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Die Welt · 1912-05-31 · 22 (31.5.1912) · page 19

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Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
22 (31.5.1912)
Date
1912-05-31
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. 22 DIEÄELT 669 Beers Figur hinaus, daß er uns daneben lächerlich erscheint. Denn diese Vielfältigkeit kann Arnold Beer nicht erleben, auch nicht als Journalist. Denn er ist nicht einmal vielseitig, höchstens vielgeschäftig. Wir lassen ihn gleichgültig in sein „Schicksal*' ziehen, das ihm der Dichter als Erbe seines Blutes konstruiert hat; wir bedauern nur, daß es einen schlechten Journalisten mehr gibt. Denn wir haben Ueberfluß an ihnen. In Arnold Beer schildert der Dichter — nach seinem eigenen Bekenntnis im Nachwort — einen Juden, einen Typus. Und will ihn so gestalten, daß wir miterleben, wie er dieser Typus werden muß. Arnold Beer wäre der Typus der jüdischen Vielseitigkeit, die sich „fernwirkend" im Journalisten erfüllt. Um das unserer Anteilnahme glaubhaft zu machen, müßte Arnold Beers Schicksal mit einem Glauben an diese Erfüllung, nach der er ringt, verknüpitÄk^. Nichts von alledem. Arnold Beer ist kein Typus. Delffi?4^^Bfci kein Mensch; er gehört zu den Leuten, die' nichts Menschliches, sondern nur Vegetatives in sich haben, auch wenn sie mit dem Menschlichsten in Berührung kommen. Darum ist sein Schicksal unwahr. Max Brod hat schon einen jüdischen Typenroman geschrieben. Dem Buche „Jüdinnen" ist nun „Arnold Beer" gefolgt, und der Dichter setzt sich das Ziel, noch mehrere Typen zu gestalten, um dann möglicherweise zu einem Gesamttypus zu kommen. Es ist möglich, auf diese Weise den Juden künstlerisch zu gestalten; es ist der Weg der Bescheideneren. Aber auch er kann nur den zum Ziele führen, dem es gegeben ist, den Juden zu erleben. Alles andere ist Können, nicht Kunst. Wien. S, Fried. ^_gPRECHSAAL_^l Wir erhalten folgende Zuschrift: 2473 Seventh Ave, New-York, 14. Mai 1912. An die verehrl. Redaktion „Die Welt", Berlin. In Nr. 16 Ihrer geschätzten Zeitschrift veröffentlichen Sie einen Artikel von Frl. Helene Hanna Cohn, betitelt „Bilder aus New-York". Die Ideen, welche die Verfasserin betr. Zentralisierung des New-Yorker Zionismus entwickelt, sind ja recht erstrebenswert, in der nahen Zukunft aber m. E. außerordentlich schwer durchführbar. Ich möchte heute Ihre Mithilfe für eine in meinen Augen weit wichtigere Aufgabe in Anspruch nehmen. Das ist: die Verbreitung der zionistischen Bewegung unter den deutschsprechenden Juden New-Yorks. Daß in New-York eine sehr große Anzahl deutschsprechender Juden leben, ist eine bekannte Tatsache, und daß der Zionismus unter ihnen bisher keine weite Verbreitung gefunden hat, wurde mir vom Sekretär der „Federation of American Zionists" bestätigt. Dieser Herr erklärte mir, daß der Federation bisher die geeignete Handhabe fehlte, um unter dem deutschsprechenden Judentum ausgiebige Propaganda zu unternehmen, und war erfreut zu hören, daß ich mit einigen Freunden eine Lösung der Aufgabe versuchen wollte. Herr Rosenblatt sicherte uns die moralische Unterstützung der Federation zu, wenn wir eine deutsche Zionisten-Vereinigung ins Leben rufen würden und stellte auch in Aussicht, für Versammlungsräume und Redner zu sorgen. Daß eine deutschzionistische Zeitschrift, wie die Ihre, der Realisierung dieses Planes Unterstüzung angedeihen lassen wird, glaube ich annehmen zu dürfen, und wir verlangen garnicht einmal viel! Wir erbitten nur Ihre Vermittlung zwischen uns und den sicher zahlreich in New-York lebenden deutschen Zionisten. Es ist ja klar, daß wir eines arbeitsfreudigen Komitees zur Durchführung unseres Planes bedürfen, und welcher wahre Zionist wird nicht mit heiliger Lust an die reichen Erfolg versprechende Arbeit der Bestellung des großen Feldes, welches das deutsche Judentum New-Yorks bildet, gehen? Ich bitte also vor allem alle Leser Ihrer Zeitschrift in New-York, ob sie sich aktiv an der Propaganda beteiligen wollen oder nicht, sich mit mir schriftlich in Verbindung zu setzen. Dann aber bitte ich alle Zionisten, welche Bekannte und Verwandte in New-York haben, diese baldigst zu veranlassen, mir zu schreiben, und hiervon verspreche ich mir besonders guten Erfolg. Sobald ich mit einer genügenden Anzahl von Zionisten in Verbindung stehe, werden wir eine konstituierende Versammlung einberufen, die dann die Art und Weise der Propaganda sowie die sonstigen Pläne festlegen wird. Unser Plan ist moralischer Unterstützung wohl wert! Viele % deutsche Zionisten haben liebe Verwandte und Bekannte in New-York, denen ein Hinweis auf unsere Bestrebungen wahrscheinlich willkommen sein wird. Ihnen, verehrte Redaktion, wird ein Erfolg der guten Sache wohl den schönsten Dank für den Raum, den Sie uns gewähren, bedeuten. Mit Zionsgruß, hochochtungsvoll Otto Lehmann Schluß des redaktionellen Teiles JÜDISCHER VERLAG BERLIN W15, Sächsische Strasse 8 MOLEDETH. Hebräische Jugend-Zeitschrift. Erscheint in Palästina. Jahresabonnement M. 12,—. HEATHID. Hebräisches Jahrbuch, herausgegeben von S. Hurwitz. ErschienenHeft 1—3 (Heft 4 in Vorbereitung) Preis je M. 3,—. WÖRTERBUCH, hebräisches; v. Klausner u. Grasowski Preis M. 5,50 br., M. 6,75 geb. SPIVAK u- BLOOMGARDEN. Jüdisches Wörterbuch. — Preis M. 10,— geb. Dieses Wörterbuch aller im Jüdisch - Deutschen aufgenommenen hebräischen und chaldäischen Wörter ist ein hervorragender Beitrag zur Erforschung und Konsolidierung der jüd. Volkssprache. HEIMKEHR. Essays jüdischer Denker. Herausgegeben von der „Emunah" Czernowitz. Mit einem Vorwort von Prof. Leon Kellner. Aus dem Inhalt: Buber: Mythen des Chassidismus, Schiller: Achad-Haam, Birnbaum: Einsichten und Ausblicke u. a. m. Preis M. 2,50 brosch., M. 3,50 geb. GRUNWALD. Hygiene der Juden. Preis M. 15 — geb. Ein bahnbrechendes Werk, das im Anschl. an die histor. Abteil, d. Dresdner Ausstellung f. Hygiene erschienen ist. GEORG HERMANN. Die Nacht des Dr. Herzfeld. M. 4,— br., M. 5,— geb. — Der neueste Roman des berühmten Verfassers von Jettchen Gebert. ZOLLSCHAN. Das Rassenproblem M. 7,— brosch., M. 8,40 geb. Dieses Werk, das in unserer Nationalliteratur epochemachend gewirkt hat, erscheint in dritter Auflage. Bemerkenswert das neue umfangreiche Vorwort mit einer;: gründlichen Abfertigung Sombarts. DAVIS TRIETSCH. Palästinahandbuch. Dritte vermehrte und verbesserte Aufl. Pr. M. 3,— geb. Soeben erschienen. KONFITÜREN S-iPACKUNG 1Ur Pralines, Katzen- Mokkabohnen v« überall zu haben SCHOKOLADEN M— N —V Milch Nuss Vanille Oie Dral Nuien Edeltohokoladen BERLIN Dresden 1911: KqI. S&chs. Staatspreis

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