Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 12 (22.3.1912)
- Date
- 1912-03-22
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 12 DIE^ELT 359 Das dreißigjährige Jubiläum der rumänischen Zionisten In Nr. 10 der „Welt" berichteten wir über die Gedenkfeier, die in Galatz stattgefunden hat. Heute lassen wir den Bericht über die Feiern in den anderen Städten, die von Herrn Sokolow besucht wurden, folgen. Braila. Montag, den 13./26. Februar, wurde eine Versammlung, an der etwa 2000 Personen teilnahmen, in der großen Synagoge abgehalten. Die Gemeinde und alle Vereine waren durch Delegationen vertreten. Herr Sam. Bleicher, Vorsitzender des hiesigen Vereins „Israel", begrüßte Herrn Sokolow. Herr Isak Agent wies auf die Notwendigkeit des Zionismus für das Judentum hin und erteilte Herrn Sokolow das Wort zu seineml Referat, das stürmischen Beifall entfesselte. Der Verein beschloß, Herrn Sokolow ins Goldene Buch einzutragen. Bukarest. Dienstag, nachmittags, wurde Herr Soko- 1 o w von den hiesigen acht zionistischen Vereinen und der jüdischen Bevölkerung auf dem Bahnhof festlich empfangen. \bends fand im größten Saal Bukarests vor einem Publikum von mehreren tausend Personen die Fest Versammlung statt. Herr Schein begrüßte den Gast im Namen der rumänischen Organisation. Sodann hieß Dr. Niemerower Herrn Sokolow int Namen der Bukarester Zionisten willkommen. Es folgte las Referat des Herrn Sokolow, das einen gewaltigen Eindruck hervorrief. Ein Bankett, an dem 80 Personen teiK- :lahmen, vereinigte die Zionisten Bukarests bis um die vierte Morgenstunde. Mehrere Trinksprüche wurden ausgebracht und begeisterte Ansprachen gehalten. Bacau. Mittwoch traf Herr Sokolow, von einer Delegation begleitet, in Bacau ein, wo er um- 4 Uhr nachmittags sprach. Die Versammlung begann mit dem Vortrag des hebräischen Gesanges „Mischmar Hajarden" durch die Schüler der üdischen Schulen. Herr Wolf Iser begrüßte Herrn Soko-; o w in hebräischer Sprache. Nach seiner Rede dankten Frau Rosenberg im Namen des zionistischen Vereins „Julia lerzl", Herr Josef B alter im Namen des Vereins „Tikwath ^ion" in hebräischer Sprache, und Herr Ing. Grünberg deutsch) dem verehrten Gast für die den Zionisten Bacaus erwiesene Ehre. Die Versammlung beschloß, Herrn Soko- 1 o w ins Goldene Buch einzutragen. Es folgte ein Teeabend, bei dem zahlreiche hebräische Ansprachen gehalten wurden, üierauf reiste Herr Sokolow nach Piatra. Piatra. Herr Sokolow wurde auf dem Bahnhot durch He Vorstände der Gemeinde, der Bnei-Brith-Loge und der 'ionistischen Vereine, sowie mehrere Delegationen aus anieren Städten empfangen. Die Versammlung fand in der jüdichen Schule statt. Herr Sokolow wurde durch hebräische lesänge begrüßt. Herr David Samsony hieß Herrn Soko- >w herzlich willkommen und erteilte ihm das Wort. Es r>lgte die zweistündige meisterhafte Rede des Herrn Sokolow. lerr Sam. B. Sehmilovici kündigte an, daß die Zioisten Piatras Herrn Sokolow ins Goldene Buch einzutragen erschlossen haben. Nach der Versammlung wurde Herr Sokoav zu einem Bankett im Hause des Herrn Dum er, Voritzender des Zionistischen Lokal-Comites, eingeladen, das men stimmungsvollen Verlauf nahm. Nachher besuchte Herr okolow die jüdische Bibliothek „B. Samsony". Die Herren .Enghelberg und J a £ o b s o h n begrüßten ihn im Namen es Vorstandes der Bibliothek. Herr Sokolow gedachte in armen Worten des verewigten B. Samsony, der ihm ein uter Freund gewesen war. Am zweiten Tage besuchte Herr >kolow sämtliche Anstalten der jüdischen Gemeinde. Jassy. Donnerstag abend fand eine Versammlung in Jassy att. Sie wurde eröffnet von Dr. Frühling, der Herrn chein zum Vorsitzenden der Versammlung vorschlägt. Herr nein erteilte das Wort Herrn Sokolow zu seinem Referat, ■>s über zwei Stunden währte. Delegationen aus allen kleineren ädten der Moldau waren erschienen. Eine neue Sektion ^lahum Sokolow" wurde gegründet. Man sandte ein Teleamtn an Dr. Lippe. Ansprachen hielten die Herren Dutt, ' i k a , Scherzer, Dr. Frühling, Dr. A b e 1 e s u. a. (um Schlüsse sei noch bemerkt, daß die gesamte rumänische •"resse in langen Berichten aus allen Städten die Ausführungen f es Herrn Sokolow und der anderen Redner zum Teil an ''■■itender Stelle brachte und in sympathischer Weise besprach. Deutschland Berlin. Im Verein „Kadimah" (Gruppe der B. Z. V.) : räch am Sonnabend, den 16. März, Herr Dr. Julius Becker ^er Sombarts ,Judenpolitik". Charlottenburg. Der Zionistische Verein West-Berlin veranstaltete anläßlich der Tagung des Großen A. C. am Dienstag, den 1°. März, eine interne Versammlung im Cafe Sezession, in der der Vorsitzende, Herr Julius Berger, über das Thema „Zionistische Propaganda" sprach. Dem Vortrag folgte eine lebhafte Aussprache. Berlin. In der B. Z. V. las am 19. Februar Herr Richard Huildschiner aus Hamburg biblische Novellen. — Am 11. März fand in der B. Z. V. eine Mitgliederversammlung statt, in der Herr Arnold Wiener aus Kattowitz über die historische Bedeutung der preußischen Judenemanzipation sprach. Berlin. Die zionistischen Organisationen von Groß-Berli'n feierten das Purimfest am 6. März durch einen Ball im Tiergartenhof. Das Fest nahm einen sehr schönen Verlauf. Herr Gollau in trug mit bekannter Meisterschaft jüdische Volkslieder vor. Stolberg. In gut besuchter Versammlung sprach Frl. Bertha Stiel (Eschweiler) über „Die Leistungen des Zionismus". Hierauf folgte ein Vortrag von Referendar A. Platz (Gummersbach) über das Thema „1812—1912, Gedanken eines m odernen Jude n". Essen (Ruhr). Am 28. Februar hielt Herr Heinrich Auerbach in einer Versammlung der Zionistischen Ortsgruppe ein Referat über Werner Sombarts jüngste Broschüre. Gießen. Am 10. März hielt Herr Oberlehrer Dr. Tachauer aus Frankfurt a. M. einen Lichtbildervortrag über Palästina. Kempen (Bez. Posen). In einer vom Posener Distriktskomitee veranstalteten öffentlichen Versammlung sprach Herr Kantor Blitz über seine Reise durch Palästina. Straßburg i. Eis. Herr Berthold F e i w e I sprach in einer von der Zionistischen Ortsgruppe veranstalteten Versammlung über „Die Erneuerung des Judentums". Königshütte, O.-S. In einer gutbesuchten, von der hiesigen Orts- und Frauengruppe einberufenen Versammlung sprach Parteisekretär Kurt Rosenbaum über „Die nächsten Aufgaben der Be wegung". Ratibor. Die Zionistische Ortsgruppe veranstaltete am 2. d. Mts. unter großer Beteiligung ein Purimfest zugunsten des „Bezalel", das ein gutes Ergebnis aufwies. Koschmin. Am 6. d. Mts. sprach hier Herr Kantor Blitz (Berlin) über seine „Reiseerlebnisse in Palästina". _ Österreich Gablonz a^ N. Das Vergnügungskomitee des zion. Vereins „Theodor Herzl" in Gablonz a. N. veranstaltete im Laufe des Winters Familienunterhaltungen, durch welche es gelang, ein bisher bei zionistischen Veranstaltungen noch nie gesehenes Publikum heranzuziehen. Um das Zustandekommen der Abende hat sich die unermüdliche Präsidentin des Vergnügungskomitees, Frau Meta Bunzl, verdient gemacht. Der Verein bereitet in nächster Zeit eine größere zionistische Veranstaltung vor. Frößnitz. Bei der am 9. März abgehaltenen Generalversammlung hat unser Verein, der in Westösterreich die einzige noch bestehende Ortsgruppe des alten Verbandes „Zion" war, beschlossen, seinen Namen zu ändern und nicht mehr Einzelverein Proßnitz des „Zion", sondern Verein „Zion" Proßnitz zu heißen. Dadurch wäre auch dem Namen nach der Anschluß an die zionistische Organisation, der wir seit 1899 angehören, vollzogen. Der Verein, der Sammelplatz der bürgerlichen Elemente (wir haben in unserer Stadt noch 3 jüdisch-nationale Organisationen, den Turnverein, die akademische Verbindung „Giskalah" und den (politischen) Jüdischen Volksverein) hat über 40 Mitglieder und ist, wie aus dem Berichte des Vorstandes hervorgeht, allen Anforderungen, die an einen Bürgerverein gestellt werden, gerecht geworden. An Spenden für den Nationalfonds wurden 1400 K. im abgelaufenen Vereins jähre abgeführt, welche Summe durch Placierung von 100 neuen N. F. - Büchsen bedeutend erhöht werden soll. Der Verein geht eben daran, gemeinschaftlich mit den anderen jüdischnationalen Korporationen, ein jüdisches Vereinshaus zu errichten, welches schon im kommenden Herbste bezogen werden soll. Herr Fritz Low wurde zum I. Vorsitzenden, Herr Julius Neumann zum II. Vorsitzenden gewählt. Graz. In diesem Winter wurden vom Verein „Jischuw Erez Jisrael" drei Feiern veranstaltet, die sehr zahlreich besucht waren. Die Chanukahfeier am 25. Dezember 1911 verlief sehr angeregt, der bedeutende Reingewinn wurde dem hebr. Gymnasium in Jaffa übermittelt Das Fest „Chamischa assar