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Die Welt · 1912-04-26 · 17 (26.4.1912) · page 16

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Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
17 (26.4.1912)
Date
1912-04-26
Page
– (sequence 16)
Language
German
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518 DIEX&ELT: „Wenigstens A/4 des Wertes der Aktiva der Genossenschaft soll stets in der Form von Geld ad depositum oder von Anlagen leicht realisierbarer Art verbleiben." Es ist nicht tunlich, die voraussichtliche Entwicklung der Verhältnisse im kommenden Jahre zahlenmäßig genau zu erfassen, da zwar festgestellt werden kann, welche Bewilligungen jetzt offenstehen, aber nicht, welche Anforderungen die Sachlage in Palästina im Laufe des Jahres noch an den Nationalfonds stellen wird, und da gleichfalls nicht feststeht, in welchem Verhältnis die Spendeneingänge wachsen werden. Soviel aber steht fest, daß wir für absehbare Zeit ziemlich vorsichtig disponieren müssen, wenn wir nicht mit dem § 57 unserer Statuten in »Konflikt geraten wollen. Es ist dabei auch noch folgendes zu bedenken: Die großen Spenden und Zuwendiifngen waren bis jetzt größtenteils für irgendeinen besonderen Zweck bestimmt, der die Anlage des gesamten Betrages in Palästina bedingt. Es ist anzunehmen, daß auch in Zukunft diese erfreuliche Erscheinung sich regelmäßig wiederholen wird. Daraus ergibt sich nun aber, daß eine Spende von z. B. 30 000 M., die einem palästinensischen Zwecke dienen soll, uns nötigt, einen Betrag von 10 000 M. aus den bedingungslos gegebenen allgemeinen Spenden in flüssigen Werten zu reservieren. Die Einnahmen aus Spenden, die im Jahre 1909 425 564.72 Mark betrugen und im Jahre 1910 455 775.56 M., beliefen sich im letzten Jahre auf 553 729.21 M. Ueber die Zusammensetzung dieser letzten Jahreseinnahme und über den Fortschritt und den Rückgang in den verschiedenen Ländern haben wir uns in der Besprechung der Jahresstatistik ausführlich verbreitet. Bei einer oberflächlichen Betrachtung der Rechnungsabschlüsse des Nationalfonds (nicht nur des letzten) muß es auffallen, daß die Gewinne aus Zinsen und namentlich aus Land- und Gebäudeertrag keineswegs den beträchtlichen Kapitalsanlagen des Nationalfonds entsprechen. Was die letzterwähnte Position betrifft, so liegt die Erklärung auf der Hand. Der Nationalfonds besitzt augenblicklich keine Ländereien oder Gebäude, die ihm schon jetzt eine nennenswerte : innahüie bringen. Seine Besitzungen in Benschemen, Hulda und Chedcra (Goldberg-Garten) hat er dem Verein Oelbaunispende überlassen, gegen eine Beteiligung am Reinertrage der Pflanzungen. Da die Pflanzungen erst einige Jahre alt sind, kann selbstverständlich von einem solchen" Reinertrage noch keine Rede sein. Den Besitz am Tiberiasee hat der Nationalfonds der P. L. 1). C. verpachtet und hat die Pacht durch eine Beteiligung am Gesellschaftskapital für 99 Jahre verregnet. Die Sehu'gebäude in Jaffa und Jerusalem, die der Narionalfonds besitzt, bringen ihm überhaupt keine oder nur eine geringe Miete, und mit dem Bau von Arbeiterwohnungen (die h:i übrigen auch im besten Falle nur einen geringen. Ertrag bringen können) hat er erst im letzten Jahre angefangen. Hai; die Beteiligung an der Sieuhmgsgesellschaft F'cz-Lsraei 05 000 M.) bisher noch keine Dividenden hat bringen können, ist klar, und auch die Beteiligung an der P. L. 1). G. (grölhenleiis aus der Verpachtung von Kinererh entstanden) mit einem Betrage von ca. Q2 000 M. hat dem Nationalfonds bisher noch keine Einnahmen zugeführt. Außerdem ist folgendes zu berücksichtigen. Ein nicht unbeträchtlicher Teil des (iesaintvennögens besteht aus Stiftungen, die entweder ihr Kapital gänzlich oder größtenteils in -Palästina angelegt haben, und zwar vorläufig ohne Ertrag (wie Wolfisohnfonds, Halperiuionds und Oeibaumspende) oder die dein Nationaifonds schon jetzt an Stelle testamentarischer Zuwendungen zugeführt sind, und deren Zinsgenuß demgemäß nicht dem Nationaifonds, sondern während ihrer Lebzeit den Spendern zukommt. Es bleibt also eigentlich nur ein Teil (freilich der größte Teil) der Effekten und ferner die Bankdepositen und die meisten Darlehen übrig, die sich regelmäßig und, im Zusammenhang mit den gemeinnützigen Zwecken des Nationaifonds, nicht allzu hoch, verzinsen. Die Kosten haben sich, verglichen mit dem Vorjahre, zwar prozentual genommen nicht unbeträchtlich verringert, aber sie bilden zweifellos noch immer einen nicht unbedeutenden Prozentsatz der Einnahmen. Es ist dabei nun aber in erster Reihe zu berücksichtigen, daß der weitaus größte Teil dieser Kosten für Zwecke der Propaganda bestimmt ist. Eine unaufhörliche, sich immer wieder erneuernde, systematische, ausgedehnte und freilich nicht billige Propaganda hat sich im Laufe der Jahre als eine Lebensnotwendigkeit für den Nationaltonds herausgestellt. Ein glücklicher Umstand ist dabei, daß ein sehr großer Teil dieser Propagandakosten zu gleicher Zeit anderen zionistischen Institutionen oder im allgemeinen Nr. 17 der ganzen zionistischen Organisation zugute kommt. So besteht z. B. ein großer Teil der Kosten der Landessammelstellen und auch ein Teil der Kosten des Hauptbureaus aus Vergütungen an die verschiedenen Ausweisorgane. Der öffentliche Ausweis ist für den Nationalfonds ein Lebensbedürfnis und vielleicht sein mächtigstes Propagandamittel. Zu gleicher Zeit unterstützt er aber dadurch den größten Teil der zionistischen Presse, ja man könnte sagen, daß er ihr in vielen, Fällen überhaupt erst die Existenz ermöglicht. Es ist ferner in Betracht zu ziehen, daß der Nationalfonds, wenn auch seine Organisation immer an Ausdehnung und Stärke gewinnt, sich doch noch in den meisten Ländern im Anfangsstadium der Organisation befindet. Die für die Organisierung der Sammelstellen aufgewandten und fast gänzlich als Unkosten abgeschriebenen Beträge sind also, wie es z. B. in vielen Ländern die Versicherungsgesellschaften tun, gewissermaßen als Investation zu betrachten, die später ihre Früchte zeigen wird, und im übrigen, wie aus den Ergebnissen der letzten Jahre schlagend hervorgeht, schon damit angefangen hat. Schließlich sei noch bemerkt, daß kaum irgendeine Institution in der ganzen jüdischen oder nichtjüdischen Welt ihre Einnahmen aus einer so ungeheuren Anzahl minimaler Spenden bezieht. Das bisher aufs äußerste durchgeführte Prinzip der öffentlichen Rechnungslegung und Verwaltung dieser hunderttausende kleiner Spenden, bringt selbstverständlich beträchtliche Kosten mit sich, die sich aber lohnen, da nur dadurch sidh der Nationalfonds das Vertrauen erwirbt und stärkt, auf Grund dessen ihm die Spenden sicherer zufließen. Ein Vergleich mit anderen Institutionen, die ihre Einnahmen aus Sammlungen beziehen, ist sehr schwer durchzuführen, da bei jeder Institution die Verhältnisse andere sind. Die Chalukka z. B., soweit sie öffentlich Rechnung ablegt (wie die deutsch-holländische Chalukka-Verwaltung), nimmt in ihrer Rechnungslegung nur die Nettobeträge, die ihr zufließen, auf, so daß die großen Kosten der Sammlungen dabei überhaupt nicht zum Ausdruck kommen. Auch unsere Kosten in Palästina sind sicher nicht unbeträchtlich. Dabei ist aber zu bedenken, daß die ganze zionistische Vertretung in Palästina vornehmlich vorn Nationalfonds erhalten wird, und daß eine große Reihe zionistischer Institutionen (wie der Bezalel, die P. L. D. C. und viele andere) überhaupt nicht oder nur mit viel größeren Kosten existieren könnten, wenn ihnen nicht der Nationalfonds unentgeltlich eine permanente und immer arbeitsfähige palästinensische Vertretung zur Verfügung stellen würde. Hochachtungsvoll, mit Zionsgruß Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds Eine thrung Max Nordaiss Die juristische Fakultät der Universität Athen hat unseren ausgezeichneten Gesinnungsgenossen Max Nord au zum E h r e n d o k t o r d e r R e c h t e ernannt. Deutschland Hamkurg-AItona. Am 20. d. M. sprach Herr Kurt H 1 u m e n f e! d über das 'I hema „Judentum und freies Menschentum." Frankfurt a. M. In der Zionistischen Ortsgruppe spracl; am 13. April Herr Dr. Elias Auerbach aus Haifa übe: ,J)ie Juden in Palästina/4 Hannover. Am 31. März fand die diesjährige ordentliche Generalversammlung in der hiesigen Zionistischen Ortsgruppe statt. Emmerich a. Rh. Am 10. März hielt Herr Lehrer Rein Ii a i d t - Köln einen Vortrag über ,.,Grundgedanken des Zionismus." Rees a. Niederrhein. Am 14. April sprach in der Schekelzahiergruppe Herr Referendar Alfred P 1 a t z - Köln über das Thema Können wir die Emanzipation der Juden feiern?u Eydtkuhnen. Vor Kurzem sprach hier der Parteisekretäi der Zionistischen Vereinigung, Herr Kurt Rosenbaum, über das Thema: ,,Was will der Zionismus/4

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