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Die Welt · 1912-07-19 · 29 (19.7.1912) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
29 (19.7.1912)
Date
1912-07-19
Page
– (sequence 16)
Language
German
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882 DIE3^ELT: Nr. 20 aus den meisten dieser Blätter entgegen, wie er in der im Golus geschaffenen Literatur kaum denkbar ist. Von einigen Uebersetzungen aus fremden Sprachen und anderen wenigen Ausnahmen abgesehen, schreiben hier Palästinenser, aus ihrer Heimat, zunächst für die Jugend ihrer Heimat. Wenn wir die zwei Jagdgeschichten'i oder die „Fahrt auf dem Salzmeeru von S. Berachot lesen, glauben wir, die Berge uhd Täler am östlichen Jordanufer, das „verfallene" Moab, den „Abarim4', den „Nebo" zu sehen, die uns aus der biblischen Geschichte so vertraut sind; wir glauben das Rauschen des uns vertrauten Jordans zu hören, der sich stürmisch und brausend in das Salzmeer ergießt. Anmutig und lebendig sind auch einige kleine Skizzen von Josef Ben-Porath, die uns mit der Welt der Kleinen in den Kolonien bekannt machen, insbesondere das Bild von der kleinen Judith, die ihren Vater bei der Feldarbeit aufsucht, ihre hebräische Bibel mitnimmt, ihre Lieblingsgeschichten darin durchblättert und, beim „Hohelied" anlangend, sich sehnt, ,,eine Herde von Ziegen, die vom Berge Gilead herabkommt", zu sehen, und mit dem Gedanken aufbricht: ,,ich will gehen auf den Berg der Myrrhen und zum Weihrauchhügel!" ... Daß die bekannte Erzählung G. Ebers': „Josua" in einem für die Jugend bestimmten Buche nicht fehlen darf, ist selbstverständlich, und der Redakteur des ersten Bandes, S. Benzion (Gutinann), hat diese Erzählung in ein schönes Althebräisch übersetzt, wie es sich für einen so alten Stoff aus biblischer Zeit nicht tanders geziemt. Das muß lobend hervorgehoben werden, nachdem es dem Uebersetzer (in einer Rezension, die ich irgendwo gelesen habe) zum Vorwurf gemacht wurde, daß er den biblischen Stil gewählt habe. In einer anderen Erzählung aus der unmittelbaren Gegenwart gebraucht er meisterhaft den modernen Stil, und es zeugt nur von seinem literarischen Takt, wenn er den „Josua" in biblischer Sprache bietet. Außer diesen Erzählungen enthält dieser Jahrgang eine stattliche Anzahl von gelungenen Originalerzählungen, sowie von Uebersetzungen aus fremden Sprachen, so von Dickens, Anatole France, Daudet u. a. Einen eigenen Reiz übt die Uebersetzung von Ben- Ammis (Rabbinowitz) allegorischer Skizze: „Die Störche", aus dem Russischen, aus. Auch J. L. Perez ist hier vertreten, aber merkwürdigerweise durch eine Uebersetzung aus dem Jargon, und wir hätten, trotz der sehr guten Uebersetzung, es doch lieber gesehen, wenn die Redaktion dem hebräische n Dichter Perez das Wort erteilt hätte, da doch dessen hebräische Dichtungen bekanntlich den j ü d i s c h e n nicht im geringsten nachstehen! Weniger glücklich war die Redaktion bei der Beschaffung von Gedichten, unter denen sich viele finden, die recht mittelmäßig sind. Hervorzuheben wären nur die schönen Dichtungen von J. K a h a n, ferner D. Simono w i t z': ,,Gedichte von der Zerstörung", die auf Bibelstellen sich stützen, und in denen eine neue eigenartige Note angeschlagen wird, lieber das Fragment von J. K a t z e n e I s o n s Drama: ,,GiIgal", läßt sich kein sicheres Urteil gewinnen. Ein willkommener dichterischer Beitrag ist das Gedicht Schneors: Legende" (vom Frühling als Erlöser), das einem bekannten Gedichte R. Jehuda Haie vis gegenübergestellt wird, um zu zeigen, wie zwei große Dichter, die voneinander um beinahe 800 Jahre getrennt sind, dasselbe Thema behandeln, und wie sich unsere alte, immer junge Sprache jedesmal als frisch und lebenskräftig erweist, sei es nach dem Geschmack der arabischen, oder der modern-europäischen Poesie. Als ein wahrer Schatz für die Jugend müssen die historischen und publizistischen Arbeiten über Stoffe aus alter und neuerer Zeit betrachtet werden. Dr. Klausner würdigt in einem Aufsatze die ,,Propheten Israels" mit viel Liebe und Wärme, Dr. Bernfeld handelt in der ihm eigenen lichtvollen Darstellungsweise über den „Propheten Jeremias" und die Geschichte seiner Zeit, und Ascher ben Israel schreibt über den jüdischen Geschichtsphilosophen Nachman Krochmal, dessen Erscheinung er aus der „HaskaIa"-Epoche Galiziens zu erklären versucht; in einem anderen Aufsatz bietet er uns Bilder aus der „Welt der Mystik und Kabbala" Palästinas, von denen vorläufig ein K[apitef über Josef de la Reina erschienen ist. Ueber den Propheten „Ezechiel" handelt Dr. Zifrinowitz (Zifroni), der in einem zweiten Autsatz den „Auszug aus Aegypten", nach dem Stande der heutigen Orientalistik beleuchtet. Lieber dasselbe Thema findet sich in der Zeitschrift noch eine zweite wissenschaftliche Arbeit in Uebersetzung, und der fleißigste unter den schriftstellernden Lehrern, sowohl im „Hachinuch", als auch in der ,,Moledeth", Ch. Harari, bringt eine überaus gelungene und lesenswerte Zusammenfassung der Moses-Legenden, die das Bild des unsterblichen Gesetzgebers im Geiste der jahrtausendealten volkstümlichen Tradition darstellt. Ein Aufsatz über das Schicksal der „Zehn Stämme" reiht sich würdig dem Lesestoff aus der jüdischen Wissenschaft an. Aus der allgemeinen Geschichte sind erwähnenswert die Abhandlungen: „Die Fellachen in Erez Israel", „Persien und die Perser", „Das goldene Zeitalter in Arabien", als Beitrag zur Kulturgeschichte des Mittelalters, an welcher auch die Juden regen Anteil haben; als besonders wichtig ist hervorzuheben: Ludvipols Uebersetzung der „Historischen Vorlesungen" von dem bekannten Aegyptologen Maspe ro, und zwar desjenigen Teils, der das Leben der alten Aegypter zur Zeit Ramses IL behandelt. ----- Zur allgemeinen Ethnographie gehört die von J. Oraso wski nach verschiedenen Quellen bearbeitete Schilderung der Zustände, unter denen sich der „Urmensch" bis zu seinem Eintritt in die Geschichte entwickelt hat. Dieser Aufsatz dürfte bei den jugendlichen Lesern das größte Interesse wecken. Wenn wir noch die allgemein-wissenschaftlichen Beiträge: „Galilei" und „Newton" von Dr. Rosen stein, „Aus dem Leben der Bienen" von Maeterlinck (Uebersetzung), „Die Kunst" von Israel Ethan, über „Turnen" von O r I o w anführen, so haben wir den reichhaltigen Inhalt dieses ersten Jahrganges noch lange nicht erschöpft. Es würde zu weit führen, wollten wir alles einzelne auch nur aufzählen. Aus dem Angeführten werden die Freunde der neuhebräischen Literatur wenigstens erfahren, wie ernst die Bestrebungen unserer palästinensischen Lehrerschaft sind, und was sie für die geistige Entwicklung unserer Jugend leistet. Diese Bestrebungen dürfen auch in den Ländern der Zerstreuung nicht unbeachtet bleiben, denn sie kommen auch hier der Jugend zustatten, die auf eine gute Zeitschrift aus Palästina, welche vom nationalen Geiste erfüllt ist, nicht verzichten kann. Leider schließen die Herausgeber ihr letztes Flugblatt zum Schluß des ersten Jahrganges mit einer Klage, daß sie vom Ausland nur sehr wenig gefördert wurden. Es fehlen noch etwa 500 Abonnenten, damit der Fortbestand der Zeitschrift gesichert sei. Es ist heiligst; Pflicht jedes Zionisten, für die Verbreitung dieser Zeitschrift zu sorgen; es dürfte nicht gar so schwer sein, die oben er wähnte Abonnentenzahl noch um vieles zu überschreiten. B i e I i t z. Dr. M. B e r k o w i c z. Schluß des redaktionellen Teiles Bei dem Jewish Colonial Trust, London sind eingegangen: Für den Bezalel: per Federation of Zionist Societies of Canada Mr. N. Godinsky, Montreal........ . . % 10.- Mr. W. Grinnes, Vancourer.........„ 18.2 Herzl Girls, Toronto............ „ 10.- M. L. Genussow, Barkley Wert. Beitrag für 1912 Ai 4.- Bei dem Unterzeichneten gingen ein: Mitgliedsbeitrag von Felix Neumann, Nyitra . . .Kr. 5. Bertrand Hamburg, Schatzmeister des Vereins „Bezalel". KONFITÜREN S—i PACKUNG für Pralinös, Katzenzungen, Mokkabohnen Ueberau zu haben SCHOKOLADEN M— N—V Milch Nu8s Vanille Die Drei Neuen Edelschokoladen BERLIN Dresden 1911: Kgl. Säche. Staatspreit

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