Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 42 (18.10.1912)
- Date
- 1912-10-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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DIE BERLIN W15, SACHSISCHE STR. 8. W ERSCHEINT JEDEN FREITAG \yr ZENTRALORGAN DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG XVI. JAHRG. BERLIN, 18. Oktober 1912 Umkl* Y'Dnn 'Nr"pam3 '1 /^"D Nr. 42. Unsere geehrten Abonnenten, eren Bezugszeit am 30. September 1912 abgelaufen ist, ersuchen wir um gefl. rechtzeitige Einsendung des lbonnementsbetrages. Den Abonnenten in Deutschland und Oesterreich - Ungarn haben wir Zahlkarten bzw. 'osterlagscheine direkt zugehen lassen, die wir zur kostenlosen Ueberweisung der Abonnementsbeträge u benutzen bitten. Aus allen übrigen Ländern können Beträge an uns per Postanweisung, Geldbrief oder checks auf europäische Banken überwiesen werden. Alle Abonnements, die bis 7. Oktober d. J. nicht ausdrückrh abbestellt worden sind, betrachten wir als erneuert. y ^. JV - — Verlag „Die Welt BERLIN W15, Sächsische Straße 8. Die „Times" und der Zionismus Der Konstantinopeler Korrespondent der „Times" ver- 'ifentlichte am 28. September einen Artikel über „Jüische Kolonisation in Palästina", für den er einen kürzh im „Osmanisichen Lloyd" erschienenen Bericht als ii undlage benutzte. Nachdem er die Fortschritte der •dischen Kolonisation in Palästina während der letzten Jahre geschildert und die verschiedenen jüdischen Ormisationen und Institutionen, zionistische und nicht- •onistische, die in dem Lande tätig sind, spezifiziert itte, schrieb der Korrespondent der „Times" wie folgt: „Die Beziehung zwischen dem Zionismus und der 'inahme deutschen Einflusses ist von jüdischen Jour- ■flisten in der britischen Presse in Abrede gestellt wor- ■ n, aber der Korrespondent des ,Osniani sehen Lloyd* :>gert nicht, ihr Vorhandensein, zu bekennen. Er schreibt, ttf die Dienste nicht genügend beachtet würden, welche Hvohl dem Deutschtum als auch dem türkischen Reich iurch die jüdischen Einwanderer geleistet werden. Die irtschaftlichen Interessen deutscher und jüdischer Anvdler sind miteinander identisch, während, wie er betTkt, die Zwecke der deutschen Handelspolitik durch ie Tatsache gefördert werden müssen, daß die jetzt in alästina ansässigen osteuropäischen Juden alle Deutsch erstehen, da ihre „Jargonstprache" einfach1 ein mittel- ^chdeutscher Dialekt ist, dessen Wortschatz einen gewissen Prozentsatz hebräischer und slavisdier Worte nthält. Man wird bemerken, dal) die große Mehrzahl der angeführten InstitLitionen —- wirtschaftliche oder erzieherische deutsch-jüdische sind. Die ,Alliance Israelite Universelle' ist eine wichtige Ausnahme, denn in vielen Institutionen, die allgemein als englische oder englischjüdische beschrieben und eingetragen sind, ist dieser ausgesprochene Charakter nicht zu finden. Da so der vorherrschend deutsch-jüdische Charakter des Zionismus gezeigt ist, so ist dem britischen Publikum und den Leitern seiner politischen Meinungen der Rat zu erteilen, ein mehr als platonisches Interesse an der Bewegung zu nehmen. Die jüdische Presse von Oesterreich und Deutschland hat sich während1 der letzten Jahre nicht als hervorragend englandfreundlich gezeigt, und aus der Haltung des wichtigsten zionistischen Organes in Konstantinopel zu schließen, ist unter vielen der orientalischen Juden eine stark englandfeindliche Strömung zu verspüren. Aber abgesehen davon handelt es sich um die Frage der Wahrung des englischen Prestiges in der arabischen Welt. Dieses Prestige ist seit Generationen ständig gewachsen infolge unserer administrativen Erfolge in Aegypten, unserer maritimen Uebermacht im Roten Meer und im Persischen Golf und infolge der Ausdehnung unseres Reiches über große Gebiete des mohammedanischen Afrika. Wie sehr man auch immer mit den Appellen sympathisieren mag, die von seiten hervorragender jüdischer Publizisten an das britische Empfinden zugunsten