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Die Welt · 1912-03-22 · 12 (22.3.1912) · page 17

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Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
12 (22.3.1912)
Date
1912-03-22
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 12 DIEJ^ELT 367 „Ja", antwortet der Bauer gerührt, „du bist Samuil?" „Nein, ich bin nicht Samuil, aber auch von der Woleka. Sie fließt auch durch unser Städtchen." „Ach, welche Freude! Kennst du Chotrow?" „Nein, in Chotrow bin ich niemals gewesen", sagt der Jude. „Schade", seufzt der Bauer und kratzt sich den Kopf. „Der arme Bauer!" „Trägt die Fremde noch tausendmal schlimmer als ein Jude", meinte eine Frau. „Man sollt' ihm was zu essen geben, glaub' ich." „Hast du schon ein Nachtlager? Wo wohnst du?" „Nirgends! Hab nichts! Ich will nach Hause, nach Chotrow. Ist wohl weit?" fragt der Bauer. „Hat ein Herz wie wir, sehnt sich nach den Kindern", sagt die Frau. „Wird wohl zugrunde gehen, da in Ameritschka." „Seht 'mal, wie sie sich um den Russen herumgestellt haben! Kam wohl, auch hier Pogrome machen?" Alle wandten sich nach dem Mann um, der diese Worte gesprochen hatte. „Deine Rumänen sind wohl besser?" erwiderte ihm jemand. „Die Russen sind wenigstens ein Volk. Aber deine Rumänen? Ein Zweigroschen-Volk. Und doch, wie peinigen sie die Juden!" „Aber Pogrome machen sie nicht", brüstet sich der junge Mann. „Und trotzdem sind die Russen noch tausendmal besser, als deine Rumänen", — ruft der russische Jude erregt — „ein offenherziges Volk, und lassen den Juden verdienen. Nicht wie bei euch, wo man verhungern kann . . . Hab' keine Angst", wendet er sich dann zum Bauer, „wir sind alle Landsleute. Komm mit uns!" „Ich will zu Samuil", sagt der Bauer. Führ mich zu Samuil. Er ist aus unserem Dorf." Ein galizischer Jude unterstützt den rumänischen: „Sieh doch, ganz außer sich sind sie. Zuerst laufen sie ihnen davon, und kaum sehen sie wieder einen, sind sie Bruder und Bruder mit ihm. Warf, man wird bald wieder sammeln für sie, nach dem nächsten Pogrom . . .!" „Aha, Galizien spricht", ruft der russische Jude. „Wie seht denn ihr aus? Sie würden euch ja in einem Löffel Wasser ertränken, wenn sie nur könnten, eure Polaken." :, , „Ist einer so gut wie der andere. Sind uns alle gut", seufzt die Frau. Wassil hört den Streit. Er wußte nicht, was man sagte, aber er verstand, daß es sich um ihn handle. Und bekam Angst. Riß die Augen weit auf und bat: „Zeigt mir, wo Samuil Bock wohnt. Er kennt mich, ist aus unserm Dorf!" „Armer Bauer! Wie es ihn zu den Seinigen zieht!" „Komm mit uns", sagt der junge russische Jude, „wir werden dich nicht im Stich lassen, werden schon etwas suchen für dich. Komm!" „Ich will zu Samuil, bring mich zu ihm, ich bitte didi sehr", sagt der Bauer in weinerlichem, flehentlichem Tone . . . „Wir sind alle Samuile. Komm, hab' keine Angst. Wir sind alle aus Rußland." Der Bauer blickte ihnen in die Augen und fühlte sich zwischen Landsleuten. Vertrauensvoll geht er mit ihnen. „Gebt nur acht", ruft ihnen der Galizier nach, „daß er euch nicht zu Hause einen kleinen Pogrom macht. Dann werdet ihr wieder schnorren gehen!" „Geht nach Galizien, nach Rumänien!" gaben die russischen Juden, den Bauer mit sich führend, zurück. Schluß des redaktionellen Teiles Bei dem Unterzeichneten gingen ein durch die Federation ot Zionist Societies of Canada, Montreal (Sammlung der Frau Pevsner): Montreal: Mr. J. A. Jacobs $ 200—, Winnipeg: per Bnai-Zion 300.—, Vancouver: per Mr. H. Sigler 500.—, Van» couver: per Mr. S. Gintzburger 325.—, Port William: per J. Enzer 95—, Sydney: per Mr. I. Becker 89.—, zus. $ 1509.— Jk 6341.17. Von Frau Justizrat Zuckerrnann, Forst: Spende Jk 44.—; für den Betriebsfonds: Dr. Marko Romano, Philippopel Jk 100.—, Dr. Jul. Loeb, Reichenhall 100.—, Berthold u. Elisabeth Perutz, Teplitz, 300.—, Simon Orange, Lemberg, Kr. 25.—, Dr. Dawid Spindel, Lemberg, 10.—, Dr. med. Sandler, Breslau, Jk 50.—, Dr. Harry Friedenwald, Baltimore, $ 50.— Jk 208.33, Dr. William Levy, Baltimore % 50.— Jk 208.33, Frau Dr. William Wolf, Baltimore, % 20.— Jk 83.34, Viktoria-Loge, Görlitz, 50.—, Direktor Carl Heymann, Berlin, 50.—, zusammen Ji 1185.—. Bertrand Hamburg, Schatzmeister des „Bezalel". Berichtigung. Bei der in Nr. 9 ausgewiesenen Spende für den B e z a l e 1 von S. Pechter, Sydney, soll es statt £ 10.— richtig heißen: £ —.10.— Eingegangen bei der Administration der „Welt": Für das Hebräische Gymnasium inJerusalem: Dr. M. Koss, Oranienburg, als Pidjon-Ha-Ben des Herrn Finkelstein, Charkoff............Jk 14.— Gut und billig sind die Hauptforderungen, die an ein täglich zu genießendes Nahrungsmittel zu stellen sind. Beide werden in hohem Maße von der Aprikosenmarmelade erfüllt, die von der Firma L. C. Oetker in Bahrenfeld unter dem Namen „Aprikosa" in den Handel gebracht wird. Die absolute Echtheit des Materials, die technische Vollkommenheit der Herstellung und die Bekömmlichkeit der „Aprikosa" ist durch den beeidigten Gerichts- und Handels-Chemiker Dr. Langfurth in einem für die Firma recht schmeichelhaften Zeugnis bestätigt worden. Die überaus praktische Verpackung in goldlackierten Eimerchen und die Billigkeit dieser Marmelade, die vor allem dem modernen System des direkten Verkehrs mit den Konsumenten zu danken ist, haben „Aprikosa" heute die weitgehendste Verbreitung gesichert. KONFITÜREN S-i PACKUNG für Prallnös, Katzenzungen, Mokkabohnen Ueberau zu haben SCHOKOLADEN M— N—V Milch Num Vanille Dit Drei Ntutn Edalsohrttlidta BERLIN Dresden 191t: Kgl. Sflche. 8taateprele

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