Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 28 (12.7.1912)
- Date
- 1912-07-12
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Jr. 28 DIE^ELT 847 chule eröffnet, und Rafael Sofermann ist zum Leiter mannt worden. In Jaffa hielt Dr. Mossinsohn ein zweistündiges Referat über seine Reiseeindrücke im Auslande. Besonders ■ingehend sprach er über die Verinnerlichung des deutschen 'i-pnismus und dessen Zukunftsaussichten. Sehr pessimistisch ngegen waren seine Ausführungen bezüglich der amerix. nischen Judenheit. In ethisch-geistiger Beziehung seien dort ie Juden ein Konglomerat, was besonders im Tiefstand der .jiddischen" Tagespresse und des Jargon-Theaters zum Aus- Iruck kommt. Auch bezüglich der politisch-bürgerlichen Zukunft der amerikanischen Juden sieht Mossinsohn die Dinge licht zuversichtlich an. Die hebräischen Zeitungen Die Jerusalemer Zeitung „Hascheruth", die bis jetzt dreiual wöchentlich erschien, hat sich jetzt zu einem Tageblatt •rweitert. Der Inhalt hat sich ebenfalls gehoben. Ein Originalroman aus dem Leben Abdul Hamids, der den sefardisehen Literaten Abraham A 1 m a 1 i a c h zum Verfasser hat, dient ds besondere Attraktion für die Abonnenten. Der „Haor" Ben-Jehudahs, der bis jetzt die einzige hebräische Tageszeitung in Palästina war, ist nun bemüht, durch ergrößerten Umfang sowie aktuelle Artikel aus der Feder i es nimmermüden Elieser Ben-Jehudah sein Lese- ■ublikum zu erhalten. Auch das Organ der nationalen Arbeiterschaft, der Hapoel Hazair", wird demnächst eine Umgestaltung er- ■;ihren. Es wird von einem Blatte, das zweimal im Monat ischeint, ein Wochenblatt werden. Es ist zu wünschen, laß dieses gut redigierte Blatt durch diese Erweiterung an iüte nicht einbüße. Inzwischen rüsten sich die aufstrebenden Elemente Safeds ur Herausgabe eines eigenen Blattes ,,Hagalil41 (Galiläa). >-/ie verlautet, wird es von Rafael Sofermann redigiert verden. Ein Baufonds für das Hebräische Gymnasium in Jerusalem Die vom Zentralkomitee der galizischen Zionisten eingeitete Sammlung zur Schaffung eines Baufonds für das Hesraische Gymnasium in Jerusalem hat im Verlaufe weniger V'ochen den Betrag von 23 000 Kronen ergeben. Die Sammingen sollen fortgesetzt werden, bis die Summe von 100 000 ronen erreicht ist. So hoch werden nämlich die Kosten für en geplanten Schulbau veranschlagt. Man hofft, den erforderten Betrag innerhalb Jahresfrist aufbringen zu können. jj^ Nachrichten""^] Der neueste Rechnungsabschluss der Basler Lebens-Versicherungs-Gesellschaft Die Basler Lebens-Versicherung s-Gesell- * c h a f t, die bekanntlich auf Grund eines Abkommens mit t!em Aktionskomitee der zionistischen Organisation eine besondere „Jüdische Abteilung" unter Gewährung von liiiebliichen einmaligen und fortlaufenden Vergünstigungen begründet hat (vergl. Inserat), teilt uns das Ergebnis ihres neuesten Geschäftsberichts mit, das für unsere Freunde von Interesse sein dürfte. Nach dem vorliegenden, in der Generalversammlung vom -9. April a. er. genehmigten 47. Rechnungsabschluß waren die Geschäftsresultate dieser Gesellschaft im vergangenen Jahre wiederum recht günstige. In der Lebens- (inkl. Volks-)Versicherung, belief sich der Neuzugang auf 19 357 Anträge über 45 049 542 Frcs. Versicherungssumme und 242 523 Frcs. jährl. Rente, während in der Unfall-Abteilung neu versichert wurden 3399 Personen mit 95 461 375 Frcs. Versicherungssumme auf den Todes- und Invaliditätsfall und 26 928 Frcs. Tagesrente. Der Versicherungsbestand in Abteilung Leben stellt sich Ende 1911 auf 91 365 Versicherungen über 324 789 102 Frcs. Kapital und 2 250 242 Frcs. Jahresrente und in Abteilung Unfall auf 26 202 Versicherungen über 767 791 548 Frcs. Versicherungssumme auf den Todes- und Invaliditätsfall und 201 629 Frcs. Tagesrente bei vorübergehender Erwerbsunfähigkeit. Für eingetretene Sterbefälle von Versicherten, abgelaufene und zurückgekaufte Versicherungen, für Leibrenten und Unfallentschädigungen wurden im Jahre 1911 10608 216,85 Frcs. ausbezahlt bzw. zurückgestellt, wodurch sich die Gesamtsumme aller derartigen Zahlungsleistungen der Gesellschaft seit Geschäftsbeginn auf 158 211 437,19 Frcs. erhöhte. Demgegenüber beHefen sich im Jahre 1911 die Einnahmen auf 19 283 599,56 Frcs. an Lebens- und Unfallversicherungsprämien und 4 990 159,04 Frcs. an Kapitalerträgen, zusammen also auf 24 273 758,60 Frcs. Der sich nach Abzug der üblichen Abschreibungen und Reservezuweisungen ergebende. Reingewinn per 31. Dez. 1911 beträgt: 2 886 370,30 Frcs., von dem 2 600 000 Frcs. als Gewinnanteil der Versicherten und 160 000 Frcs. als Aktiendividende verwendet' wurden. Die Gewinnreserve der mit Anspruch am Geschäftsgewinn Versicherten beträgt nunmehr per 31. Dezember 1911 10 744 650,74 Frcs. Sie wird gemäß der besonderen Bestimmungen für die verschiedenen Gruppen entweder zur sukzessiven Ermäßigung der zu zahlenden Prämien oder durch Ansammlung zur Erhöhung der Versicherungssumme verwendet. — Die Gesellschaft besitzt an rechnungsmäßigen Prämien- und Rentenreserven (inkl. Prämienüberträgen) 119 139 652,22 Frcs., an Kapital- und Extrareserven 2 377 831,36 Frcs. und verfügt -- einschließlich des zu einem Zehntel bar einbezahlten Aktienkapitals von 10 000 000 Frcs. per 31. Dezember 1911 über Gesamtgarantiemittel in Höhe von 131 517 483,58 Frcs., die ausweislich des Berichts zum weitaus größten Teile in erstklassigen Hypotheken und Staatspapieren angelegt sind. Ein jüdischer Musikabend in Przemysl Der jüdisch-dramatische Klub in Przemysl veranstaltete vor kurzem ein symphonisches Konzert, bei dem jüdische Kompositionen eines vielversprechenden jungen jüdischen Tondichters, Josef Neger aus Radymno, mit großem Erfolg zur Darstellung gelangten. Die dramatische Phantasie „Aus dem Leben eines ewigen Wanderers" und die zwreite Komposition Negers „Von meinen Träumereien" haben beide ausgesprochen jüdisch-orientalischen Charakter und fanden vielen Beifall. Bei dem Konzert zeichnete sich auch Frl. Elsa Geiger aus Jaroslau durch ihr künstlerisches Klavierspiel aus. Warnung! Es wird hierdurch vor einem Schwindler gewarnt, der sich Bernhard H a s s a oder Hassan aus Saloniki nennt, sich gelegentlich auch den Titel Professor beilegt und zionistischen Vereinen Vorträge über die jüdischen Verhältnisse in der Türkei anbietet. Er behauptet, durch Diebstahl um sein Vermögen gekommen zu sein, und bittet für diese Vorträge um Vorschuß. Auf diese Weise hat er von Zionisten in Wien und Prag Geldbeträge erschwindelt. Er zeigt viele Dokumente von staatlichen Behörden und zionistischen Institutionen vor, die entweder gefälscht sind, oder die er unter falschen Vorspiegelungen erhalten hat.