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Die Welt · 1912-05-03 · 18 (3.5.1912) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
18 (3.5.1912)
Date
1912-05-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 18 DIEESELT 543 von den weiblichen Mitgliedern für den Nationalfonds zu erheben. Edinburgh. In dem Mount Moria h Beacon, Nr. 20, Order of Ancient Maccabaeans, hielt Mr. Isaac Goodman aus London am 21. April einen Lichtbildervortrag über die Arbeit des Nationalfonds und anderer zionistischer Institutionen in Palästina. Rev. M. Levinson trug mit seinem Chor zionistische Lieder vor. Edinburgh. Am 21. April hielt Mr. Isaac Goodman aus London bei den Maccabaeans einen Lichtbildervortrag über „Palästina". Inverness. Die Dorshei Zion Association veranstaltete am 14. April eine Versammlung. Rev. L. A. Falk hielt einen Vortrag über „Freiheit und Knechtschaft". Am Schluß wurde eine Sammlung für den Nationalfonds veranstaltet. Newcastle. In einer gut besuchten Versammlung wurde der Nevvcastler Zweigverein der Jevvish Womcn's League for Cultural Work in Palestine gegründet. Miß Helena W e i s - berg aus Manchester erklärte die Zwecke und Ziele des Verbandes. Mehr als 20 neue Mitglieder traten bei. Sunderland. Am 14. April sprach Miß Helena Weisberg aus Manchester in einer zionistischen Versammlung über ,,Die Kulturarbeit der Frauen in Palästina". Schweden Stockholm. Am 14. April hielt Herr Kurt B 1 u m e n f e l d aus Berlin in Göteborg einen Vortrag über „Probleme des modernen Judentums". Am 16. April sprach er in Stockholm über „Die Zukunft der Juden". Der Erfolg dieser Vorträge war außerordentlich groß. Eine große Anzahl der hiesigen Juden trat der zionistischen Organisation bei. Die größten Zeitungen brachten ausführliche Referate der Vorträge und vertieften dadurch den Eindruck, den dieselben überall hervorgerufen hatten. Wir sind Herrn Blumenfeld zu großem Dank verpflichtet und hoffen, daß er bald wieder nach Schweden kommen wird. Als ersten Erfolg seiner Agitation erhielten wir 150 Kronen für den Nationalfonds und trugen Herrn Blumenfeld in das „Goldene Buch" ein. Vereinigte Staaten von Nordamerika New York. Die Federation of American Zionists hat durch ein Komitee, bestehend aus den Herren Prof. Richard Gottheil, Dr. J. L. Mag n e s und Dr. Horace M. K a 11 e n , unter dem Namen „Henrietta Szold-Preis" einen Preis von 50 Dollar für den besten Aufsatz über folgende Themata ausgesetzt: „Die Geschichte und der Einfluß der jüdischen Studentenverbindungen an europäischen und amerikanischen Universitäten", „Der Volkscharakter der Juden" und ,,Die besondere Beziehung der Juden zur weltlichen Erziehung". Die Aufsätze können in hebräischer, englischer oder jüdischer Sprache geschrieben sein. PALASTINA Eine neue jüdische Ackerbaukolonie? in der Nähe Jerusalems Seit mehreren Jahren besteht in Jerusalem unter dem Namen „Kehillath Jakob1' eine Vereinigung jüdischer junger Leute, die den Zweck hat, für ihre Mitglieder ein ländliches Grundstück in der Nähe von Jerusalem zu erwerben, um dort eine neue jüdische Kolonie zu schaffen, die hauptsächlich Gemüsebau und Milchwirtschaft treiben soll. Der Kauf eines geeigneten Terrains in unmittelbarer Nähe Jerusalems ist nun dieser Tage abgeschlossen worden, und die Begründung der Kolonie erscheint damit als gesichert. Vom Grabmal Raheis Der bekannte amerikanisch-jüdische Philanthrop Nathan Strauss hat bei seiner jüngsten Anwesenheit in Jerusalem ein größeres Grundstück nächst dem Grabmal Raheis erworben, um darauf späterhin eine Hochschule für die Wissenschaft des Judentums zu errichten. Ein Empfangsabend imBeth-Haam zu Jerusalem Die Verwaltung des jerusalemer B e t h - H a a m (Voiksbildungsheim) veranstaltete zu Ehren des Herrn Dr. Bodenheimer, Vorsitzenden des Jüdischen Nationalfonds, und des Redakteurs der hebräischen Monatsschrift „Haschiloah", Dr. Josef Klausner aus O d e s s a , die w ährend des Passahfestes in Jerusalem weilten, einen Empfangsabend, der einen überaus stimmungsvollen Verlauf nahm. Es wurden zahlreiche begeisterte hebräische Reden gehalten. Dr. Bodenheimer versprach bei dieser Gelegenheit, er werde bemüht sein, bei den europäischen Palästinafreunden dahin zu wirken, daß den kulturellen Bedürfnissen Jerusalems mehr Aufmerksamkeit als bisher zugewandt werde. ( □□□□□□ FEUILLETON o □□□□□□ p — J§ David Schimonowitz Von Dr. Hugo Bergmann, Prag Die moderne hebräische Literatur leidet an einer Hypertrophie des Lyrischen. Wer etwa das kürzlich erschienene Jubiläumsheft des „Haschiloah", der führenden hebräischen Monatsschrift, zur Hand nimmt, wird erstaunt sein, wie sehr hier gegenüber den lyrischen Beiträgen die erzählende und essayistische Prosa zurücksteht. Die Ursachen dieser Erscheinung mögen sehr mannigfaltige sein. Zweifeilos sind unter ihnen zwei Momente ausschlaggebend: die reiche lyrische Tradition des Hebräischen und sein gegenwärtiges Schicksal: eine ungesprochene Sprache zu sein, ein innerlich reiches Leben zu führen, dem noch die Möglichkeit äußerer Entfaltung fehlt. Wenn es unter der (natürlich relativen) Fülle von lyrischen Dichtern einem jungen Manne gelingt, mit seinem Erstlingsbuche sofort die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, so mag er etwas bedeuten. Und dies scheint mir in der Tat bei David Schimonowitz der Fall zu sein, von dessen Gedichten ich hier heute sprechen will. Er hat vor einem Jahre in der Bibliothek des Verlages „Safruth" (Warschau) ein Bändchen von 70 Seiten erscheinen lassen, das er „ J e s c h i m o n " („Die Wüste") betitelte und in den letzten Tagen erst hat die „Bibliothekah G'dolah" des Verlages „Tuschijah" ein zweites Buch von ihm gebracht. „Sa'ar u d ' m amah " („Der Sturm und das Schweigen") nannte Schimonowitz diese zweite Lese. Was sind das für Gedichte, welchen Platz wird man ihnen in der Literatur anweisen? Es ist schwer und undankbar, Lebendiges zu rubrizieren. Wenn man Schimonowitz mit den anderen hebräischen Lyrikern unserer Tage vergleichen wollte, müßte man nur versichern, daß er ein ganz Eigener ist. Er ist kein Dichter des Judentums, wie Bialik und die sich an ihn anschließende Richtung unter unserri Dichtern, die aus dem Schicksal und der Hoffnung unseres Volkes die Begeisterung für ihren Sang schöpfen. Seine Lieder tändeln nicht wie die Jizchak Katzeneilsohns, und die Natur, die er besingt, ist nicht die idyllische Tschernichowskys. Die Wüste, der Sturm, das dumpfe Schweigen - diese drei Titelworte seiner Bücher charakterisieren Kien friedlosen Menschen, der sie ge-

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