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Die Welt · 1912-05-17 · 20 (17.5.1912) · page 14

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Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
20 (17.5.1912)
Date
1912-05-17
Page
– (sequence 14)
Language
German
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w: 608 DIE^ELT: Nr. 20 I! 5. Mai veranstaltet. Es wurden Jargon-Gedichte, sowie Verschiedenes aus den Schriften von Scholem Aleichem vorgetragen. Liverpool. Ein neuer Verein unter dem Namen „Liverpool Bezalel Association'4 ist ins Leben gerufen worden, der hauptsächlich für die Bezalelschule in Jerusalem Propaganda machen will. Auch sollen von Zeit zu Zeit Versammlungen stattfinden, in welchen über die Entwickelung der jüdischen Renaissance in Palästina berichtet werden wird. Südafrika Malmesbury. Mr. Alexander Levenson hielt hier kürzlich zwei Vorträge, den einen über „Zionistische Arbeit in Palästina" und den anderen über ,,Aussichten des Zionismus für die Zukunft". Der Vortragende, der selbst Palästina besucht hat, wandte sich an die orthodoxen Juden mit der Aufforderung, der zionistischen Bewegung beizutreten. Krügersdorp. Am 10. April fand die Generalversammlung des zionistischen Vereins statt. Die Herren Abrahams und Graumann vom Vorstande der South African Zionist Federation sprachen über „Zionismus und Judentum". Der Jahresbericht. U. a. wurde der für einen ansehnlichen Betrag beerstattete den Bezalel-Waren A. Levenson besuchte Bloemfon- Vorsitzende Ankauf von schlössen. Bloenifontein. Mr. tein und sprach in der Zionist Society über „Die Pflege der jüdischen ideale in Palästina durch den Zionismus". Brandfort. Hier ist ein neuer zionistischer Verein ins Leben gerufen worden. Durban. Eine große Anzahl Mitglieder der hiesigen jüdischen Gemeinde versammelten sich zur Einweihung der neuen Zionist Hall und Bibliothek. Der Präsident der Zionist Association, Mr. L. Hart, wies in längerer Rede darauf hin, daß es Pflicht eines jeden Juden, der die Ziele der zionistischen Bewegung billigt, sei, der Organisation durch Zahlung des Schekels beizutreten. Wenn auch das Ergebnis des diesjährigen Schekeltages gegen früher einen großen Fortschritt bedeute, so müßten doch die Einnahmen noch bedeutend vermehrt werden, damit das gewünschte Ziel erreicht wird. Von großer nationaler Bedeutung sei der Jugendunterricht in hebräischer Sprache, weshalb man den Plan der Gründung einer hebräischen Schule in Durban gefaßt habe, der hoffentlich nun bald verwirklicht werden würde, nachdem durch die Eröffnung der Hall und der Bibliothek zwei dringenden Bedürfnissen abgeholfen sei. Es sprachen noch Mr. M. K a n - t r o v i t c h , Mr. S h a p i r o und Mr. Abrahams. PALASTINA O O 0 31s Von der jüngsten Baumwollernte in Palästina Das Gesamtergebnis der Baumwollernte in der Jordan-, Jesreel- und in der Küstenebene von Haifa und Akko betrug im Jahre 1911 1111 Kantar (zu 44,9 kg) gegen 1567 Kantar im Jahre 1910 und 1220 Kantar im Jahre 1909. Die Anbaufläche belief sich im Jahre 1911 auf 623 Feddan (zu 4200 qm) oder 262 ha gegen 1266 Feddan im Jahre 1910 und 1205 Feddan im Jahre 1909. Die Gesamternte war im Jahre 1911 verhältnismäßig besser als in den beiden Vorjahren, in denen ein Feddan durchschnittlich nur einen Kantar, während im letzten Jahr ein Feddan den doppelten Ertrag Baumwolle gab. Der Anbau von Baumwolle ist zurückgegangen, weil mehrere ohne richtige Vorbereitungen und Pflege, vor allem ohne geeignete Arbeitskräfte, die Baumwollkultur angefangen hatten und dann, durch den geringen Ausfall der- Ernte enttäuscht, sie eingeschränkt oder wieder aufgegeben haben. Die Hauptinteressenten lassen sich einstweilen hierdurch nicht abhalten, weitere Versuche zu machen, um die Baumwolle hier zu verbreiten. Palästina entspricht mit seiner Breitenlage — vom 30. bis 33. Grad — derjenigen der Baumwolle bauenden Zone Amerikas und ist im Hinblick auf Klima und Bodenbeschaffenheit bis zur Höhe von etwa 1O00 Fuß über dem Meere ein für diese Kultur geeignetes Land. In den letzten Jahren sind denn auch — besonders von englischer Seite — verschiedene Versuche zur Wiedereinführung der Baumwollkultur unternommen worden, und man hat spezielle Instrukteure aus Aegypten kommen lassen, die u. a. auch in der jüdischen Kolonie Pethach-Tikwah tätig waren. Neuerdings sind auch in den jüdischen Kolonien Galiläas, namentlich in Kinereth, Medschdel, Merchawja und D a g a n i a, Pflanzungsversuche mit ägyptischen Baumwollsorten im Gange. Viel verspricht man sich von def Einführung der perennierenden Caravonica-Baum wolle, die keine künstliche Bewässerung erfordert und mehrere Jahre hindurch Ernten liefert. Nennenswerte Erfolge dürften indes nur erzielt werden, w enndieBaumwollkuItur vonkapitalkräftigen Gesellschaften auf großen Plantagen systematisch angelegt wird. Bisher sind hauptsächlich „Mitafifi" und „Aschmuni" angepflanzt worden. Die geernteten Sorten sollen sehr verschiedenartig ausgefallen sein, die besseren sollen an Länge, Feinheit und Festigkeit der ägyptischen Baumwolle nicht nachstehen. Die Preise betrugen cif Liverpool 9— lO1/? pence das englische Pfund. Freisprechung der jüdischen Landarbeiter von Merchawja In der Nacht vom 25. zum 26. Mai 1911 hatten in der jüdischen Kolonie Merchawja (Galiläa) zehn bewaffnete Fellachen aus dem benachbarten Dorfe S o 1 e m den jüdischen Wächter I g a e 1, einen sehr tapferen und besonnenen Arbeiter, überfallen, um ihm sein Pferd zu rauben. Sie gaben mehrere Schüsse auf ihn ab. Igael setzte sich zur Wehr, wobei ein junger Fellache ums Leben kam. Aus Nazareth kam alsbald eine größere Abteilung Polizei nach Merch'awja und verhaftete sieben jüdische Landarbeiter, die der Tötung des Fellachen beschuldigt wurden. Seither saßen die sieben Arbeiter in Nazareth und A k k a in Untersuchungshaft. Der Prozeß gestaltete sich sehr langwierig, da das Gericht fortgesetzt neue Zeugen vorladen ließ und der Termin der Hauptverhandlung wohl zehnmal vertagt wurde. Die Verhandlung hat nun endlich in Akka stattgefunden und endete mit dem völligen Freispruch sämtlicher Angeklagten, die sofort in Freiheit gesetzt wurden. „Agudath Jisroel" Das provisorische Komitee der „Agudath Jisroel" teilt uns mit, daß der Gründungskonferenz in Kattowitz am Montag, den 27. Mai, von 3 Uhr an eine zwanglose Zusammenkunft der Teilnehmer im Sitzungssaale der Synagogengemeinde vorangehen wird. Die eigentlichen Beratungen beginnen erst Dienstag früh urn 9 Uhr in dem gleichen Saale. Die Tagesordnung lautet: a) Begrüßung, b) Bericht des „Provisorischen Komitees", c) Generaldebatte, d) Konstituierung der ,,Agudath Jisroel", Festsetzung der Vollmachten des „Provisorischen Komitees" und Beschlußfassung über Ort und Zeit der ersten Hauptversammlung, e) Neuwahl des „Provisorischen Komitees", sowie Wahl verschiedener Kommissionen für die Vorbereitung von Programm und Statut, für die Propaganda in den einzelnen Ländern und für die zunächst in Angriff zu nehmenden Gebiete der praktischen Arbeit. Das allseitige Interesse für die Bewegung, das sich in allen Ländern kundgibt, hat das Komitee veranlaßt, auf den vertraulichen Charakter der Beratungen zu verzichten und die Oeffentlichkeit, soweit es die Raumverhältnisse gestatten, zuzulassen. Die Adresse des „Provisorischen Komitees" lautet: Frankfurt a. M., Große Eschenheimerstraße 23. Volksschriften über die israelitisch-jüdische Religionsgeschichte Unter diesem Titel wird Herr Rabbiner Dr. J. Z i e g 1 e r in Karlsbad vom 1. Oktober d. Js. ab eine Sammlung volkstümlicher Monographien zur jüdischen Religionsgeschichte herausgeben, für die er sich die Mitarbeit zahlreicher jüdischer Gelehrter gesichert hat. Durch eine Reihe von Jahren soll in den Monaten von Oktober bis April ein 3—4 Bogen starkes Heft monatlich — ab und zu ein Doppelheft für zwei Monate -- erscheinen. Der Abonnementspreis ist auf 5 Kronen jährlich festgesetzt. Im ersten Jahrgang (1912/13) werden erscheinen: 1. Religion und Wissenschaft, von Dr. Ludwig Stein, Berlin.

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