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Die Welt · 1912-06-21 · 25 (21.6.1912) · page 11

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Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
25 (21.6.1912)
Date
1912-06-21
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 25 DIE ME LT 749 interessanten Vortrag über jüdische Kunst. Unter den seiner Rede vorausgehenden Ansprachen war besonders diejenige von Dr. Magncs von hohem Interesse, der über die Natur- Schönheiten von Palästina sprach und die Aehnlichkeit der Szenerie des Landes mit derjenigen von Kalifornien hervorhob. Eine Reihe weiterer Ehrungen für Hermann Struck wird on verschiedenen zionistischen und misrachistischen Vereinen > orbereitet. N a t i o n a 1 k o n f e r c n z für jüdische Wohltätigkeit. Auf der Anfang Juni tagenden Konferenz der jüdischen Vohltätigkeitsorganisation wird unsere Gesinnungsgenossin Miß! Icnrietta Szold über „Wohltätigkeit in Palästina" sprechen.; )ies wird das erstemal sein, daß die genannte Institution mßer amerikanischen auch palästinensische Fragen in ihren;nteressenkreis hineinzieht. Das erwachende Interesse für Pa- .istina erscheint seit kurzem als ein typischer Faktor in der!;itigkeit hiesiger jüdischer Körperschaften. Die jüdische E r z i e h u n g s k o m m i s s i o n. Der noch junge jüdische Gemeindebund von New York sat die ebenso schwierige wie vom jüdischen Standpunkt ms Erfolg verheißende Aufgabe unternommen, ein Unterichtssystem für die ca. 200 000 schulpflichtigen Kinder der ^adt New York auszuarbeiten, von denen bisher etwa 130 000 •line jeglichen jüdischen Unterricht bleiben mußten, während nur ca. 42 000 Kinder in sowohl hygienisch wie pädagogisch unzureichende oder gar schädliche Chadarim und Talmud Thora- Schulen zusammengepfercht wurden. In drei Musterschulen in verschiedenen Stadtgegenden, denen sich vier Vorortschulen angliedern, erhalten die Kinder nunmehr durch richtig geschulte Lehrkräfte einen modernen Unterricht in biblischer Geschichte und hebräischer Sprache (nach der Ibrith-be-Ibrith-Methode). Eine Erweiterung erfährt dieser Unterricht dadurch, daß der Direktor des Erziehungsbureaus, Dr. B e n d e r 1 y , jeden Sonntagmorgen etwa 900 Mädchen in einem hierzu gemieteten Ostend-Theater versammelt und ihnen durch Lichtbilder illustrierte biblische Geschichten erzählt. Die hebräische Wochenlektion erscheint gleichfalls zeilenweise als Projektionsbild auf einem weißen Vorhang und wird von den Kindern abgelesen und auswendig gelernt. An jüdischen Feiertagen kommt durch die Aufführung jüdischer Theaterstücke und Hinweise auf die Bedeutung des Festes eine passende Abwechslung in diesen fesselnd und gleichsam spielend betriebenen Unterricht. Dieses Unterrichtsexperirnent, das vorwiegend von zionistisch gesinnten Persönlichkeiten geleitet und unterstützt wird, soll demnächst eine große Erweiterung erfahren. Ein ganz New York umspannendes Netz ähnlicher moderner jüdischer Unterrichtsanstalten würde allerdings jährlich die Summe von 2K» Millionen Dollars erfordern, während für die bisherigen Religionsschulen nicht mehr als ca. 1 ■> Mill. Dollars aufgebracht werden konnte. . AUS DER BEWEGUNG 1 o o o o o o o o o o Bekanntmachung Am Sonnabend, d en 6. J u 1 i d. js., um Uhr abends, iiidet in den Räumen des Palästina- Industrie-Syndikats m. b. H., Berlin W 15, Sächsische Straße 8, :ie diesjährige ordentliche G e s e 11 s c h a f t e r - V e r s a m m 1 u n g i.att. Die Tagesordnung lautet: 1. Genehmigung des Jahresberichts nebst Bilanz, Gewinn- und Verlust-Rechnung für 1911, 2. Entlastung des Geschäftsführers und des Aufsichtsrats, 3. Verlegung des Sitzes der Gesellschaft von Berlin nach Berlin-Wilmersdorf, 4. Geschäftliche Mitteilungen. P a t ä s t i n a -1 n d u s t r i e - S y n d i k a t m. b. H. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats. Der Geschäftsführer. Prof. Dr. O. W a r b u r g. A. A w a d i o w i t z. Ein angeblicher Bodenkauf des Nationalfonds Die Misrachi-Korrespondenz Nr. 5 vom 13. Juni 1912 bringt ohne Kommentar eine Notiz aus dem Warschauer „Haint'S wonach der Nationalfonds im Dorfe „Delby" bei Jerusalem 7000 Dunam Land angekauft hätte und wegen des Ankaufs weiterer 3000 Dunam verhandle. Es sollen mit Hilfe der Misrachi-Föderation auf diesem Boden 25 Familien aus Jerusalem, Mitglieder des Vereins „Kehillath JaacolV, angesiedelt werden. Es wird ferner ein detaillierter Plan der Ansiedlung gegeben, nach welchem die Kolonisten dem Nationalfonds in 99 Jahren den Kaufpreis zurückzahlen sollen. Die Misiachi-Föderation hätte für diesen Zweck schon 25 000 Frcs. aufgebracht, die bei der A. P. C. deponiert wären. Schließlich wird gesagt, daß die Kolonie den Namen „Menachem" tragen soll. Diese Notiz ist ein seltsames Gemisch von Wahrheit und Dichtung und geeignet, die Arbeit des J.N.F. zu schädigen. Wir legen Wert darauf hier festzustellen, daß der Nationalfonds in der Umgebung Jerusalems überhaupt keinen Boden gekauft hat, und bisher mit den etwa dort jüdischerseits vollzogenen Bodenkäufen nichts zu tun hat Insbesondere kann von der Gründung irgendeiner Kolonie seitens des J.N.F. zurzeit keine Rede sein. Damit wird der weitere Inhalt der Notiz von selbst hinfällig. Daß die ganze Angelegenheit schließlich mit der in der letzten Generalversammlung des Odessaer Komitees in Aussicht genommenen Kolonie „Menachem" nichts zu tun hat, wird jedem, der nur einigermaßen die palästinensische Siedlungsarbeit verfolgt, wohl klar sein. Es ist sehr bedauerlich, daß die jüdische Presse so leicht dazu neigt, unkontrollierte Berichte aus Palästina ohne Rücksicht auf die Schädigung allgemeiner jüdischer Interessen zu verbreiten, während es nicht allzu schwer fallen würde, ihren Leserkreis durch Informationen an zuverlässigen Stellen, wie beispielsweise bei dem Palästinaamt in Jaffa., über alle wirklich interessanten Vorgänge in Palästina zu unterrichten.

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