Stationen Er Ramie und; Sedsched einmünden. Weniger günstig sind die Aussichten auf der Strec G a z a—P ort Said. Jenseits der türkisch-ägyptischen Grei ist nur ein einziger größerer Ort, El Arisch, vorhanden. 1 Arisch zählt etwa 7500 Seelen; im übrigen durchschneit-[

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