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Die Welt · 1912-07-12 · 28 (12.7.1912) · page 22

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Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
28 (12.7.1912)
Date
1912-07-12
Page
– (sequence 22)
Language
German
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Wir wollen hoffen, daß es der deutschen Sammelstelle, mit deren Stärkung wir uns gerade jetzt beschäftigen, gelingen wird, den kleinen Ausfall im nächsten Semester reichlich wettzumachen. Südafrika und Rumänien bieten diesmal zu Betrachtungen wenig Anlaß. Eine beträchtliche Differenz mit dem vorigen Semester liegt nicht vor. Hoffentlich werden wir bei der nächsten Besprechung eine solche, und dann im günstigen Sinne, hervorheben können. Kanada befindet sich nach wie vor in einer ganz erfreulich fortschreitenden Entwicklung, die leider in der Statistik nicht zum Ausdruck kommt, da eine Spendenüberweisung von ca. 7000 M., die in den letzten Tagen eingegangen ist, nicht mehr auf Konto des ersten Halbjahres gebucht werden konnte. Unter den kleineren Ländern sind namentlich Holland und die Südsla vischen Länder hervorzuheben, die dank der fleißigen und energischen Arbeit ihrer Sammelstellen in einer ruhig fortschreitenden stetigen Entwicklung begriffen sind. Mit England ist es leider auch diesmal wieder bergabwärts gegangen. Trotz der vielen Mühe, die wir uns bisher gegeben haben, ist es uns noch immer nicht gelungen, dort eine gut funktionierende Sammelstelle einzurichten. In letzter Zeit hat der neueingesetzte Joint Council der Federation und des Order of Ancient Maccabeans eine neue N.-F.-Kommission ernannt und wir hoffen, daß es dieser endlich gelingen wird, dem jetzigen nahezu unhaltbaren Zustande ein Ende zu bereiten. Auch in Ungarn hat die Sammelstelle leider nur wenig günstige Ergebnisse aufzuweisen, und wir werden uns bemühen müssen, auch dort Wandel zu schaffen. Das gleiche gilt für Bulgarien. Was nun den Anteil der einzelnen Spendengattungen an dem Resultat, verglichen mit dem entsprechenden Halbjahre 1911, betrifft, so gibt die folgende Tabelle ein klares Bild davon. Tabelle II. I. Halbjahr I. Halbjahr 1912 1911 JL JL 1. Allgemeine Spenden . . . 73321,71 57 662,59 44 887,27 47 012,76 43321,65 40 234,20 4. Oelbaumspende . . . . 39 323,43 33 953,70 9878,20 18 629,75 6. N. F.-Marken...... 9 489,59 8258,50 8505,71 7 956,05 8. Selbstbesteuerung .... 5363,22 4 989,79 9. D. u. F. Wolffsohn-Fonds . 4031,02 1 287,93 2923,46 2 635,09 11. Postwertzeichen u.Materialien 870,96 328,65 Der Fortschritt im Ergebnis der Allgemeinen Spenden ist zur Gänze auf die Zuwendungen des Herrn Kahane zurückzuführen. Mit Bedauern konstatieren wir einen kleinen Rückgang im Ergebnis der Sammelbüchsen. Es ist uns unmöglich, festzustellen, worauf derselbe zurückzuführen ist, da im allgemeinen die Organisation der Büchseriverteilungen und Leerungen sich bei den meisten Sammelstellen verbessert hat. Wir ergreifen auch diese Gelegenheit wieder, um aufs neue auf die große Bedeutung gerade dieses Sammelmittels hinzuweisen. Kein anderes ist so geeignet, dem N.-F. eine ständig fließende Einnahmequelle zu erschließen. Noch immer gibt es hunderttausende jüdische Familien, bei denen Büchsen untergebracht werden könnten, und das einzig Nötige — wir müssen es immer und immer wiederholen — ist eine planmäßige und genaue Organisation der Verteilung und der Leerung. Hoffen wir, daß die Leerungen des kommenden Semesters den kleinen Ausfall des ersten Halbjahres reichlich gutmachen werden. Daß die Popularität der Oelbaumspende noch immer im Wachsen begriffen ist, zeigt auch diesmal wieder der Fortschritt von mehr als 5000 M. Dagegen weist das Ergebnis der Landspenden wieder einen Rückgang auf, der nun allerdings zum größten Teile verschwindet, wrenn man die nicht in die Statistik aufgenommene Rimesse aus Kanada, in der für die Landspende ca. 5000 M. enthalten sind, mit in Betracht zieht. Es ergibt sich dann, daß der Rückgang nur auf das Nachlassen des Interesses in den Vereinigten Staaten zurückzuführen ist. Ueberhaupt hat die Landspende bisher nur in Kanada und den Vereinigten Staaten einen bedeutenden Anklang gefunden. In den meisten anderen Ländern ist sie entweder ganz unbekannt geblieben oder doch noch nicht so populär. Wir sind aber überzeugt, daß sie allmählich auch dort Eingang finden wird. Der hübsche Fortschritt im Spendenergebnis des David und Fanny Wolffsohn-Fonds beweist das vermehrte Interesse für die palästinensische Arbeiterfrage. Der Absatz der Marken und Telegramme hat sich etwas gehoben. Wir hoffen in nicht allzulanger Zeit in der Lage zu sein, eine neue Marke anstelle der Palästinamarke, die sich wenig bewährt hat, herauszugeben. SPENDEN AUSWEIS Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Deutschland: (Adresse: Max Wollsteiner, Berlin-Charlottenburg, Sybelstr. 50. — Publikationsorgan: „Jüdische Rundschau", Berlin.) Vom 8.—13. Juni d. J. eingegangen und in Nr. 24 der „Jüdischen Rundschau'4 detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden............JL 208.85 Sammelbüchsen..............„ 494.11 Goldenes Buch (Teilzahlungen)........„ 114.79 Oelbaumspende..............., 529.— Landspenden...............„ 80.— D. u. F. Wolffsohn-Stiftung.......... „ 42.50 Summe JL 1469.25 Vom 14.-21. Juni d. J. eingegangen und in Nr. 25 der „Jüdischen Rundschau" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden............JC 98.20 Selbstbesteuerung.............„ 25.— Sammelbüchsen..............„ 490.29 Goldenes Buch (Vollzahlungen)........„ 205.— Goldenes Buch (Teilzahlungen)........„ 136.85 Oelbaumspende..............„ 240.-— D. u. F. Wolffsohn-Stiftung.......... „ 1.50 Summe JL 1196.84

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